Nach dem Amoklauf von Winnenden ist die Debatte um sogenannte Killerspiele voll im Gange. Cynamite.de setzt sich mit Spielekritikern auseinander. Den Anfang macht Regine Pfeiffer ("EA, diese Schweinefirma").
Teil 4: Auf welchen wissenschaftlichen Thesen fußt Regine Pfeiffers Argumentation?
Und was sagt die Wissenschaft?
Quelle: Rockstar
GTA IV - The Lost and the Damned
Der amerikanische Mediengewaltforscher Craig Anderson wird in den Präsentationen von Frau Pfeiffer und vielen anderen Medienkritikern gerne und oft zitiert. Anderson bringt seit Jahren Studien zum Themenkomplex der Mediengewaltforschung heraus, die in der Regel spektakuläre Ergebnisse erzielen und einen stärkeren Zusammenhang zwischen medialer und realer Gewalt sehen, als zwischen Rauchen und Lungenkrebs.
Das Problem ist nur, dass Andersons Studien nicht nach wissenschaftlichen Kriterien stattfinden, was ihm auch aus der Fachwelt viel Schelte einbrachte (Cynamite berichtete). In einer von Anderson durchgeführten Studie verglich er etwa, wie schnell Zocker aggressive bzw. nicht-aggressive Worte laut vorlesen konnten. Da Shooter-Spieler schneller waren als die Zocker von gewaltarmen Games, schloss er daraus, dass gewalthaltige Medien grundsätzlich aggressiver machen würden. Eine wissenschaftlich nicht haltbare Annahme, die jedoch immer wieder unkritisch übernommen wurde.
GTA IV
Während Regine Pfeiffer ihn und andere Medienkritiker ausgiebig und kommentarlos zitiert um ihre eigenen Theorien zu stützen, hat sie für die Gegenseite nur Spott und Häme übrig. Jürgen Fritz und seine Kollegen vom Kölner Projekt Spielraum zur Stärkung der Medienkompetenz nennt sie „ein paar dürftige Gestalten“, bezeichnet deren Publikation „Computerspiele verstehen“ als ein „furchtbares Buch“ und zeigt in ihrer Präsentation kleinlich sprachliche Schwächen von Fritz auf, statt sich mit seinen Inhalten auseinanderzusetzen. Eine sachliche oder auch wissenschaftliche Auseinandersetzung zum Thema sieht anders aus.
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