Nach dem Amoklauf von Winnenden ist die Debatte um sogenannte Killerspiele voll im Gange. Cynamite.de setzt sich mit Spielekritikern auseinander. Den Anfang macht Regine Pfeiffer ("EA, diese Schweinefirma").
Teil 3: Reicht der deutsche Jugendschutz aus? Was stört Regine Pfeiffer an EAs Actionspiel Der Pate?
Ist der deutsche Jugendschutz unzureichend?
Bioshock
Für Pfeiffer ist das deutsche Jugendschutzsystem nicht ausreichend. Die Kinder, die am gefährdetsten für gewalttätiges Verhalten sind, spielen ihrer Ansicht nach auch am häufigsten Gewaltspiele. Selbst Grundschüler spielten bereits GTA, da könne man auch nicht mehr mit der Verantwortung der Eltern argumentieren. Vielmehr bräuchte man eine Verschärfung des bestehenden Jugendschutzes, etwa durch mehr Indizierungen. Diese sind für sie ein sinnvolles Mittel des Jugendschutzes, da man sich über indizierte Spiele weder einfach informieren kann und dadurch schwerer Zugriff darauf hat.
Der USK wirft sie vor, falsche Kriterien für ihre Prüfungen zu verwenden. Eine Alternative hat sie zwar nicht parat, glaubt jedoch, dass die Mitarbeiter des KFN (das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen unter Leitung ihres Bruders Christian Pfeiffer) bisher schon gute Arbeit in dieser Richtung geleistet haben. Sie bezieht sich dabei auf eine Vergleichsstudie des KFN, in der das Institut mehrere Spiele auf ihre potentielle Jugendgefährdung getestet hat.
Der Pate
Die Kriminologen kamen in ihrer Studie zu dem Schluss, dass ein Großteil der Spiele von der USK zu niedrig freigegeben wurden oder sogar hätten indiziert werden müssen. Es ist jedoch unklar, wie Regine Pfeiffer zur Ansicht gelangt, da die USK explizit die Gewalt im Rahmen der gesamten Erzählung betrachtet und das KFN das in seiner Studie nicht getan hat.
Pfeiffer sieht Altersfreigaben für Videospiele wie Craig Anderson als eine falsche Entwicklung. Durch die verbindlichen Altersfreigaben hätten die Spielehersteller „freie Hand“ und könnten selbst stark gewalthaltige Inhalte mit entsprechenden Altersbeschränkungen anbieten. Vor der Zeit der Altersfreigaben hätten sie diese Freiheit nicht gehabt, da Spiele für den gesamten Markt hätten produziert werden müssen. Das ist grundsätzlich falsch, da es zu jeder Zeit der Videospielgeschichte Produkte gab, die nicht für Jugendliche gedacht waren. Zudem schützt das USK-Siegel ein Spiel nicht vor der Beschlagnahmung durch die Staatsanwaltschaft, wenn es tatsächlich gewaltverherrlichend wäre. Interessant dabei ist auch, dass Pfeiffer offenbar die Existenz von Spielen für Erwachsene nicht anzuerkennen scheint: „Ich verstehe nicht, wieso es solche Spiele wie Der Pate geben muss.“
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