Nach dem Amoklauf von Winnenden ist die Debatte um sogenannte Killerspiele voll im Gange. Cynamite.de setzt sich mit Spielekritikern auseinander. Den Anfang macht Regine Pfeiffer ("EA, diese Schweinefirma").
Die Wirkung von Sprache
Quelle: Blizzard
World of Warcraft
Nicht nur Gewaltdarstellungen spielen für Regine Pfeiffer eine Rolle. Sie findet in einigen Games und Lösungsbüchern abstoßende Inhalte, zum Beispiel die Verwendung von so genanntem Nazi-Jargon, also durch die Nazi-Zeit negativ besetzter Begriffe.
Sie hat Hitler und Stalin noch selbst erlebt und wurde dadurch geprägt. Die Sprache von manchen Lösungsbüchern, etwa die verschiedenen Worte für das Ausschalten von Gegnern, sind für sie unmoralisch. Die Vertuschung der Gewalthandlung, die das Töten erträglicher machen soll, erinnert sie an die Verschleierungssprache der Nazis. Regine Pfeiffer findet Begriffe wie „säubern“ anstelle von „töten“ anstößig. „Abfackeln“ ist für sie zwar zynisch, aber ein besser Begriff, da es kräftig und bildlich ist und nichts verschleiert.
Quelle: 2K Games
Bioshock
„Sie können ja auch meinen Schrecken wahrnehmen“, fasst Frau Pfeiffer die Wirkung dieser Titel auf sie zusammen und betont, dass sie sich ja auch in Spieler hinein versetzen würde. Bei Bioshock sieht sie die Option die Little Sisters zu „ernten“ (im Original harvest) als Sinnbild für Missbrauch. Alleine die Option, dass man sie "aussaugen" kann, ist für Regine Pfeiffer unmoralisch, da die virtuellen Mädchen zum Objekt der Entscheidung des Spielers werden. Auf die Nachfrage, ob sie es grundsätzlich schlecht findet, wenn dem Spieler bei moralischen Entscheidungen Optionen angeboten werden, oder sie lieber nur moralisch richtige Entscheidungen in Spielen sehen wolle, musste sie ausweichen. Sie findet etwa die moralische Beliebigkeit bei den Sklavenhändlern in Fallout 3 zynisch, da man neben der Befreiung der Gefangenen auch einfach ausprobieren kann Sklaven zu fangen.
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