Nichts für’s beschauliche Weihnachtsfest: Die Hitman-Macher liefern ein blutiges Action-Feuerwerk im Tarantino-Stil.
Voll auf die Zwölf!
David gegen Goliath: Der Kampf gegen den riesigen Kipplaster ist eines der dramaturgischen Highlights und saucool inszeniert.
Schon der Überfall des Gefangenentransporters und die anschließende Flucht vor der Polizei gleichen einem beklemmenden Action-Feuerwerk und zeigen, was Kane & Lynch sein will: ein geradliniger, filmreif inszenierter Third-Person-Shooter, der besonders von den furiosen Schusswechseln mit Polizisten, S.W.A.T-Kommandos und den The-7-Lakaien lebt. Es bleibt kaum Zeit zum Durchatmen: erst der Ausbruch aus dem Knast, dann wilde Verfolgungsjagden mit den Cops, ein spektakulärer Banküberfall und heftige Schießereien in einer von Stroboskopblitzen getränkten Discothek.
Kane & Lynch ist eine abgefahrene Odyssee, bei der mit Maschinenpistole, Knarre oder Scharfschützengewehr aus allen Rohren gefeuert wird, bis auch der letzte Gegner tödlich getroffen zu Boden sinkt und die beiden Irren ihren persönlichen Rachefeldzug fortsetzen. Ein düsterer Trip, auf dem Sie zwar stets Held Kane steuern, Lynch allerdings auch flugs das Kommando geben können, einen Feind ins Visier zu nehmen oder Ihnen bedingungslos zu folgen. Sitzen Sie zu zweit vor Konsole oder PC, übernimmt im Koop-Splitscreen-Modus ein Spieler Kane, der andere Lynch. Vor expliziter Gewaltdarstellung macht Eidos respektive IO Interactive definitiv nicht Halt und lehnt sich durch die stilisierte Brutalität zumindest inszenatorisch an berühmte Quentin-Tarantino-Streifen an.
Destruktiv: Zwar ist die zerstörbare Umgebung nicht mit der von Stranglehold (dt.) zu vergleichen, sie schafft aber eine authentische Atmosphäre.
Die grandiosen Dialoge zwischen dem durchgeknallten Lynch, der aus purer Langweile gerne mal die gekidnappten Geiseln regelrecht hinrichtet und dem bedächtigen Kane, der verzweifelt seine Familie retten will, strotzen vor bissigem schwarzen Humor. Sie gehören nicht nur aufgrund der grandiosen deutschen Synchronisation zu den Highlights des Titels. Musikalisch wird das Action-Brett von Jesper Kyde ergänzt, der schon die Hitman-Teile zu einem akustischen Genuss machte und auch im Fall von Kane & Lynch maßgeblich zur dichten, cineastischen Atmosphäre beiträgt.
