Just Cause 3: Vorschau: Verrückte Stunts und Sprengungen am Fließband

Special Thorsten Küchler
Just Cause 3 in der Vorschau.
Quelle: PC Games

Eine Stunde Krawall satt: Wir haben die Stuntman-Sandbox angespielt! Wir berichten in unserer Vorschau auf Just Cause 3 von sinnbefreitem Spaß, manigfaltigen Fahrzeugen und gewaltigen Explosionen. Außerdem sprechen wir mit dem Producer über Story, absurde Spielszenen und mehr.

Nervöse Aufpasser mit Adleraugen, gestrenge Vertraulichkeitsvereinbarungen, bis zur Belanglosigkeit durchchoreografierte Präsentationen: Preview-Termine zu PC- und Videospielen sind meist so locker wie ein Felsmassiv. Umso befreiender, wenn dann doch mal ein Hersteller fünf gerade sein lässt: Bei der Anspiel-Session zu Just Cause 3 darf die Journaille fast ein Viertel der gigantischen Spielwelt frei erkunden, ohne Beschränkungen, auf Wunsch sogar mit diversen Entwickler-Cheats.

Irgendwie auch wieder passend: Denn die Open-World-Action (produziert von Avalanches neuem New-York-Ableger) pfeift auf Genre-Konventionen. Wo andere Titel ihre Spieler per Design gängeln, herrscht hier das Chaos. Dementsprechend passt auch die Handlung auf einen Bierdeckel: CIA-Agent Rico Rodriguez reist in sein Heimatland Medici und muss feststellen, dass der fiktive Mittelmeerstaat von einem despotischen Herrscher namens General Di Ravello unterjocht wurde. Der Auftrag ist damit ebenso simpel wie handfest: Weg mit dem Diktator! Weg mit dessen Gefolge! Her mit jeder Menge Action!

Ärger im Paradies

Das Gefolge von Diktator Di Ravello hat überall im Land Militärbasen errichtet - und die sind bis auf die Grundmauern komplett zerstörbar! Quelle: PC Games Das Gefolge von Diktator Di Ravello hat überall im Land Militärbasen errichtet - und die sind bis auf die Grundmauern komplett zerstörbar! Die Bevölkerung von Medici leidet ganz offensichtlich unter der Obrigkeit: Alte Damen schlurfen mit gesenktem Haupt durch die Straßen, der Gemüsehändler steht traurig vor seinen leeren Regalen. Damit die Laune in der Spielwelt wieder steigt, macht sich Rico daran, sogenannte Chaos-Objekte zu zerstören. Gemeint sind die propagandistischen Einrichtungen von Di Ravello – also etwa Plakate, Statuen, Lautsprecher und Polizeistationen. Subtile Sabotageaktionen sind hier jedoch nicht gefragt: Just Cause 3 gibt dem Spieler lieber ein wahrhaft rabiates Waffenarsenal an die Hand – vom Maschinengewehr über Haftminen bis hin zu Raketenwerfern, die gleich mehrere Sprengköpfe im Akkord ausspucken.

Und wenn dann mal was in die Luft geht, dann sieht das auch entsprechend spektakulär aus: Just Cause 3 nutzt die aktuellste Version der Havok-Middleware, um seine Destruktionsorgie physikalisch korrekt darzustellen – gerne auch mal maßlos überzogen! Säulen stürzen zusammen, Benzintanks fliegen brennend durch die Lüfte und Atompilze verkünden das jähe Ende einer militärischen Basis. So bombastisch dieser Futschmacher-Wahnsinn auch sein mag, er hat einen kleinen Haken: Nicht alle Gebäude und Objekte sind zerstörbar. Avalanche erklärt diese Tatsache glaubwürdig mit Spieldesign-Gründen – irritierend ist es aber nichtsdestotrotz, wenn eine Holzhütte scheinbar aus Panzerstahl besteht.

Unbegründete Bindungsängste

Durch derart enge Wälder sollte man mit dem Wingsuit nicht unbedingt gleiten, denn das moderne Fluggerät steuert sich aktuell noch sehr sensibel. Quelle: PC Games Durch derart enge Wälder sollte man mit dem Wingsuit nicht unbedingt gleiten, denn das moderne Fluggerät steuert sich aktuell noch sehr sensibel. Ein anderer Haken gefällt uns deutlich besser: nämlich der, den Rico im Rucksack hat! Wie schon in Teil 2 kann der Held jederzeit auf Knopfdruck ein Seil samt Enterhaken auswerfen und sich so beispielsweise über das Dach eines Hauses in die Luft katapultieren. Wer die Batman-Titel kennt, der weiß, wie viel Bewegung ein solches Feature ins Spiel bringt. Das Tauziehen erfüllt aber nicht nur Navigationszwecke, es ist auch eine der mächtigsten Waffen in Just Cause 3. Denn experimentierfreudige Spieler können die beiden Enden der Schnur frei Schnauze an Objekte kleben und diese so miteinander verbinden.

Lustig wird diese Sache dadurch, dass man die Spannung der Leine per Schultertaste stufenlos erhöhen kann. Eine plakative Beispielrechnung: Gegnerischer Soldat + Sprengfass – Distanz = Herrliche Explosion! In der von uns gespielten Fassung darf man sogar bis zu drei dieser Seilschaften gleichzeitig initiieren – Avalanche arbeitet hier aber noch am finalen Balancing. Generell sind der Vorstellungskraft jedoch fast keine Grenzen gesetzt: Bindet man etwa den meterhohen Schädel einer umgestürzten Diktatoren-Skulptur an die Kufen eines Helikopters, so erhält man eine fliegende Abrissbirne.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Just Cause 3 Vorschau: Seilschaften im Paradies
  2. Seite 2 Just Cause 3 Vorschau: Fahrzeuge, Fähigkeiten Technik
  3. Seite 3 Just Cause 3 Vorschau: Interview, Avalanche
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