I am Jesus Christ Prologue - Dafür kommen wir in die Hölle

Special Stefan Wilhelm
I am Jesus Christ Prologue - Dafür kommen wir in die Hölle
Quelle: SimulaM / PlayWay S.A.

Halleluja: Wir konnten den Prolog des bizarren Jesus-Simulators vorab anspielen und nehmen euch mit auf eine Pilgerreise des Grauens.

Viel Zeit zum Umsehen lässt uns das Spiel aber nicht, denn nachdem er von Johannes in den Fluss getaucht wurde, entschließt sich Jesus spontan zu einem 40-tägigen Fastenprogramm in der Wüste. Da wittert Satan, der hier übrigens aussieht wie etwas, das wir bei Skyrim problemlos mit einem Holzschwert erschlagen könnten, seine große Chance und versucht, uns mit einem prall gefüllten Picknickkorb auf seine Seite zu ziehen. Von solch menschlichen Gelüsten haben wir uns natürlich längst verabschiedet, genauso wie sich das inkonsistente Gameplay von seiner Hungermechanik verabschiedet hat. Papa den Rücken zukehren und als Evil Jesus auf die dunkle Seite wechseln geht übrigens auch nicht, wir dürfen nur den generischen Superhelden spielen. Verpasste Chance!

Brotzeit mit dem Laibhaftigen

Nachdem wir minutenlang von Tutorial zu Tutorial gelatscht sind und uns die Basics des bizarren Kampfsystems draufgeschafft haben, kommt es zum großen Showdown im Lavasee. Seinen modernen Anhängern nicht ganz unähnlich, kann sich Jesus dabei aber nur reaktionär verhalten: Die leuchtende Teufelskugel schießt Schockwellen auf uns, wir schleudern sie zurück.

Wer sich den Sohn Gottes nun als Doom-Slayer in Birkenstocks vorgestellt hat, dürfte davon eher enttäuscht sein. Der Laserstrahl, mit dem wir den Teufel kurz festhalten können, ist schon das höchste der Gefühle.

I am Jesus Christ: Prologue Quelle: PC Games I am Jesus Christ: Prologue

Dann haut Satan auch noch einen dicken Spoiler für alle Spieler raus, die die Buchvorlage nicht kennen: Die Leute, die wir am meisten lieben, werden uns verraten. Außerdem will er ganz Jerusalem mit seiner Dunkelheit heimsuchen. Weil er dabei klingt wie ein zwölfjähriger Edgelord, der Omas am Telefon mit einem Stimmverzerrer veräppelt, können wir ihn nur leider nicht ganz ernstnehmen.

Fishing-Attacke

In den folgenden Kapiteln geht es dann darum, durch das Wirken von Wundern eine treu ergebene Gang um uns zu scharen. Die ersten Kandidaten sind zwei Fischersleute in Kafarnaum, denen wir mit unseren leuchtenden Kugeln endlich mal wieder einen dicken Fang bescheren.

Was dabei genau zu tun ist, macht uns das Spiel nicht unbedingt klar, und dass die Steuerung steif ist wie eine Kirchenbank, macht's auch nicht besser.

Zwischendurch werden wir außerdem immer wieder von schrägen Tutorials unterbrochen, in denen wir dunkle Kristalle aus dem Boden ziehen oder goldene Kisten durch Leuchtkreise werfen sollen. Was das alles soll? Ob wir das jemals wieder brauchen? Tja, Gottes Wege sind unergründlich! Immerhin dürfen wir in diesen Sequenzen auch mal übers Wasser laufen und uns dadurch wirklich wie Jesus fühlen.

Oder wie der Protagonist eines Spiels, bei dem das Budget nicht für eine Schwimmfunktion oder Wassereffekte gereicht hat. Würden wir's nicht besser wissen, wäre Letzteres naheliegend.

Und der Herr sprach: "Okily Dokily"

Die nächste Station unserer heiligen Tournee ist eine Hochzeitsfeier, bei der sich die Gäste dummerweise schon vor der Vermählung den ganzen Wein reingeorgelt haben. Krüge voll Wasser sind aber vorhanden, daher kann Jesus natürlich aushelfen. Wir wechseln in den Holy-Spirit-Mode, halten unsere verkrampften Pranken über die Krüge, und schon steht dem Saufgelage nichts mehr im Weg.

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