I am Jesus Christ: Prologue - für diese Vorschau kommen wir in die Hölle ...

Special Stefan Wilhelm
I am Jesus Christ: Prologue - für diese Vorschau kommen wir in die Hölle ...
Quelle: SimulaM / PlayWay S.A.

Halleluja, Jesus lebt! Zumindest in I Am Jesus Christ, dessen Prolog wir vorab antesten durften. Sonderlich gut geht's dem virtuellen Sohn Gottes aber nicht. In einem Akt der Selbstgeißlung sind wir für euch in die Sandalen geschlüpft und nehmen euch mit auf eine Pilgerreise des Grauens.

Gott sieht bekanntermaßen alles. Er sieht, wie ihr euch bei Elden Ring schwarzer Magie bedient, um eure Feinde zu vernichten. Er sieht, wie ihr bei The Witcher 3 mit Frauen in die Kiste steigt, ohne ihnen vorher zumindest mal einen Antrag gemacht zu haben. Wie ihr euch bei Pokémon mit satanischen Taschenmonstern verbündet. Wie ihr bei Doom Eternal voller Begeisterung durch die Hölle streift und dabei der Musik des Teufels lauscht. Und vor allem wie ihr bei God of War: Ragnarök die heidnische Mythologie viel cooler findet als das Universum, für das er sechs Tage lang geackert hat.

Und der alte Herr hat langsam, aber sicher die Schnauze voll! Knapp 2.000 Jahre nach seinem ursprünglichen Release schickt er deshalb seinen Sohn erneut auf die Erde, um euch gottlose Gamer wieder auf den rechten Pfad zu führen - nur diesmal in digitaler Form. Bei I Am Jesus Christ schlüpft ihr in die heiligsten Sandalen der Welt und erlebt das Neue Testament aus der Sicht seines Hauptcharakters. Völlig schmerz- und ironiefrei von einem kleinen Indie-Studio aus Warschau programmiert, von der Unreal Engine 5 angetrieben, mit über 30 spielbaren Wundern und natürlich abgesegnet von ganz oben. Okay, Gott, wir machen ja schon. Aber nimm uns dafür den Artikel hier bitte nicht allzu übel.

Bin ich Jesus? Pflück' ich Beeren?

Nach einer pixeligen Introsequenz, untermalt von Bibelzitaten und Musik, die klingt, als müsste uns währenddessen eigentlich irgendein BWL-Abbrecher erzählen, wie er sich mit einem ganz einfachen Trick seinen Lamborghini verdient hat, starten wir als 30-jähriger Sohn Gottes in Nazareth.

Wie schon Link von Hyrule wird Jesus von Nazareth durch eine leuchtende Kugel geweckt, die ihm seine erste Mission offenbart: Johannes den Täufer finden, der sich offenbar mit seinen Gefolgsleuten im nahegelegenen Fluss Jordan aufhält. Mutti kurz Tschüss gesagt, durch Nazareth gelaufen, von der grottigen Performance Kopfschmerzen bekommen, und ab geht die Reise.

I am Jesus Christ: Prologue Quelle: PC Games I am Jesus Christ: Prologue

Kleiner Funfact am Rande: Wenn wir das Spiel pausieren und wieder fortsetzen, wird der Bibel-Monolog aus dem Intro samt Musik gleich nochmal abgespielt. Wenn wir dann noch ein Zitat im Level einsammeln, werden uns beide gleichzeitig vorgelesen.

Das könnte nun ein einfacher Bug sein, psychologische Kriegsführung lässt sich bei der Materie aber auch nicht ausschließen. Oder Jesus leidet an fortgeschrittener Schizophrenie. Das würde vieles erklären!

Wie dem auch sei: Spielerisch wird uns hier nicht viel geboten. Der Jesus-Simulator ist hauptsächlich ein Walking-Simulator, der hin und wieder von Dialogen ohne Entscheidungsfreiheit und einem Hauch von Gameplay unterbrochen wird.

In jeder der nun folgenden Missionen bringt uns das Spiel Features bei, die aber im nächsten Kapitel schon keine Rolle mehr spielen. Auf unserer kurzen Reise zum Jordan sollen wir etwa auf unsere Hungerleiste achten und Beeren essen, um nicht zu verhungern.

Dabei fällt auf: Auch, wenn Performance, Charaktermodelle und Animationen teils deutlich zu wünschen übriglassen, zaubern die Entwickler manchmal durchaus ansehnliche Umgebungen mit netter Beleuchtung auf den Bildschirm. I Am Jesus Christ ist immerhin das erste Spiel mit God Rays direkt vom Hersteller.

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