Test zu Hogwarts Legacy: Ein magisches Erlebnis für Potter-Fans
Test 53,99 €
In unserem großen Test zu Hogwarts Legacy verraten wir euch spoilerfrei alle Infos zum kommenden Fantasy-Spektakel - und warum es ein echtes Highlight ist!
Take me to the Moon
Sinnvoll umgesetzt wurde auch das Fliegen mit dem Besen. Den schalten wir nach ein paar Spielstunden frei und benutzen ihn von da an ständig. Die Steuerung funktioniert hervorragend, man ist rasant in der offenen Welt unterwegs und es fühlt sich fantastisch an, durch die Lüfte zu sausen. Der Ausblick über Hogwarts und die angrenzenden Ländereien ist genial, manchmal fliegt man auch weite Strecken, anstatt die Schnellreise zu benutzen, einfach, weil das Gefühl wirklich super ins Spiel übertragen wurde. Zwar wesentlich unpraktischer, aber dafür sogar noch cooler sind die fliegenden Reittiere, die wir später freischalten. Die machen eigentlich genau das gleiche wie der Besen, außer, dass sie sich ein klein wenig langsamer und weniger wendig anfühlen. Was ist aber der große Vorteil davon, etwa einen Hippogreifen zu fliegen? Es ist einfach viel epischer, auf einem fantastischen Wesen durch die Lüfte zu sausen, als auf einem magischen Stock!
Es gibt nur wenige Orte und Momente, die es nicht erlauben, dass geflogen wird. Über Hogsmeade herrscht Flugverbotszone, ebenso innerhalb des Schlosses und während Hauptmissionen. In und über Schlosshöfen oder Brücken zwischen den Hogwarts-Türmen dürfen wir übrigens fliegen, landen und spektakuläre Stunts vollführen. Richtig flott geht es mit der Schnellreise. Dafür wurden in der Welt und im Schloss großzügig Punkte verteilt, zu denen man durch das Flohpulver-Netzwerk reisen kann.
Keine Verteidigung gegen die dunklen Künst
Findet man sich am falschen Ort wieder, steht man natürlich auch mal den falschen Leuten gegenüber und muss kämpfen. Allerdings: Die Gegner-KI ist nicht die hellste und wenn man wegrennt, hat sie einen schnell wieder vergessen. Daher ist leises Vorgehen auch nicht sonderlich schwierig.
Trotzdem machen die Kämpfe sehr viel Laune. Wir verfügen über einen namenlosen Standardzauber, eine Block-Konter-Mechanik und die erwähnten Zauberklassen. Unsere Gegner erzeugen farbige Schutzschilde, die mit der richtigen Art von Zauber gekontert werden können. Das Coole ist, dass jeder Zauber auch eine einzigartige Fähigkeit hat und nicht nur die Farbkodierung ausschlaggebend ist. Dadurch hat man die Möglichkeit, verschiedene Taktiken auszuprobieren und entwickelt so einen eigenen, magischen Kampfstil.
Neben den Grundmechaniken gibt es noch eine andere Art, um Schaden auszuteilen: Alte Magie. Bereits im Vorfeld des Release haben wir davon gehört, nun wissen wir, dass sie eine Mischung aus dem Schleudern von Gegenständen und spektakulären, brutalen Todesstößen ist. Für Letztere müssen wir zunächst eine Leiste aufladen, können also nicht ständig Finisher-Moves raushauen.
Quelle: Warner Bros .Games
Hogwarts Legacy im Test: Ein magisches Erlebnis für Potter-Fans (8)
Das führt die gesamte Diskussion, um die Verwendung der unverzeihlichen Flüche im Spiel leider ad Absurdum. Denn wir töten nicht nur wenige Leute, die uns mal feindlich gesinnt sind, sondern hunderte von Gegner. Neben ein paar Spinnen und wilden Hunden murksen wir vor allem Kobolde und noch viel mehr Menschen in Gestalt von schwarzen Magiern und Wilderern.
Dass es sich dabei um Morde handelt und wir die anderen nicht nur bewusstlos schlagen, wird explizit auch benannt, wenn auch nicht wirklich kommentiert. Eine ähnliche Rolle haben die unverzeihlichen Flüchen.
Diese haben es ins Spiel geschafft und müssen über eine Nebenmission freigespielt werden, die sich uns im entsprechenden Moment richtiggehen aufdrängt, wir müssen sie also nicht suchen gehen.
Wir lernen jeden Fluch einzeln, aber nur, wenn wir das wollen. Wir können die Quest auch machen und uns gegen die Flüche entscheiden oder einfach nicht alle lernen. Die tatsächliche Nutzung der Flüche hat aber keine wirklichen Konsequenzen. Zumindest abseits der Story, in der sie als sehr schlimmes Verbrechen dargestellt werden.
Und genau das ist eine große Schwäche von Hogwarts Legacy: Das Gameplay ist gut, die Story ist gut, aber die beiden Elemente passen irgendwie nicht komplett zusammen. Ein Moralsystem, wie es ursprünglich für das Spiel geplant war, hätte hier wohl Wunder gewirkt. Es funktioniert natürlich auch so, aber ein bisschen inkonsequent ist es trotzdem.
Auf gewisse Weise unterstützt das Spiel es sogar, wenn wir uns der bösen Seite zuwenden. Wir haben die Möglichkeit, Talentpunkte in einer Art Fähigkeitenbaum für die dunklen Künste freizuschalten, wodurch alles, was wir dahingehend tun, sogar noch böser und schlimmer wird.
Aber auch die restlichen Zauber können verbessert werden, ebenso die Tränke, die wir nutzen. Die verteilbaren Talentpunkte, die wir erhalten, reichen nicht, um alle Skills freizuschalten und die Verteilung kann auch nicht zurückgesetzt werden. Hier ist also Vorsicht geboten, will man nicht als verskillter Magier enden.
