Harry Potter in Videospielen: Von Playstation 1 bis Hogwarts Legacy

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Harry Potter in Videospielen: Von Playstation 1 bis Hogwarts Legacy
Quelle: EA

Von Stein der Weisen bis zu Heiligtümer des Todes: Vor Hogwarts Legacy blicken wir zurück auf die Geschichte von Harry Potter in Computer- und Videospielen.

Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Romane sind ein weltweites Phänomen. Die Abenteuer des Zauberschülers und seiner Freunde wurden in 80 Sprachen übersetzt und über 500 Millionen Mal verkauft. Allein in deutscher Sprache wurden über 33 Millionen Bücher abgesetzt. Die später veröffentlichten Filme gehören mit einem Einspielergebnis von fast zehn Milliarden US-Dollar neben Star Wars und dem Marvel Cinematic Universe zu den erfolgreichsten Serien überhaupt. J.K. Rowling selbst wurde dadurch zur Milliardärin. Harry-Potter-Videospiele erlebten im Zuge dieses Erfolgs ebenfalls einen kometenhaften Aufstieg. Und das, obwohl die Qualität hier nicht immer auf allerhöchstem Niveau war. Kurzum: Die Harry-Potter-Lizenz war und ist ein wahrer Publikumsmagnet. Nicht umsonst steht mit Hogwarts Legacy (jetzt kaufen 39,95 € / 53,99 € ) am 10. Februar 2023 die nächste und ambitionierteste Lizenz-Versoftung auf dem Programm. Kommt also mit uns zum Bahnsteig 9 ¾ an der Station King's Cross in London und reist mit uns noch einmal durch die Geschichte der Harry-Potter-Games!

Anständiges Spiel, mehr als anständige Zahlen

Der erste Band namens Harry Potter und der Stein der Weisen erschien bereits im Jahr 1997. Die erste Auflage betrug gerade einmal 500 (!) Exemplare. Entsprechend wertvoll sind heutzutage Bücher aus dieser Zeit. Der ganz große Erfolg stellte sich wenige Jahre später ein: Zwischen 2000 und 2002 führte Harry Potter und der Stein der Weisen auch in Deutschland die Bestseller-Listen an.

Der Grund dafür war die 2001 von Warner Bros. veröffentlichte Filmadaption. Im Zuge dieser erschien die gleichnamige Filmadaption auf unterschiedlichsten Systemen. Interessanterweise betraute Electronic Arts verschiedene Studios mit den Arbeiten: KnowWonder zeichnete für die PC-Version verantwortlich, während deren Konsole- und Handheld-Abteilung Griptonite Games die Umsetzung für den Game Boy Advance übernahm. Die Game-Boy-Color-Version stammt dagegen von Eurocom.

Die Variante für die erste Playstation-Generation entstand bei Argonaut Games (auch bekannt für Croc oder Malice). Die 2003 veröffentlichte Neuauflage für Gamecube, Playstation 2 und Xbox kam hingegen von Warthog Games Limited (Rally Championship, Battlestar Galactica). Wenig verwunderlich, spielten sich die einzelnen Adaptionen sehr unterschiedlich.

War das GBA-Spiel zu Harry Potter und der Stein der Weisen etwa ein Puzzler, entpuppte sich die GBC-Fassung als waschechtes Rollenspiel, das sich stark am Roman orientierte und weniger am Film. Die technisch beste Version war zweifellos jene für den PC, die Hogwarts mit am schönsten einfing.

Die meisten von euch werden aber vermutlich die kommerziell erfolgreiche Playstation-Variante kennen. Das Geschicklichkeitsspiel war zwar keine Gameplay-Offenbarung, besaß aber aufgrund der hübsch umgesetzten Lizenz einen enormen Wiedererkennungswert. Das Spiel beginnt mit Harrys Ankunft im Zauberinternat Hogwarts und endet schließlich mit einem Bosskampf mit Voldemort persönlich. Der Stein der Weisen war ein munterer Genre-Mix, dem es allerdings ein wenig an spielerischer Substanz mangelte.

Harry Potter: Quidditch-Weltmeisterschaft (PC, PS2, Gamecube, Xbox) Quelle: Moby Games Harry Potter: Quidditch-Weltmeisterschaft (PC, PS2, Gamecube, Xbox)

Sprungeinlagen etwa liefen nahezu automatisch ab und auch die Rhythmus-Minispiele waren alles andere als anspruchsvoll. Immerhin war es möglich, auf dem Nimbus 2000 Platz zu nehmen und sogar einige Partien Quidditch zu spielen. So versuchte Entwickler Argonaut Games, die Zauberschule und ihre Bewohner stimmungsvoll einzufangen, auch wenn man dem Titel Hardware-Limitierungen zweifellos ansah.

Harry Potter und der Stein der Weisen erfreute sich damals wie heute großer Beliebtheit, sodass es vielen trotz des eher durchwachsenen Gameplays im Gedächtnis geblieben ist. Haltet übrigens die Augen offen - in absehbarer Zeit werden wir ein Retro-Special zum PS1-Harry-Potter auf unserer Website veröffentlichen!

Ebenfalls 2001 erschien LEGO Creator für den PC. Dabei handelte es sich um ein Kreativspiel, bei dem erstmals Teile und Figuren aus dem Harry-Potter-Universum in Lego-Manier verbaut werden durften.

Die Verbindung aus den dänischen Bausteinen und der populären Film- beziehungsweise Buchlizenz sollte in den kommenden Jahrzehnten noch eine gewaltige Rolle spielen. 2002 jedenfalls folgte bereits der Nachfolger mit LEGO Creator: Harry Potter und die Kammer des Schreckens, mit einem fast identischen Anspruch.

Jedes Jahr ein neuer Potter

Doch das Kreativspiel sollte 2002 nicht die einzige Harry-Potter-Spieleumsetzung bleiben. Im selben Jahr lief Harry Potter und die Kammer des Schreckens in den Kinos an. Und auch hier kamen wieder eine Reihe von Studios zum Einsatz, die die Lizenz interpretierten: Argonaut Games entwickelte einen direkten Nachfolger für den ersten Harry-Potter-Teil und kümmerte sich um die Playstation-1-Version.

Der zweite Teil baute daher spielerisch und technisch stark auf dem Vorgänger auf. Ganz ähnlich sah es bei der PC-Variante aus, bei der der vorherige Entwickler KnowWonder federführend blieb. Griptonite Games kümmerte sich wieder um die Game-Boy-Color-Adaption. Für die Versionen für Playstation 2, Xbox, Gamecube und Game Boy Advance durfte diesmal Eurocom ran, die zuvor noch mit der GBA-Variante betraut wurden.

Bei der Umsetzung für die damals aktuellen Konsolen erledigte Eurocom einen guten Job und setzte die Lizenz spielerisch und technisch ordentlich um. Die Spiele unterschieden sich leicht voneinander, waren aber insgesamt sehr ähnlich. Das Gameplay profitierte von zusätzlichen Freiheiten und Optionen. Dabei lehnte sich Harry Potter und die Kammer des Schreckens lose an die Geschichte der Buch-/Filmvorlage an, erzählte daraus aber nur Schlüsselmomente.

Abseits der klassischen Mischung aus erlernbaren Zaubersprüchen, Plattformer-Elementen und Quidditch-Matches gab es auch Duelle, bei denen ihr euch mit euren Kontrahenten mit drei ausgewählten Sprüchen auseinandersetzt. Das Spiel gestaltete sich etwas umfangreicher und bot Sammelgegenstände wie Bohnen oder Karten, mit denen ihr Zauber und Fähigkeiten aufwertet.

Sonderlich komplex war das Abenteuer aber weiterhin nicht. Die PS2-Variante wurde zudem für die unpräzise Steuerung und gelegentliche Ruckler kritisiert. Trotzdem reichte es hier für solide Wertungen seitens der Fachpresse und ebenso gute Verkaufszahlen.

Ein heimlicher Publikumsliebling folgte schließlich im Herbst 2002. Denn so nett die Ausflüge mit Harry Potter auch waren, so wollten viele doch nur eins: Quidditch spielen! Und wenig überraschend holte Electronic Arts mit Harry Potter: Quidditch-Weltmeisterschaft noch einmal alles aus der Lizenz raus und servierte ein launiges, wenn auch leider allzu kurzes Fantasy-Sportspektakel.

Nach einem Tutorial, das euch über die Grundlagen aufklärte, schickte euch das Spiel auch schon in die titelgebende Weltmeisterschaft. Eine wirkliche Geschichte gab es nicht, auch, wenn die Schnatz-Hatz zeitlich im dritten Buch Der Gefangene von Askaban angesiedelt war und beispielsweise auch Charaktere wie den im vierten Buch, Harry Potter und der Feuerkelch, auftauchenden Viktor Krum enthielt.

Bildergalerie

Auch wenn sich pro Team sieben Spieler auf ihre Besen wagten, so konntet ihr hier lediglich einen der drei Jäger übernehmen. Da das Quidditch-Gameplay mit all seinen Finten, gleich vier Bällen und mehreren Toren beziehungsweise Ringen sehr unübersichtlich sein konnte, gab es hier die Option, das Tempo an die eigenen Fähigkeiten anzupassen. Harry Potter: Quidditch-Weltmeisterschaft war unterhaltsam, aber bot zu wenig Abwechslung und einen zu geringen Umfang. Trotzdem besitzt es bei vielen Spielern einen besonderen Platz im Herzen, weil es diese ungewöhnliche Sportart derart in den Mittelpunkt rückte.

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