Wird die Technik rechtzeitig fertig?
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Hogwarts Legacy ist eines der meist erwarteten Spiele 2023. Doch kann das Spiel die Erwartungen einhalten? Für Carlo Siebenhüner wird das immer schwieriger.
Ich kann zwar nur für mich sprechen, doch wenn ich mir ein Harry-Potter-Spiel vorstelle, in dem ich Schüler von Hogwarts bin, dann gehört für mich der Unterricht natürlich mit dazu! Das ist sogar ein elementarer Bestandteil des Spiels und es ist meiner Meinung nach nichts, was man einfach in ein paar Missionen mal schnell abfrühstücken kann nach dem Motto: "Eine Unterrichtsstunde durch? Alles klar, ich bin ein Meisterzauber! Her mit den bösen Monstern und dunklen Magiern, die fresse ich zum Frühstück!".
Das bringt gleichzeitig wieder so einen ungesunden Fokus auf die Hauptfigur. Der kommt zwar als Frischling gleich in die fünfte Klasse, aber er ist so krass drauf, dass er das alles in gefühlt drei Unterrichtsstunden lernt und ein bestens ausgebildeter Auror ist. Zu den Unterrichtstunden kann er offenbar auch noch gehen, wann er will, denn es gibt ja keinen richtigen Stundenplan. Da dreht sich wieder die ganze Welt um die eigene Spielfigur und wartet nur darauf, dass sie ihre Quests und Dialoge abspulen darf, anstatt dass man als Spielfigur Teil der Welt und ihrer Regeln ist.
Das ist einfach furchtbar schade und es ärgert mich, dass man hier zwar den Traum für Potterheads wahr machen
Quelle: Warner Bros.
Hogwarts Legacy: Wird es wirklich der Traum für alle Potterheads? (3)
will, aber dann so essenzielle Bestandteile des Schullebens glattbügelt und den "einfachen Weg" geht. Ich will den Entwicklern nichts unterstellen, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein paar Missionen schneller zu integrieren sind, als ein komplexes Schulstunden-System.
Von der dafür nötigen Entwicklungszeit ganz zu schweigen. An dieser Front hat Hogwarts Legacy ja eh ein mittelschweres Problem mit einigen Verschiebungen. Als es 2020 angekündigt wurde, stand noch 2021 als Release im Raum. Dann wurde es auf 2022 verschoben, dann noch mal auf Februar 2023 und zuletzt wurden die Versionen für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erneut separat verschoben. Die PS4 und die Xbox One bekommen es jetzt im April. Die Switch muss sogar noch bis Ende Juli warten. Das sind alles keine guten Nachrichten für den technischen Zustand des Spiels.
Offiziell wird natürlich immer gesagt, dass man sich die Zeit nehmen will, um das Spiel wirklich fertig zu entwickeln. Dieser Wunsch in allen Ehren, ist der wahre Grund aber wohl ein anderer. Solch große Triple-A-Produktionen werden nicht aus freien Stücken und Großherzigkeit verschoben. So etwas verzögert man, wenn noch nichts richtig läuft und es beim besten Willen auch bis zum angedachten Release nichts werden wird.
Ich denke mal, dass PC, PS5 und Xbox Series technisch noch am besten wegkommen werden. Die Versionen für PS4 und Xbox One werden vermutlich auch noch halbwegs gut laufen, da die Entwicklung noch auf der alten Generation gestartet wurde. Bei der Switch-Version bin ich aber noch skeptisch. Das Spiel sieht wirklich schick aus, da braucht man nicht diskutieren, aber wie soll das auf dem Handheld laufen? Ich drücke ihnen da definitiv die Daumen, doch so ein Kunststück haben bisher eigentlich nur The Witcher 3 und Doom Eternal hingelegt.
Quelle: PC Games
Hogwarts Legacy: Wird es wirklich der Traum für alle Potterheads? (8)
Doch will ich jetzt hier auch nicht auf der negativen Note enden. Im Gegenteil freue ich mich ja durchaus noch auf Hogwarts Legacy, denn am Ende hakt es auch weiterhin viele Kästchen für mein kleines Harry-Potter-Herz an. Vielleicht lösen sich auch all meine Befürchtungen aus den letzten paar Absätzen in Luft auf, wenn ich das Spiel starte und es ist alles gar nicht so schlimm, wie befürchtet. Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass ich mit einem großen Grinsen in der großen Halle sitze und mich der sprechende Hut dann in das natürlich beste Haus von ganz Hogwarts wählt.
Ich sage nur: Scharfsinn im Übermaß, ist des Menschen größter Schatz.
