Harry Potter im Kino: Ein Reboot mit neuen Schauspielern ist nicht zwingend nötig

Kolumne Tobias Tengler-Boehm
Harry Potter im Kino: Ein Reboot mit neuen Schauspielern ist nicht zwingend nötig
Quelle: Warner Bros

Gerüchte über einen geplanten Reboot der Harry Potter-Filme sorgen für Aufregung. Unser Autor Sebastian erklärt, wieso er einen Neustart für dringend notwendig hält und wie er gelingen könnte.

Offenbar sieht sich Warner gezwungen, ernsthaft über einen Neustart bei den Harry Potter-Filmen nachzudenken. Zumindest besagen dies entsprechende Gerüchte, die seit einigen Tagen in Hollywood kursieren. Nachdem die Phantastischen Tierwesen offenbar zukünftig nicht mehr im Kino zu finden sind, stehen die Macher der Wizarding World vor einem riesigen Problem. Die Zeit läuft und es müssen dringend richtungsweisende Entscheidungen her. Wie könnte ein Neustart der Kinofilme über Harry Potter und seinen Kampf gegen Voldemort gelingen, ohne die Fans zu vergrätzen?

Harry Potter-Rollenspiel Hogwarts Legacy entfacht Hype

Wie gelingt es, eine bekannte Marke über Generationen hinweg populär, beliebt und rentabel zu halten? Star Wars, Lego, Marvel und Pokémon machen es vor: Es muss immer wieder Nachschub in Form von Serien, Videospielen und Kinofilmen geben. Dabei braucht es stets frischen Wind und der Spagat zwischen einer jungen Zielgruppe und alten Fans muss gelingen.

Was Harry Potter betrifft, stottert derzeit der Motor. Die Hauptreihe wurde im Kino zu Ende erzählt und die Spin-offs über mehr oder weniger fantastische Tierwesen überzeugen weder künstlerisch noch an den Kinokassen. Einziger Lichtblick in naher Zukunft scheint das Videospiel Hogwarts Legacy zu sein. Im Rollenspiel, das bald für PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series S/X und Nintendo Switch erscheint, handelt es sich um ein ambitioniertes Rollenspiel, welches der erste große plattformübergreifende Hit der Videospiele-Branche 2023 werden könnte. Diesen Hype gilt es mitzunehmen

Harry Potter-Kinofilme: So könnte ein Neustart gelingen

Das Harry Potter-Rollenspiel Hogwarts Legacy wird sehr wahrscheinlich dafür sorgen, dass auch das Geschäft mit den Büchern und den Filmen über den bebrillten Zauberlehrling mit der markanten Narbe auf der Stirn wieder angekurbelt wird. Denn so ehrlich muss man sein: Es geht einzig und allein ums Geld.

Rechteinhaber Warner braucht dringend neuen, schlagkräftigen Content fürs Kino. Im Zuge der riskanten Neuausrichtung der Superheldensparte um Superman, Batman, Wonder Woman & Co blickt das börsennotierte Medienunternehmen einer ungewissen Zukunft entgegen. Eine Weltmarke wie Harry Potter nicht für riesige Blockbuster-Kinofilme zu nutzen, wäre nicht nur völlig absurd, sondern extrem fahrlässig. Und da "Tierwesen" die Lücke nie wirklich füllen konnte, die der Zauberlehrling hinterließ, muss wohl wieder die Hauptreihe ran.

Obwohl der letzte Kinofilm Harry Potter und die Heiligtümer der Todes - Teil 2 bereits über 11 Jahre zurückliegt, scheint es für einen Neubeginn mit neuen Darstellerinnen und Darstellern noch zu früh. Zu präsent sind Daniel Radcliffe und Emma Watson in den Köpfen der Fans.

Daher hier mein Vorschlag: Wie wäre es, die Geschichte Harry Potters in Form von künstlerisch hochwertigen Animations-Filmen wie die Netflix-Serie Arcane oder die Spider-Verse-Filme von Marvel noch einmal, vielleicht ja mithilfe einer fulminanten 3D-Erfahrung wie bei Avatar 2, zu erzählen? So wäre es möglich, die alte Darsteller-Riege als Sprecher zu engagieren und der Bruch würde nicht ganz so hart ausfallen. Denn früher oder später wird es definitiv zu neuen Kinofilmen mit neuen Schauspielerinnen und Schauspielern kommen. Harry Potter muss im Kino weiterleben. Für eine neue Generation von Fans und für ordentlich Umsatz an den Kinokassen.

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