Verdammt noch mal, ist Helldivers 2 gut - wenn es mal funktioniert. Test!
Test
Wir haben uns den Third-Person-Shooter Helldivers 2 genau angeschaut und verraten euch in unserer Review, wieso das Sony-Spiel derzeit in aller Munde ist.
Neue Waffen und andere Dinge schaltet man übrigens nicht über ein stufenbasiertes Progressions-System frei, sondern über einen Battle Pass. Im Austausch gegen Medaillen gibt es kosmetische Sachen wie Emotes und Helme, aber auch Waffen, Rüstungen und Granaten. Die Medaillen gibt es fürs Abschließen von Missionen, besondere Bonus-Aufgaben oder wenn eben welche in den Karten herumliegen.
Insgesamt geht die Progression recht zügig voran und man schaltet schnell ein paar coole Waffen frei, die sich perfekt zum Verbreiten von Demokratie eignen. Neben dem normalen Battle Pass gibt es auch noch eine Premiumvariante, die mit besonders schicken kosmetischen Gegenständen und alternativen Waffen daherkommt.
"Faire" Monetarisierung?
Durch den Battle Pass erhält man bereits etwa die Hälfte der benötigten Über-Credits, um sich den nächsten Premium Battle Pass zuzulegen. Der Rest lässt sich recht einfach in den Missionen selbst finden, wodurch man sich den Battle Pass meist durch bloßes Spielen erarbeiten können sollte.
Die Entwickler erklärten selbst, dass sie besonders darauf geachtet haben, das Spiel nicht als Pay 2 Win zu gestalten und nach unserer Einschätzung haben sie das größtenteils auch gut hinbekommen.
Quelle: Sony Interactive Entertainment
In der Premiumvariante befinden sich zwar Rüstungen, Waffen, Granaten und andere Dinge, die sind aber eher Sidegrades. Etwa eine andere Version einer Schrotflinte, die einen Brandeffekt hat. Will man die unbedingt haben, muss man sich jedoch den Premium Pass anschaffen, anderswo gibt es die nämlich nicht im Spiel.
Dann gibt es auch noch einen In-Game-Store mit einem täglich wechselnden Angebot an Rüstungen und Helmen. Die Gegenstände wurden sogar mit Nutzerbewertungen versehen, von denen fast alle fünf Sterne vergaben. Die einzige Review mit einem Stern wird derzeit vom Ministerium der Wahrheit wegen Hochverrat überprüft, also scheinen die Produkte alle von hervorragender Qualität zu sein.
Leider kosten die Rüstungen genau so viel, dass man sie sich mit dem kleinsten Paket an In-Game-Währung nicht leisten kann, beim nächsthöheren bleiben hingegen ein paar Credits übrig. Das gehört mittlerweile zwar quasi zum Standard, hinterlässt aber doch immer wieder einen sauren Beigeschmack.
Hat man sich die Deluxe-Edition zugelegt, gibt es im Schiff auch noch den Ausrüstungshelden, ein Minispiel, bei dem man auf Zeit die Codes der verschiedenen Taktikausrüstungen eingeben muss. Je besser man sich hier anstellt, desto höher die Punktzahl.
Das macht überraschend viel Spaß und eignet sich perfekt als kleinen Zeitvertreib zwischen den Missionen. Spielt man zusammen mit Freunden, kann man sich sogar so positionieren, dass man die Kamera seines Mitsoldaten blockiert. Viel besser geht Gamedesign fast nicht mehr.
Da der Ausrüstungsheld auch hervorragend als Übungs-Tool fungiert, ist es ein wenig schade, dass er hinter der Deluxe-Edition des Spiels versteckt ist. Wir hätten uns definitiv eine rein kosmetische Monetarisierung gewünscht, Helldivers 2 ist hier im Vergleich zu anderen Spielen aber zum Glück noch recht harmlos.
Technische Probleme, so weit das Auge reicht
Was im Vergleich zur Monetarisierung aber so richtig am Spielspaß zerrte, waren die Serverprobleme zum Launch. Mit anderen Spielern zusammenzuspielen war lange Zeit fast unmöglich, da die Server einfach überlastet waren. Mittlerweile erhöhten die Entwickler das Server-Cap zwar auf 360.000 Spieler, aber bei alleine auf Steam 200.000 aktiven Spielern muss man sich fragen, wie lange das Cap noch ausreichen wird.
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Für die PC-Version setzt Arrowhead auch noch auf den kontroversen Anti-Cheat nProtect GameGuard, der auf Kernel-Basis agiert und bei der Installation des Spiels in Rootkit-Manier mit auf dem Rechner landet.
Auf die Performance oder das Spielgeschehen wirkt sich der zwar nicht aus, aber GameGuard hat Zugriff auf die sensibelsten Daten auf dem PC, was für einige Spieler sicherlich abschreckend wirken kann und stellt auch ein recht großes Sicherheitsproblem dar.
In der Vergangenheit wurde etwa der Anti-Cheat von Genshin Impact dafür verwendet, das Antiviren-Programm zu umgehen und Ransomware auf das Gerät zu spielen.
Es ist auch noch bekanntermaßen schwer, GameGuard wieder vom System zu werfen, selbst wenn man das ursprüngliche Spiel deinstalliert hat. Der Technical Director von Helldivers versicherte aber zumindest, dass GameGuard zusammen mit dem Spiel ohne Probleme deinstalliert werden sollte.
Auch ziemlich schlimm sind die Crashes, die auch Tage nach Veröffentlichung noch haufenweise auftreten. Vor allem auf AMD-Karten der 7000er-Reihe ist Helldivers immer noch fast unspielbar.
Ein paar Nutzer hatten Glück, es mit den niedrigsten Grafikeinstellungen zum Laufen zu bekommen, doch die meisten sehen sich immer noch mit zahlreichen Crashes konfrontiert - und das gelegentlich sogar im Minutentakt. Das Spiel stürzt ebenfalls in vielen Fällen ab, wenn man über das Quickplay-Feature eine Lobby gefunden hat oder wenn man es einfach böse ansieht.
Uns ist das Spiel so oft abgestürzt, dass wir aufgehört haben, mitzuzählen. In der Zukunft sollte sich das Problem zwar lösen lassen, aber wer sich das Spiel jetzt zulegt, läuft Gefahr, es erst einmal einfach nicht richtig spielen zu können.
Dass wir trotzdem immer weiterspielen wollten und das Spiel nach jedem Absturz neu starteten, sagt vermutlich bereits genug über die Qualität von Helldivers 2 aus. Es macht einfach Mordsspaß, gelenkte Demokratie in der ganzen Galaxie zu verteilen.
Wer auch nur ein wenig Interesse an Koop-Spielen, Shootern oder dem Aufrechterhalten der Freiheit hat, sollte Helldivers 2 definitiv nicht verpassen. Auch, wenn man vielleicht ein wenig warten sollte, bis die gröbsten Probleme beseitigt wurden. Danach steht Helldivers nämlich nichts mehr im Weg, als eines der besten Spiele 2024 in die Geschichte einzugehen. Transparenzhinweis: Der Review-Code wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.
