In Hell is Us verschmelzen Krieg und Horror zu einer gnadenlosen Reise in die Abgründe der Menschheit. Dabei geht das Spiel mutige Wege und hält uns einen unbarmherzigen Spiegel vor - ist jedoch bei Weitem nicht perfekt.
Und genau hier ist den Entwicklern ein außergewöhnlicher Schachzug gelungen. Denn auch wenn in den Tiefen Hadeas schon immer eine dunkle, übernatürliche Macht geschlummert hat, sind die Anomalien und die damit erschienenen Hollow Walker eine Folge der Grausamkeiten, die die Einwohner Hadeas einander angetan haben.
Die schrecklichsten Taten haben die sogenannten Zeitanomalien hervorgerufen, die den Ursprung der Hollow Walker darstellen. Diese Anomalie sorgt dafür, dass das Verbrechen, das sie heraufbeschworen hat, immer und immer wieder in einer Zeitschleife stattfindet und die Walker der Umgebung mit diesem Schmerz nährt.
Wenn es heißt, Krieg ist die Hölle auf Erden, dann nur, weil der Mensch selbst das schlimmste aller Monster ist, dessen Grausamkeit von keinem Wesen im Diesseits oder Jenseits übertroffen werden könnte.
Eine wunderschöne Welt, doch an der Optimierung hapert's
Auch technisch macht Hell is Us grundlegend erstmal eine gute Figur. Die Kämpfe und das Erkunden laufen flüssig und die Welt sieht atemberaubend schön aus. Zwar hatten wir beim Spielen auf der PS5 auch im Leistungsmodus hin und wieder ein paar Texturen, die im Hintergrund nachladen mussten oder spontan aufgeploppt sind, das hatte aber keine großen Auswirkungen auf den Spielfluss.
Bildergalerie
Etwas störend empfanden wir allerdings die in belebten Gebieten auftretenden Ruckler und Bildfehler in engen Räumen. So wurden beispielsweise beim Erkunden einer Mine die Holzträger zum Sichern des Ganges immer wieder ein- und ausgeblendet. Das daraus entstehende "Gewackel" des Bildes hat die Spielerfahrung in diesem Bereich massiv gestört. Für alle, die anfällig für Motion-Sickness sind, ist dieses Phänomen übrigens besonders lästig.
Abgesehen davon konnten wir aber keine groben Schnitzer feststellen. Auch die englische Synchronisation ist gut gelungen. Alle Sprecher machen einen hervorragenden Job und bringen die Emotionen und die Verzweiflung der Charaktere sehr gut und vor allem glaubhaft zum Ausdruck.
Der Soundtrack ist ebenfalls sehr passend gewählt. Auch wenn keine Meisterstücke dabei sind, so wird die beklemmende Atmosphäre durch die verschiedenen Musikstücke noch einmal extra unterstrichen.
Meinung
Mutig, aber nicht perfekt
Hell is Us gehört ohne Zweifel zu den mutigsten Projekten in diesem Jahr. Nicht nur, dass sich die Entwickler bewusst von einer geführten Erkundung entfernen, die für die meisten inzwischen zum Standard gehört, sie thematisieren zudem ein sehr ernstes, schwieriges Thema, welches leider derzeit aktueller ist, als es uns lieb wäre, und kennen dabei kein Tabu.
Auch wenn sich nicht alles ganz stimmig anfühlt und das Spiel noch ein wenig mehr Optimierung bedarf, so sind es doch die Message und die Symbolik, die uns besonders begeistert haben. Selten sind Spiele so mutig und halten der Menschheit einen so unverzerrten Spiegel vor.
Thematisch hat das düstere Action-Adventure also voll ins Schwarze getroffen. Nur die Umsetzung weist einige Lücken auf. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Abstecher nach Hadea allemal.
Hell is Us wird am 04. September 2025 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen. Wer sich bis dahin selbst ein Bild des Action-Adventures machen will, kann eine kostenlose Demo auf allen Plattformen ausprobieren. Transparenzhinweis: Die Vorabversion des Spiels wurde vom Publisher Nacon zur Verfügung gestellt.
- Seite 1 Hell is Us im Test: Das düstere Action-Adventure überzeugt mit Tiefgang und Symbolik, schwächelt aber in der Ausführung
- Seite 2 Hell is Us im Test: Fraktionen des Krieges und Gegnerdesign
- Seite 3 Hell is Us im Test: Einsatz der Drohne, Kampfsystem und Symbolik
- Seite 4 Hell is Us im Test: Technik und Performance, Fazit und Wertung
