Hell is Us im Test: Einsatz der Drohne, Kampfsystem und Symbolik

Test Vivien Ziermann
Hell is Us im Test: Einsatz der Drohne, Kampfsystem und Symbolik
Quelle: PC Games

In Hell is Us verschmelzen Krieg und Horror zu einer gnadenlosen Reise in die Abgründe der Menschheit. Dabei geht das Spiel mutige Wege und hält uns einen unbarmherzigen Spiegel vor - ist jedoch bei Weitem nicht perfekt.

Die Drohne - unser bester Freund

Die Kämpfe gegen die Hollow Walker, egal ob mit oder ohne Haze, laufen im Kern immer gleich ab. Mit normalen oder aufgeladenen Angriffen schlagen wir, so oft es die Ausdaueranzeige erlaubt, auf den jeweiligen Walker ein, wobei aufgeladene Angriffe uns lymbische Energie kosten, die ebenfalls über eine Leiste im HUD angezeigt wird.

Um eigenen Schaden zu vermeiden, ist entweder geschicktes Ausweichen oder präzises Blocken angesagt, wobei sich, anders als in anderen Spielen, aufgeladene Angriffe der Walker besser blocken lassen als normale. Ein präziser Block kann unseren Gegner betäuben, sodass wir ihn mit einem starken Konterangriff erledigen können.

Unsere Drohne, die uns auf unserer Reise durch Hadea als Multiwerkzeug (Taschenlampe, Scanner, etc.) und treuer Begleiter dient, bietet auch im Kampf nützliche Hilfestellungen. Kommen mehrere Gegner auf uns zu, kann sie einen von ihnen eine gewisse Zeit lang ablenken, sodass wir uns nicht allen auf einmal stellen müssen.

Im Laufe des Spiels finden wir außerdem weitere Drohnen-Module, wodurch wir neue Funktionen freischalten. So kann uns die Drohne beispielsweise in hoher Geschwindigkeit auf einen Gegner zufliegen lassen, wodurch dieser hohen Schaden erleidet.

Ein Altar in einem Dungeon zwischen zwei Statuen von Hollow Walkern. Quelle: PC Games Um die Geheimnisse der Dungeons zu erforschen, können wir die Drohne als Lichtquelle nutzen. Generell bietet das Kampfsystem aber keine große Abwechslung. Mit verschiedenen Waffen können wir zwar unseren Spielstil etwas variieren, am Ende läuft es aber immer auf den standardisierten Nahkampf mit aufgeladenen und normalen Angriffen hinaus.

Zwar können wir unsere Waffen auch mit verschiedenen Runen ausrüsten, die durch Spezialangriffe ein wenig Farbe in die ansonsten stumpfe Abfolge von Schlägen bringen. Doch reißen diese es am Ende nicht raus. Bedenkt man, dass ein großer Fokus des Spiels auf den Kämpfen liegt, so hätte das Kampfsystem durchaus mehr Liebe und Kreativität vertragen können.

Wer ist das eigentliche Monster?

Besonders viel Mühe und vor allem Gedanken wurden hingegen in die Welt, ihre Charaktere und in die Symbolik gesteckt. Und das ist beim Spielen deutlich spürbar. Die verschiedenen Orte der semi-offenen Welt sind beeindruckend designt und laden zum Erkunden ein.

Von düsteren Wäldern über neblige Sümpfe und mysteriöse Ruinen bis hin zu wunderschönen Seelandschaften, die vom tobenden Krieg unberührt zu sein scheinen. Immer wieder entdecken wir beeindruckende Szenerien, die es wert waren, einen Moment lang innezuhalten und den Anblick voll auszukosten.

Eine schöne Seelandschaft mit einem Schloss in der Mitte. Quelle: PC Games Beim Anblick dieser wunderschönen Seelandschaft könnte man fast vergessen, dass das ganze Land vom Krieg zerrüttet ist. Viel zu oft allerdings bekommen wir die verheerenden Auswirkungen des Bürgerkriegs zu sehen und dabei kennen die Entwickler kein Tabu. Gleich im ersten Dorf, das wir besuchen, sehen wir an jeder Ecke ein Kriegsverbrechen nach dem anderen.

Von ganzen Familien, die an einer Wand aufgestellt und hingerichtet wurden, über einen Geistlichen, der zusammengeschlagen und an den Pranger gehängt wurde, bis hin zu einer ehemaligen Lehrerin, die dafür, dass sie ihren Schülern bei der Flucht half, nun jede Nacht von den Soldaten bestraft wird.

Je näher wir hinsehen und je genauer wir erkunden, desto unangenehmer wird die Situation vor Ort. Zu oft hatten wir als Spieler das Bedürfnis, zu helfen, die belagerten Soldaten aus dem Weg zu räumen oder eine Flucht zu ermöglichen. Doch das ist nicht unsere Mission. Wir können uns lediglich den Dämonen im Kampf gegenüberstellen.

  1. Seite 1 Hell is Us im Test: Das düstere Action-Adventure überzeugt mit Tiefgang und Symbolik, schwächelt aber in der Ausführung
  2. Seite 2 Hell is Us im Test: Fraktionen des Krieges und Gegnerdesign
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  4. Seite 4 Hell is Us im Test: Technik und Performance, Fazit und Wertung
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