Harry Potter und der Stein der Weisen im Retro-Special
Special
Kurz vor dem Release von Hogwarts Legacy blicken wir im Retro-Special auf das allererste Zauberer-Abenteuer zurück: Harry Potter und der Stein der Weisen.
Das Ergebnis kam bei Fans dann aber gut an. Stein der Weisen ist wahrscheinlich das Harry Potter Spiel, das die junge Gaming-Generation um die Jahrtausendwende am meisten prägte. Was höchstwahrscheinlich auch daran liegen dürfte, dass es das erste Spiel seiner Art war. Und die Leute begeistert davon waren, selbst in die Haut von Harry schlüpfen und Hogwarts auf eigene Faust erkunden zu dürfen.
Bei der Geschichte orientiert sich das Spiel natürlich am Film: Ihr kommt an die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei, freundet euch mit Ron und Hermine an, lernt im Unterricht erste Zaubersprüche und bietet schließlich Lord Voldemort die Stirn. Allerdings hält sich die Erzählstruktur nur lose an den Ablauf der Kino-Vorlage. Ihr spielt quasi nur die Highlights, die Stellen dazwischen füllen die Macher mit neuen Inhalten - einem Kampf zwischen Harry und Draco Malfoy zum Beispiel. Drache Norbert taucht zudem deutlich früher auf und wird später sogar krank, sodass Harry und Hagrid zusammen Medizin besorgen müssen.
Quelle: PC Games
Harry Potter und der Stein der Weisen: Ein Nostalgie-Trip nach Hogwarts (2)
Stein der Weisen umgeht so das Problem, das viele andere Lizenzspiele haben: Es macht nicht bloß das absolute Minimum, indem es eine bekannte Story neu aufkocht. Argonauts geht den Extraschritt, abseits der ausgetretenen Pfade was Neues zu versuchen und den Harry-Potter-Kosmos sinnvoll mit eigenen Ideen zu erweitern!
Geburtsstunde des Flipendo
Auch beim Gameplay galt es kreativ zu werden. Stein der Weisen war nämlich eine ziemliche Herausforderung: Auf der einen Seite sollte das Spiel kein langweiliger Walking Simulator werden. Auf der anderen Seite seid ihr aber immer noch in den Schuhen eines elfjährigen Erstklässlers unterwegs, der so gut wie gar nichts kann. Phantastische Tierwesen zähmen oder spektakuläre Kämpfe ausfechten - das war einfach nicht drin. Also mussten sich die Macher etwas Anderes ausdenken.
Und so wurde der Flipendo geboren - ein magischer Trick, der so in den Büchern nie auftaucht, sondern von J.K. Rowling extra fürs Spiel erfunden wurde. Obendrauf gab es eine Liste mit knapp fünf weiteren Zaubersprüchen wie Avifors oder Verdimillious und deren grobe Effekte. So sollte Flipendo "Dinge durch die Gegend schubsen", so die Aussagen eines ehemaligen Entwicklers. Argonauts interpretierte das einfach so, dass es ins Spielkonzept passte. Ihr hievt mit einer Bewegung eures Zauberstabs auch mal riesige Steinsäulen durch die Gegend.
Zum Einsatz kommen eure Fähigkeiten in diversen Puzzles und Geschicklichkeits-Übungen, die den Großteil des Spiels ausmachen. Klar, ihr seid auch mal anderweitig beschäftigt: Ihr braut im Zaubertrank-Unterricht von Professor Snape Tinkturen zusammen. Oder ihr lasst euch von einem wild gewordenen Troll einen Flur hinunter scheuchen. Die meiste Zeit verbringt ihr aber damit, Gestrüpp anzuzünden, Sanduhren durch die Gegend fliegen zu lassen oder Blöcke zu verschieben, um dann mit der automatischen Kletterfunktion die neu freigelegten Wege zu erkunden.
So viel Fan-Service
Quelle: PC Games
Harry Potter und der Stein der Weisen: Ein Nostalgie-Trip nach Hogwarts (9)
Apropos erkunden: Das geht auch abseits der Story-Pfade. Von den Kerkern bis hin zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor steht euch jede Tür in Hogwarts offen. Und hinter jeder versteckt sich irgendeine Art von Fan-Service. Für Fred und George sammelt ihr Berti Botts Bohnen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, mit denen ihr Geheimräume hinter sprechenden Gemälden öffnet und so Belohnungen wie einen Nimbus 2000 ergattert. Ihr schnackt mit Hausgeistern, verdrückt Schokofrösche und pappt Sammelbildchen bekannter Zauberer und Hexen in euer Sammelalbum.
Sogar abseits der Schlossmauern gibt es was zu tun: Auf dem Quidditch-Feld weicht ihr Klatschern aus und kloppt euch mit anderen Suchern um den Schnatz. Das erinnert vom Spielgefühl her zwar so ein wenig an Super-Man auf dem Nintendo 64, ist aber trotzdem eine nette Abwechslung. In der PS1-Version sind, anders als die PC-Fassung, auch Abstecher in den Verbotenen Wald und die Winkelgasse enthalten.
Ihr schlendert durch die Läden, macht ein paar Besorgungen und geht in Gringotts Geld abheben. Die Bank der Goblins entpuppt sich dabei nicht nur als eine echte Rutschpartie. Im Keller braust ihr dann auch noch in einem Karren durch finstere Tunnels und versucht, ein paar Gulden einzusammeln, ohne dabei in irgendwelche Hindernisse zu krachen. Donkey Kongs Mine Cart Carnage lässt grüßen!
