Harry Potter und der Stein der Weisen: Nostalgische Rückkehr nach Hogwarts
Special
Am 10. Februar 2023 steht der Release von Hogwarts Legacy an. Das nehmen wir zum Anlass, auf den allerersten Videospiel-Ausflug in die Wizarding World zurückzublicken. Warum ist Harry Potter und der Stein der Weisen auch heute noch so beliebt bei Fans? Und wie hält sich das Abenteuer 20 Jahre später? Das klären wir im Retro-Special!
Die Welt von Harry Potter in einem Videospiel festhalten: Daran haben sich viele Entwickler vor Hogwarts Legacy versucht - nur selten mit Erfolg. Das Schicksal des Zauberschülers ist beinahe tragisch: In den letzten knapp 20 Jahren wurden 28 Titel rund um seine Lebensgeschichte veröffentlicht. Echte Highlights waren aber nicht dabei.
Klar, es gibt die LEGO-Umsetzungen, aber nichts in der Größenordnung eines Jedi Knight oder Schlacht um Mittelerde, die Star Wars und Herr der Ringe auf dem Computerbildschirm relevant gemacht haben. In jüngerer Vergangenheit sorgte die Wizarding World eher für negative Schlagzeilen. Das Mobile-Game Hogwarts Mystery stand wegen eines raffgierigen Monetarisierungsmodells in der Kritik. Zwischen 34 und 51 Euro zahlt man, um eine Stunde am Stück spielen zu können! Davor gerieten Harry Potter for Kinect oder Quidditch World Cup unter die Räder. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Tie-In-Games, also Spielen zum Film. Heiligtümer des Todes sticht als schlechtester Teil des gesamten Franchise heraus, mit einer sagenhaften Durchschnittswertung von 38 Punkten.
Wirklich positiv in Erinnerung geblieben ist eigentlich nur ein Spiel: Harry Potter und der Stein der Weisen (jetzt kaufen 57,95 € ), das in den Herzen vieler Fans auch heute noch einen besonderen Platz einnimmt. Aber warum eigentlich? Und wie schlägt sich das Spiel mit 20 Jahren Abstand? Das wollen wir uns im Retro-Special mal ein wenig näher anschauen.
Versionen Wirrwarr
Dabei müssen zu Beginn aber erst mal ein paar Begrifflichkeiten geklärt werden: Von welchem Stein-der-Weisen-Spiel reden wir eigentlich? Tatsächlich gibt es nämlich ganze vier Stück davon, entwickelt für jeweils vier verschiedene Plattformen und von vier komplett unterschiedlichen Studios. Portierungen waren damals einfach noch nicht so populär wie heutzutage. Entsprechend spielen sich die Dinger auch alle vollkommen anders: Auf dem Game Boy Color erschien Stein der Weisen als klassisches rundenbasiertes Rollenspiel im Stil von Final Fantasy, auf dem Game Boy Advance als Top-Down-Puzzler. Auf dem PC setzte man euch ein Third-Person-Action-Adventure auf Basis der Unreal Engine 1 vor.
Quelle: PC Games
Harry Potter und der Stein der Weisen: Ein Nostalgie-Trip nach Hogwarts (3)
Wir schauen uns allerdings die Playstation-1-Fassung an. Das war die mit Abstand am weitesten verbreitete und damit wohl auch bekannteste von allen. Sie basiert zwar auf den gleichen frühen Concept Arts wie ihre Schwester auf dem PC, driftete im weiteren Verlauf aber immer weiter ab, was Grafik, Gameplay und Umfang anging. So setzte das verantwortliche Studio von Argonauts auf eine hauseigene Game Engine, mit der man zuvor auch schon das 3D-Jump'n'Run Croc umgesetzt hatte. Das Erlernen von Zaubersprüchen funktioniert via Quick-Time-Event, nicht via Ausmal-Minispiel. Und sogar Story und Spielwelt bieten einzigartige Abschnitte, die es so auf anderen Plattformen nicht gibt.
Quelle: PC Games
Harry Potter und der Stein der Weisen: Ein Nostalgie-Trip nach Hogwarts (6)
Bis Stein der Weisen überhaupt gespielt werden konnte, war es aber ein langer Weg. Die Entstehungsgeschichte steckte nämlich voller Stolpersteine: Für Hektik sorgte zum einen der Release. Das Spiel sollte zusammen mit dem Kinofilm am 16. November 2001 an den Start gehen. Es blieben also nur knappe zwölf Monate, um es fertig zu bekommen. Und auch organisatorisch war die Produktion ein absolutes Durcheinander.
Argonauts arbeitete für Electronic Arts, das wiederum von Warner Bros. mit der Entwicklung beauftragt worden war. Und die mussten sich dann noch mit der Entourage rund um Autorin J.K. Rowling absprechen. Heißt: Jede Design-Entscheidung durchlief drei Instanzen, die alle einzeln absegnen mussten, dass alles, was man für das Spiel geplant hatte, auch wirklich okay war. Bürokratie pur!
