Harry Potter und der Feuerkelch

Test Marc Kirzeder

Harry Potter wird langsam erwachsen. In seinem vierten Abenteuer haben es nicht nur feuerspeiende Drachen und bissige Nixen auf den berühmten Zauberlehrling abgesehen -- auch hübsche Magierinnen bringen sein Blut in Wallung

Peinliche Pubertät

Als Daniel Radcliffe zum ersten Mal in die Rolle des Magiers mit der unverkennbaren Narbe auf der Stirn schlüpfte, war er gerade mal elf Jahre alt. Als 15-Jähriger kommen allerdings ganz neue Herausforderungen auf sein Alter Ego zu. Der begeisterte Quidditch-Spieler Potter findet inzwischen auch Gefallen an den Mitschülerinnen. Seine besten Freunde Hermine Granger und Ron Weasley kämpfen ebenfalls mit hormonellen Schüben.

So kommt es für die angehenden Magier immer wieder zu peinlichen Situationen. Zum Beispiel als Harry und Ron einfach keine weibliche Begleitung für den Schulball finden, während Hermine bereits den erfolgreichsten Quidditch-Spieler als Tanzpartner aquirieren konnte. Oder als sich die einzige Teilnehmerin des Trimagischen Turniers beim schüchternen Ron mit einem Küsschen für die Rettung ihrer kleinen Schwester bedankt. Selbst der berühmte Harry Potter beginnt zu stottern, wenn er das Mädchen seiner Wahl zum Fest einladen will. Zauberer sind eben auch nur Menschen!

Wer nun angesichts der beschriebenen Gefühlsduseleien befürchtet, die Action käme zu kurz, der irrt. Natürlich muss der Sohn von James und Lily Potter auch wieder zahlreiche Gefahren überstehen. Der Kampf zwischen Harry und dem feuerspeienden Drachen Hornschwanz ist nur der Auftakt einer Reihe von spektakulären Spezialeffekten.

Drachen aus dem Rechner

Die Entstehung dieser und anderer Action-Sequenzen wird unter anderem im Bonusmaterial mit einer Gesamtlaufzeit von über 95 Minuten offenbart. Dazu wurde der Inhalt von Disc zwei in vier Abschnitte unterteilt: "Das Drachengehege", "Der See", "Das Labyrinth" und "Hogwarts". Zur jeder der drei Aufgaben, die Harry im Film lösen muss, gibt es ein interaktives Spiel. Film-Fans dürften jedoch mehr an den vier Making ofs zu den Spezialeffekten interessiert sein.

In "Unter der Oberfläche: Die zweite Aufgabe" (9:24) begleitet man z.B. Daniel Radcliffe zu den aufwändigen Dreharbeiten unter Wasser. Insgesamt verbrachte der Schauspieler mehr als 43 Stunden in einem mit 2,5 Mio. Liter Wasser gefüllten Bluescreen-Schwimmbecken.

Wer sich fragt, wie die Effekt-Spezialisten die Nase von Lord Voldemort-Darsteller Ralph Fiennes verschwinden ließen, findet des Rätsels Lösung im Beitrag "Der, dessen Name nicht genannt werden darf" (10:42). Ein weiteres Highlight für alle Potter-Fans dürften die Rubriken "Im Gespräch mit den Schauspielern" (30:34) und "Gedanken zum vierten Film" (14:13) sein. Hier berichten prominente Mitglieder der sympathischen Darsteller-Riege davon, was sie bei den Dreharbeiten erlebten und wie sie die Entwicklung ihrer Charaktere empfanden.

Die Extras sind größtenteils informativ, unterhaltsam und zudem komplett mit deutschen Untertiteln ausgestattet.

Fazit

Film-Check: Auch die vierte "Harry Potter"-Verfilmung garantiert -- wie schon ihre grandiosen Vorgänger -- eine cineastische Augenweide. Mit dem Voranschreiten der Geschichte werden die Protagonisten entsprechend älter und greifen immer aktiver ins Geschehen ein.Allen voran muss der Titelheld diesmal beweisen, dass er nicht nur ein Spielball der mächtigen Magier Hogwarts ist. Daniel Radcliffe avanciert dabei vom Kinder- zum Actionstar. Dieser Teil läutet somit eine Wende in den Verfilmungen der epischen Magier-Saga ein. Am Ende spricht Hermine Granger aus, was auch der Zuschauer sich denkt: "Ab jetzt wird sich alles ändern!"
DVD-Fazit: Die Technik der Doppel-Disc gibt sich keine Blöße und verfehlt nur knapp Referenznoten. Die hübsch präsentierten und unterhaltsamen Zugaben bedienen sowohl jüngere "Harry Potter"-Anhänger als auch ältere Semester.

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