Harry Potter: Wizards Unite und Pokémon GO - wir machen den Vergleich
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Vor kurzem kam das neue AR-Spiel Harry Potter: Wizards Unite auf den Markt. Es stammt genau wie schon Pokémon GO von dem Entwicklerstudio Niantic und wird daher von einigen Skeptikern gerne mal etwas spöttisch als Harry Potter GO bezeichnet. Doch ist dieser Vergleich überhaupt fair?
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Seit kurzem steht das neue AR-Spiel Harry Potter: Wizards Unite aus dem Hause Niantic für Android und iOS zum Download bereit. Für viele gilt es als der geistige Nachfolger des noch immer ziemlich populären Pokémon GO. Doch ist dieser direkte Vergleich überhaupt angebracht? Sind sich die beiden Spiele tatsächlich so ähnlich? Oder gibt es nicht eher einige gravierende Unterschiede? Wir verraten euch, ob ihr es mit einem Harry Potter GO oder einem deutlich eigenständigeren Mobile-Abenteuer zu tun habt.
Brüder im Geiste
Zumindest auf den ersten Blick scheinen sich die beiden Spiele tatsächlich sehr ähnlich zu sein. Das ist prinzipiell wenig verwunderlich, da das
Quelle: PC Games
Ähnlich wie in Pokémon Go: Das Interface und die Map-Ansicht.
Entwicklerstudio Niantic natürlich gerne an der Erfolgsformel von Pokémon GO festhalten wollte. Wer letzteres nicht kennen sollte, hier ein ganz grober Überblick des grundlegenden Gameplays: Ihr nehmt euer Smartphone in die Hand, startet das Spiel und bekommt dank Maps-Integration und GPS-Einsatz eine grafisch angepasste Karte eurer direkten Umgebung der echten Welt. Nun könnt ihr durch Straßen, Parks und andere Plätze marschieren, um Hinweisen auf der Karte zu folgen, die unter anderem den Standort von Pokémon anzeigen. Befindet ihr euch in unmittelbarer Nähe, findet ihr mit etwas Glück die jeweiligen Kreatuen als AR-Abbild (Augmented Reality) in eurem Smartphone - als Hintergrund dient das Bild, das eure Handy-Kamera einfängt. Auf diese Weise verschmelzen quasi die Welt der Pokémon mit der realen Welt. Allzu sehr wollen wir diesbezüglich an dieser Stelle gar nicht ins Detail gehen. Wenn ihr mehr erfahren wollt, empfehlen wir euch unseren ausführlichen Test von Pokémon GO.
Bei Harry Potter: Wizards Unite kommt dasselbe Spielprinzip zum Einsatz. Nur, dass ihr hier keine Pokémon suchen und fangen müsst, sondern magische Elemente von den fiesen Fundwächtern befreit. Nur so können sie wieder in die Zauberwelt zurückkehren. Abgesehen davon ist der grundlegende Spielablauf sehr ähnlich: Ihr folgt einem Ingame-Abbild der echten Welt um euch herum und klappert markierte Punkte ab. Klingt verdammt nach altem Wein in neuen Schläuchen, nicht wahr?
Quelle: PC Games
Um Gegner zu besiegen, malt ihr bestimmte Zauber auf eurem Display mit dem Finger nach.
Der Unterschied liegt im Detail
Es gibt sogar weitere Ähnlichkeiten, die sich im Detail jedoch etwas unterscheiden. Das Äquivalent von Gyms in Wizards Unite sind die Fortresses. Dort erwarten euch Raid-ähnliche Herausforderungen der magischen Art, die ein gemeinsames Vorgehen mit anderen Spielern erfordern. Statt des Pokédex gibt es die Registratur, in der ihr eure Funde nachschlagen könnt. Außerdem erfüllen die Gasthäuser nahezu dieselben Funktionen wie die Pokéstops, die Portalschlüssel sind das Ebenbild der Eier. Doch es gibt noch größere Unterschiede. So hat Niantic aus einigen Fehlern der Vergangenheit gelernt und bietet bei Harry Potter: Wizards Unite von Beginn an deutlich mehr Inhalte als noch beim Launch von Pokémon GO. Das fängt bereits bei der großen Anzahl an Quests an und hört mit den Rollenspiel-Elementen nicht auf. Sobald ihr im Harry-Potter-Spiel das Level 6 erreicht, könnt ihr eine Art Beruf wählen, was wiederum einige spezifische Aspekte mit sich bringt - inklusive Talentbäume individuelle Fertigkeiten. Hinzu kommt der deutlich größere Fokus auf eine Story, was nicht zuletzt anhand der vertonten Dialoge sowie der halbwegs brauchbaren Geschichte, die sich durch das Spielgeschehen zieht. Vereinfacht zusammengefasst bietet Harry Potter: Wizards Unite zum Launch etwas mehr Substanz und Tiefgang als Pokémon GO, das sich primär auf das Fangen und den Kampf der Pokémon fokussiert.
Magische Bewegungen
Und da wäre noch die Art der Steuerung. Nein, damit meinen wir nicht etwa die Fortbewegung in der realen Welt. Stattdessen meinen wir die
Quelle: PC Games
Die Gegner sind liebevoll designt - solltet ihr euren Zauber nicht gut ausführen, widerstehen die Feinde auch gerne mal (1)
Interaktion beim Aufeinandertreffen mit den Pokémon beziehungsweise den magischen Elementen. Bei Pokémon GO müsst ihr die Kreaturen mittels eines gut getimten Wurfs der Pokébälle einfangen - eine recht simple und nur selten knifflige Aktion. Bei Harry Potter: Wizards Unite haben sich die Entwickler etwas mehr einfallen lassen. So gilt es, auf dem Bildschirm vorgegebene Figuren oder Symbole mit dem Finger nachzuzeichnen. Je exakter ihr dabei vorgeht, desto besser beziehungsweise stärker ist der ausgeführte Zauber. Okay, das ist natürlich ebenfalls nicht sonderlich komplex oder tiefgreifend, aber zumindest eine konsequente Weiterentwicklung.
Sammelfieber ade?
Genau das ist jedoch einer der Punkte, den einige bei Harry Potter: Wizards Unite derzeit kritisieren. Das Spiel mag zwar mehr Inhalte bieten und somit einen leicht anderen Fokus haben. Doch das große Sammelfieber wie bei Pokémon GO mag bei vielen Fans nicht aufkommen. Die Jagd nach dem berühmten Motto "Schnapp sie dir alle!" hat das AR-Erstlingswerk von Niantic beinahe perfektioniert und war maßgeblich für den großen Erfolg des Spiels verantwortlich. Die Befreiung der magischen Elemente strahlt nicht dasselbe Maß an Faszination aus - der starken Lizenz im Hintergrund zum Trotz. Vielleicht würde die Motivationsspirale besser greifen, wenn ihr Kreaturen im Stil der "Phantastischen Tierwesen" sammeln müsstet - denkbar wäre es.
Die nackten Zahlen sind deutlich
Der vorherige Punkt dürfte sicherlich eine gewisse subjektive Note haben. Doch wenn wir schon dabei sind, die beiden Spieler miteinander zu vergleichen, müssen wir auch nackte Zahlen sprechen lassen - und die sind recht deutlich. So konnte Pokémon GO insgesamt 7,5 Millionen Installationen und einen Umsatz in Höhe von zirka zwei Millionen Dollar innerhalb der ersten 24 Stunden vorweisen. Diese Zahlen konnte Harry Potter: Wizards Unite bei seinem Launch nicht mal ansatzweise erreichen: Das neueste AR-Spiel aus dem Hause Niantic kam auf "nur" 400.000 Installationen und 300.000 Dollar Umsatz im vergleichbaren Zeitraum nach dem Launch. Das mag sicherlich mitunter daran liegen, dass die "Faszination des Neuen" mittlerweile etwas verflogen und somit der Hype deutlich geringer ist.
