Wir haben zwei kompakte Wohnzimmer-PCs für 1280 und 1530 Euro zusammengestellt und geben euch auch dazu passende Tipps zu Sound, WLAN und Fernsehern.
Kabellose Steuerung vom Sofa aus
Für Maus, Tastatur und Game bieten sich fürs Zocken vom Sofa aus in jedem Falle kabellose Lösungen an. Nachteile durch eine eventuelle Verzögerung müsst ihr bei Marken-Produkten in Sachen Maus und Tastatur nicht befürchten, und auch die Akku-Laufzeit ist selbst bei beleuchteten Tastaturmodellen inzwischen sehr gut.
Als Ablage für Maus und Tastatur gibt es zwar kleine Sofa-Gaming-Tische, die ihr euch über die Oberschenkel legen könnt. Zumindest für die Maus gibt es eine günstigere Idee: Lasst euch einfach ein Regalbrett aus dem Baumarkt auf beispielsweise 30x40 Zentimeter zuschneiden, um es für ein Mauspad und als Handablage zu verwenden. Die Steuerung per Gamepad ist aber für Spiele in den meisten Fällen die bessere Wahl, auch wenn manch ein Traditionalist lieber bei Maus und Tastatur bleiben will.
Unser Tipp ist der Xbox Wireless-Controller Series X/S, für den Microsoft auch einen Empfangs-Stick anbietet. Er funktioniert aber auch mit vielen Bluetooth-USB-Sticks oder Onboard-Bluetooth (bei Mainboards mit WLAN in der Regel integriert). Lässt sich der Controller zwar koppeln, verliert aber zwischendurch die Verbindung, dann könnte der Standort des PCs schuld sein.
Steckt den Stick dann lieber vorn am Gehäuse ein, oder verwendet ein USB-Verlängerungskabel. Das Ende, in dem der Stick eingesteckt ist, sollte dann zum Beispiel unter dem Fernseher enden. Mit einer Bluetooth-Lösung könnt ihr übrigens auch viele Maus- und Tastaturmodelle verwenden und benötigt dann nicht für jedes Gerät einen eigenen Funk-Stick.
Wohnzimmer-PC im µATX-Format für 1530 Euro
Wir kommen nun zum eigentlichen Kern unseres Specials, nämlich zwei Mini-PCs für euer Wohnzimmer. Der eine ist mit einem Mini-ITX-, der andere mit einem µATX-Mainboard ausgestattet. Mit Letzterem starten wir nun auch und verwenden als Gehäuse das LC-Power 716MB Amplified X mit knapp 22 Liter Volumen (Breite 19,5cm, Höhe 28,8cm, Tiefe 38,7cm).
Wir setzen, so wie auch später beim Mini-ITX-PC, auf ein Mainboard mit WLAN und wählen das ASRock B850M-X WiFi für 135 Euro. Es hat neben dem mit dem WLAN-Modul belegten M.2-Slot noch zwei Slots für M.2-SSDs.
Quelle: LC-Power
Der Tragegriff lässt sich beim LC Power 716MB Amplified X auch entfernen.
Die CPU ist der Ryzen 5 7600X3D, den es in Deutschland exklusiv bei Mindfactory für knapp 300 Euro gibt. Das Top-Modell Ryzen 7 9800XD ist zwar bis zu 20 Prozent schneller, wegen Lieferproblemen aber derzeit viel zu teuer (570 Euro, ein Plus von 90 Prozent).
Auch der Ryzen 7 7800X3D (490 Euro) ist für sein Leistungsplus zu teuer (10 Prozent schneller, fast 65 Prozent teurer). Bei Intel als Option kommt höchstens der Core i7-14700KF infrage, der 360 Euro kostet und ein klein wenig schneller als der 7600X3D ist. Wir bauen hier bereits die Übersichtstabelle mit allen Bauteilen des µATX-PCs ein und gehen darunter noch auf ein paar Dinge dazu ein:
| µATX-PC für 1530 Euro | Preis ab | |
|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 5 7600X3D (6 Kerne bis 4,7 GHz, 12 Threads) | 300 Euro |
| RAM | 32GB (2x16GB) Patriot Viper Venom DDR5-6000 | 85 Euro |
| Mainboard | ASRock B850M-X WIFI | 135 Euro |
| SSD | Lexar NQ790, 2000GB (bis 7000 MB/s Lesen) | 115 Euro |
| Grafikkarte | Sapphire Pulse Radeon RX 7900 XT | 700 Euro |
| Gehäuse | LC-Power 716MB Amplified X | 70 Euro |
| Netzteil | Gigabyte UD750GM, 750 Watt ATX 3.0 | 95 Euro |
| Kühler | LC-Power LC-CC-120-ARGB-Pro | 30 Euro |
| Gesamtpreis | 1530 Euro |
Als Grafikkarte nehmen wir eine Sapphire Pulse Radeon RX 7900 XT für 700 Euro - etwa 17 bis 18 Prozent schneller ist die Radeon RX 7900 XTX, wobei ihr Preis von ab 900 Euro, etwa 28 Prozent mehr, relativ gesehen etwas zu hoch ist. Nvidia ist Preis-Leistung-seitig keine gute Wahl: Die zur 7900 XT vergleichbare RTX 4070 Ti Super kostet ab 900 Euro, schnellere Modelle starten bei unfassbaren 1700 Euro.
Ihr könnt aber auf die in der nächsten Woche erwartete GeForce RTX 5070 Ti warten, die vielleicht eine Alternative ist. Beim Netzteil nehmen wir ein kleines, modulares ATX-Modell, bei dem wir die nicht benötigten Kabel einfach weglassen können.
Die 2-TB-SSD ist nur ein Vorschlag - ihr könnt auch zuerst nur 1 TB nehmen oder auch direkt auf 4 TB setzen. Dank der geringen Wärmeentwicklung des Ryzen 7600X3D ist kein fetter CPU-Kühler nötig - damit es schön leise bleibt, nehmen wir trotzdem einen ordentlichen Kühler. Wir empfehlen zudem noch einen be Quiet Silent Wing 2 mit 120 mm für etwa 10 Euro als Zusatzlüfter.
