Mit Upscaling sind in Spielen mehr FPS drin. Wir erklären Funktionsweisen und geben Praxistipps zu DLSS, FSR und XeSS sowie weiteren Grafik-Features.
Intel XeSS eher Exot
Intel ist als dritter Upscaling-Anbieter im Bunde eher eine graue Maus. Zwar bieten vor allem neuere Titel auch oftmals die XeSS benannte Upscaling-Technik, allerdings fast immer nur im Paket mit FSR und/oder DLSS als Alternativen. XeSS steht für X e Super Sampling und ist ebenfalls eine KI-basierte Upscaling-Technik.
In vielen Tests, in denen sich Websites wie zum Beispiel auch die PC Games Hardware die Upscaling-Techniken unter die Lupe nehmen, schneidet XeSS bisher aber qualitativ noch nicht so gut ab. Mit XeSS 2 könnte sich dies vielleicht ändern.
Trotzdem ist ganz allgemein der aktuelle Stand: Sofern ein Spiel alle drei Upscaling-Techniken anbietet, dann ist DLSS für Nutzer einer Nvidia RTX-GPU das Mittel der Wahl. In allen anderen Fällen nehmt ihr AMDs FSR, das ihr natürlich auch mit einer RTX-Grafikkarte austesten könnt.
Upsacling-Praxis: Qualitätsstufen und Render-Auflösung
Beim Upscaling habt ihr verschiedene Stufen zur Verfügung. Bei Stufen für eine besonders starke Leistung ist die sogenannte Render-Auflösung deutlich geringer als die Zielauflösung. Bei einer Stufe für mehr Qualität ist die Grafikqualität besser, dafür die FPS-Zugewinne kleiner. Bei einigen Games stellt ihr eine konkrete Render-Auflösung ein, oder es gibt einen Regler, bei dem ihr direkt einen gewünschten Prozentwert einstellt.
Zum Beispiel 60, damit der PC 60 Prozent der Zielauflösung als Render-Auflösung nutzt. Unser Screenshot unten zum Grafikmenü von Assassin's Creed: Shadows zeigt noch eine Variante: Die DLSS-Stufe "ausgeglichen" nutzt eine flexible Renderauflösung zwischen 33 und 66 Prozent der Zielauflösung.
Wählt ihr in diesem Menü zudem eine sehr hohe Ziel-Framerate, würde DLSS noch aggressiver agieren lassen und eher kleinere Render-Auflösungen bevorzugen.
Quelle: Screenshot Antonio Funes
Asassin's Creed Shadows DLSS Menü
Wählt ihr übrigens 100 Prozent als Wert aus oder nehmt als Render-Auflösung exakt die Zielauflösung, findet zwar kein direktes Upscaling mehr statt. Es werden aber weiterhin die Kanten des berechneten Bildes zusätzlich geglättet.
In einigen Games gibt es auch noch TAA als Upscaling - dies ist eine alte Methode, um Kanten zu glätten. Dabei werden Bilder miteinander vermischt, um vereinfacht gesagt durch eine Durchschnittsberechnung ein besseres Ergebnis zu erzielen. Empfehlenswert ist TAA aber nicht.
Upscaling: Leistungseinfluss am Beispiel von DLSS
Wichtig zu wissen ist, dass das modernes Upscaling seine Stärken bei höheren Auflösungen und Details sowie bei eher niedrigen Ausgangs-Bildraten hat. Falls euer PC ohnehin schon 60 bis 70 FPS schafft, kann das Upscaling möglicherweise nur einen kleinen Vorteil bringen.
Bei einem Spiel, das bei WQHD und hohen Details nur 20, 30 oder 40 FPS läuft, können aber dank Upscaling 50, 60 FPS und mehr drin sein. Der folgende Leistungsvergleich stammt aus einem Special zu Star Wars: Outlaws, bei dem die Leistungsgewinne keiner genauen Regel folgten - ihr seht aber, dass bei 4K, wo die RTX 4060 Ti ohne DLSS ungeeignet, die Werte dank DLSS besonders stark ansteigen:
Quelle: Ubisoft
Verwendete Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 4060 Ti.
Ein anderes Beispiel: Bei den Screenshots aus Cyberspace 2077 von der vorigen Seite waren ein AMD Ryzen 7 9700X, 32 GB RAM und eine Nvidia GeForce RTX 4070 beteiligt. Ohne DLSS maßen wir bei WQHD mit Ultra-Details und Raytracing knappe 22 FPS. Bei aktiviertem DLLS in der Stufe "Ultra-Leistung" waren es satte 98 FPS.
Das ist ein Sprung um mehr als das Vierfache. Bei der DLSS-Stufe "ausgewogen", die weniger Bildfehler aufweist, waren es mit 51 FPS noch immer mehr als doppelt so viele FPS als ohne DLSS. Ebenfalls zu Cyberpunk 2077 können wir euch aber auch das Phänomen aufzeigen, dass sich DLSS manchmal nicht lohnt: Bei identischen Details, aber in Full-HD hatten bereits ohne DLSS 54 FPS - mit DLSS auf ausgewogener Stufe waren es nur 3 FPS mehr.
