Grafikkarten: DLSS, FSR und Raytracing
Special
In unserem Special geht es Grafikkarten-Treiber von AMD und Nvidia sowie den MSI Afterburner. Außerdem erklären wir die Begriffe DLSS, Raytracing und AA.
Nvidia DLSS und AMD FSR - Bildverbesserung auch per KI
AMD und Nvidia bieten optionale Verfahren an, die zum einen auch für eine Kantenglättung sorgen, zum anderen aber vor allem bei gleichbleibender Qualität mehr FPS als mit der klassischen Berechnungsmethode von 3D-Grafik versprechen. Nvidia hat dabei mit dem stark KI-basierten DLSS (Deep Learning Super Resolution) vorgelegt, AMD antwortete mit FSR 1.0 (Fidelity FX Super Resolution) und bietet nun das verbesserte FSR 2.0, auf das wir uns hier beziehen wollen, wenn wir von FSR sprechen.
Durch beide Methoden, DLSS und FSR, kann ein Bild in einer bestimmten Qualität mit mehr FPS berechnet werden als ohne diese Methoden. Das bedeutet, dass man zum Beispiel bei einer Detailstufe "hoch" mit DLSS mehr FPS hat als ohne DLSS hat. Es ist also möglich, bei einer Grafikqualität, die ohne DLSS mit 50 FPS läuft, beispielsweise 70 oder gar 80 FPS zu erreichen. Ebenso kann man aber auch bei gleichbleibenden FPS-Werten ein oder zwei Qualitätsstufen höher spielen. Wenn man beispielsweise ohne DLSS bei mittleren Details 50 FPS hat, kann man mit DLSS eventuell bei hohen oder maximalen Details in 50 FPS spielen.
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All dies gilt analog auch für AMDs FSR. Beide Methoden basieren darauf, Rechenzeit zu sparen, indem das Bild in einer geringeren Auflösung berechnet wird als die, die der Nutzer als ZIel-Auflösung angibt. Damit das Ergebnis aber trotzdem gut aussieht, wird das berechnete Bild dann hochgerechnet. Dabei kommen dann wiederum intelligente Algoritmen zum Einsatz, die auf den Ergebnissen zuvor berechneter Bilder basieren.
Es handelt sich quasi um einen Mix aus einem neu berechneten Bild und einer Art Einschätzung von weiteren Details durch Algorithmen. Der Hauptunterschied zwischen DLSS und FSR ist, dass bei DLSS maschinelles Lernen auch mit einem Zugriff auf große Datenbanken mit bereits in der früheren Vergangenheit berechneten Bildern zum Einsatz kommt. Bei AMDs FSR sind nur die Bilder im wahrsten Sinne des Wortes mit im Spiel, die kurz zuvor von der Grafikkarte bereits berechnet worden waren.
Quelle: Screenshot Antonio Funes
Ein Raytracing-Beispiel bei Cyberpunk 2077: Rechts sehen drei Stellen einfach nur vom Licht her ein wenig anders aus - auf dem Boden aber sieht man deutlich die realistischeren Spiegelungseffekte bei den Ziffern 2 und 5.
DLSS steht nur den RTX-Grafikkarten zur Verfügung, zudem muss das Spiel ebenfalls DLSS bieten. AMDs FSR 2.0 hingegen läuft mit allen Grafikkarten, auch denen von Nvidia, muss aber ebenfalls vom Spiel unterstützt werden.
Da beide Techniken recht ähnlich sind, können Entwickler in Games, die bereits DLSS supporten, auch FSR 2.0 recht einfach per Update freischalten. DLSS dominiert aber klar, allein da DLSS schon länger auf dem Markt ist und FSR erst seit der Version 2.0 qualitativ eine echte Alternative ist. Sowohl DLSS als auch FSR 2.0 bringen übrigens durchaus 30 bis 60 Prozent mehr FPS, wenn man ansonsten dieselben Grafik-Einstellungen verwendet.
Zwar sind bei sehr genauem Hinsehen die Ergebnisse mit DLSS oder FSR nicht ganz so gut wie bei der nativen Berechnung - die Unterschiede sind aber so gering, dass man in der Regel auf Standbildern per Lupe nachsehen muss, um sie zu sehen.
Beide Methoden sind daher eine absolute Empfehlung wert, zumal man jeweils auch die Wahl zwischen verschiedenen Stufen hat, zum Beispiel mit Fokus auf hohe Performance oder eher mit Fokus auf ein gutes grafisches Ergebnis.
Raytracing
Mit der Einführung der neuen RTX-Grafikserien von Nvidia kam das Thema Raytracing auf. Dabei handelt es sich um eine Methode zur Grafikberechnung, die sehr exakt und ursprünglich ist, aber für die Echtzeitberechnung von 3D-Grafik kaum taugt. In Filmen kommt Raytracing schon lange zum Einsatz, da man hier in Ruhe Bild für Bild von starken Computern berechnen kann.
Die Ergebnisse sind dabei seit Jahren absolut fotorealistisch, sofern man sich genügend Mühe gibt und Zeit nimmt. Die RTX-Grafikkarten bieten spezielle RT-Kerne, die Raytracing in Echtzeit ermöglichen. Dabei geht es allerdings nicht um die komplette 3D-Szene, sondern nur um bestimmte Dinge wie Spiegelungen, Schatten oder Lichteffekte, die aber enorm viel zu einer realistischeren Atmosphäre beitragen können.
Trotz der RT-Kerne sinken die FPS-Werte aber stark, wenn man bei einem Spiel, das Raytracing bietet, selbiges aktiviert. Inzwischen können auch AMD-Grafikkarten die Raytracing-Bestandteile bei den passenden Spielen berechnen, hinken aber bei der Leistung den jeweils normalerweise vergleichbar starken RTX-Konkurrenz-Grafikkarten stark hinterher. Zu DLSS und Raytracing möchten wir euch zwei Artikel ans Herz legen, in denen es zum einen um Cyberpunk 2077 und zum anderen um Call of Duty: Cold War geht. Beachtet dabei, dass sich DLSS inzwischen weiterentwickelt hat und man mit noch höheren FPS-Werten rechnen kann.
