Stromspar-PC: Drei effiziente Beispiel-PCs und deren Stromkosten

Special Antonio Funes
Stromspar-PC: Drei effiziente Beispiel-PCs und deren Stromkosten
Quelle: Caseking

WIr schauen uns zum Thema Stromkosten an, welche Grafikkarten zu empfehlen sind und bieten drei effiziente Beispiel-PCs plus einen Blick auf Spielekonsolen.

Drei vergleichsweise sparsame Gaming-PCs

Neben der Grafikkarte spielt auch die CPU eine Rolle dabei, wie viel Strom ein PC benötigt. Hier empfehlen wir euch den Artikel unserer Kollegen der PC Games Hardware, in dem viele aktuelle CPUs und ihr Strombedarf bei Gaming aufgeführt sind. Games nutzen nur eine beschränkte Zahl an Kernen, so dass eine 10-Kern-CPU, die bei kompletter Auslastung viel mehr Strom ziehen kann als ein 6-Kerner, in Spielen nicht unbedingt deutlich mehr Energie verbraucht als der 6-Kerner. Trotzdem gibt es teils Unterschiede von 20 Watt und mehr bei ansonsten ähnlich starken CPUs. Wer will, der kann zudem noch spezielle besonders stromsparende CPUs nehmen, die allerdings beim Takt dann zurückhaltender sind.

Besonders wichtig ist bei der ganzen Sache das Netzteil. Auch das hatten wir im anfangs genannten Strom-Special thematisiert und dort auch einige effiziente Netzteile in einer Marktübersicht zusammengefasst. Was bedeutet bei einem Netzteil "Effizienz"? Beim Umwandeln des aus Steckdose gezogenen Stroms in die für die PC-Bauteile nötigen kleineren Spannungswerte geht immer auch Energie verloren - je effizienter ein Netzteil ist, desto weniger Energie verpufft. Man spart also Strom, da ein effizientes Netzteil zum Beispiel nur 380 Watt aus der Steckdose zieht, um den PC letztlich mit 350 Watt zu versorgen - ein ineffizientes Modell aber verbraucht dafür gut 410 Watt.

Da man ein Netzteil in der Regel länger als vier Jahre behält und ein effizientes Modelle auch dann beim Stromsparen hilft, wenn der PC außerhalb von Gaming genutzt wird, rentiert es sich selbst für Gelegenheitsspieler, 20 bis 50 Euro mehr zu investieren.

Wir werden nun drei Beispiel-PCs zusammenstellen, bei denen wir bei CPU, Grafikkarte und Netzteil auf eine gute Effizienz achten und innerhalb derselben Leistungsklasse bewusst die stromsparendere Alternative wählen. Auch was für Lüfter angeht, nehmen wir effiziente Modelle, die mindestens 90 m³/h an Luft bewegen können, was ein ordentlicher Wert ist. Dies sind unsere drei Vorschläge:

Komponente Einsteiger-PC für 730 Euro, c.a. 241 Watt Preis ab   Mittelklasse-PC für 1260 Euro, c.a. 344 Watt Preis ab   Oberklasse-PC für 1945 Euro, c.a. 464 Watt Preis ab
CPU Core i3-12100F (4x 3,3-4,3 GHz), 52 Watt 110 Euro   Ryzen 7 5700X (8x 3,4-4,6 GHz), 65 Watt 190 Euro   Core i7-12700KF (8x 3,6-5,0 GHz),93 Watt 410 Euro
Mainboard ASRock 610M-HDV 85 Euro   Asus Prime B550-Plus 130 Euro   MSI Pro Z690-A DDR4 200 Euro
RAM 2x8GB DDR4-3200-RAM 55 Euro   2x8GB DDR4-3600-RAM 60 Euro   2x16GBN DDR4-3600-RAM 110 Euro
Grafikkarte AMD Radeon RX 6600, 135 Watt 300 Euro   Nvidia GeForce RTX 3070, 215 Watt 590 Euro   AMD Radeon RX 6800 XT, 295 Watt 780 Euro
SSD SATA-SSD 1000GB 70 Euro   M.2-SSD ab 3000 MB/s, 1000GB 90 Euro   M.2-SSD PCIe4.0 ab 5000 MB/s, 2000GB 200 Euro
Gehäuse Inter-Tech B-42 RGB 35 Euro   AeroCool Playa RGB 60 Euro   NZXT H510 85 Euro
Netzteil BitFenix Formula Gold 450W 60 Euro   Seasonic Focus PX 550W 90 Euro   Thermaltake ToughPower 650W 110 Euro
CPU-Kühler Kühler der boxed-CPU-Version 0 Euro   Arctic Freezer A35 CO 30 Euro   Alpenföhn Dolomit Advanced 50 Euro
Gehäuselüfter Siehe Text unter der Tabelle 15 Euro   Siehe Text unter der Tabelle 20 Euro   Siehe Text unter der Tabelle 20 Euro
  Gesamtpreis 730 Euro   Gesamtpreis 120 Euro   Gesamtpreis 1945 Euro

Bei Grafikkarte und CPU haben wir noch die Info dazugeschrieben, wie hoch der typische Gaming-Strombedarf ist. Bei den Lüftern haben wir für vorne den günstigen Arctic P12 PMW-Lüfter (ab 5 Euro) und hinten einen Noctua NF-S12B redux-1200 PWM (15 Euro) vorgesehen. Bei den beiden teuren PCs sehen wir zwei der Arctic-Lüfter vor, beim Einsteiger-PC nur einen. Beide Lüftermodelle benötigen nur knapp ein Watt an Strom.

Nun haben wir einige Szenarien durchgerechnet, was die Stromkosten pro Jahr angeht - dies wollen wir gleich noch auf der nächsten Seite mit stromfressenderen Alternativen vergleichen. Bei der nun folgenden Berechnung der Kosten geht es aber zunächst darum, wie lange man pro Tag spielt und wie lange man pro Tag den PC außerhalb von Games nutzt. Für Gaming rechnen wir den Verbrauch von Grafikkarte und CPU zusammen und addieren dazu noch 30 Watt für den Rest des PCs, was ein eher hochgegriffener Wert ist.

Außerdem beachten wir die Effizienz der Netzteile, so dass zum Beispiel beim Einsteiger-PC aus 217 Watt Strombedarf etwa 241 Watt Stromverbrauch entstehen. So sehen die jährlichen Stromkosten für sechs Szenarien "durchschnittliche Gaming-Dauer pro Tag" bei einem Preis von 30 Cent pro KWh aus:

Gaming-PC Gaming 1h Gaming 2h Gaming 3h Gaming 4h Gaming 5h Gaming 6h
Einsteiger-PC für 730 Euro, c.a. 241 Watt 26 € 53 € 79 € 106 € 132 € 158 €
Mittelklasse-PC für 1260 Euro, c.a. 344 Watt 38 € 75 € 113 € 151 € 188 € 226 €
Oberklasse-PC für 1945 Euro, c.a. 464 Watt 51 € 102 € 152 € 203 € 254 € 305 €

Für Officetätigkeiten gehen wir von pauschal von 90 Watt für typische Dinge wie Officeprogramme, Videos anschauen, Internetsurfen und so weiter aus. Hier wird ein gutes Netzteil maximal 100 Watt verbrauchen - ihr könnt ihr pro Stunde, die der PC jeden Tag im Durchschnitt läuft, mit 11 Euro pro Jahr rechnen.

Wenn ihr also mit dem Mittelklasse-PC 3 Stunden pro Tag spielt und 4 Stunden der PC abseits von Gaming eingeschaltet ist, sind es etwa 102 Euro für Gaming plus 44 Euro für den Rest und somit gut 146 Euro Stromkosten pro Jahr. Angesichts der zu erwartenden Preissteigerungen: Steigt der Strompreis um beispielsweise 20 Prozent, kommen knapp 30 Euro dazu (1,20 mal 146 Euro).

  1. Seite 1 Stromspar-PC: Grafikkarten und ihr Strombedarf
  2. Seite 2 Stromspar-PC: Grafikkarten Preis-Leistung und Stromkosten
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