Cloudgaming: Xbox Game Pass, Playstation Now und ein Fazit

Special Antonio Funes
Cloudgaming: Xbox Game Pass, Playstation Now und ein Fazit
Quelle: Google

Nachdem Nvidia zu GeForce Now eine neue, im Dezember startende Abo-Option mit GeForce RTX 3080-Power ankündigte, ist Cloudgaming wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch was ist Cloudgaming? Was sollte man beachten? Und wie funktionieren die vier bekannten Services GeForce Now, Google Stadia, Xbox Game Pass Cloudgaming und Playstation Now?

Xbox Game Pass Cloudgaming

Die Cloudgaming-Funktion von Microsoft, die in der Anfangsphase noch als Project xCloud bekannt geworden war, ist inzwischen im Xbox Game Pass Ultimate integriert, allerdings schon seit über einem Jahr noch immer offiziell in einer Beta-Phase. Das Ultimate-Abo des Game Pass beinhaltet über 100 Spiele für den PC und die Xbox, wobei einige Titel wie zum Beispiel Humankind nur auf dem PC verfügbar sind, andere nur auf der Konsole. Es kostet 12,99 Euro pro Monat. Die reine Xbox- oder PC-Version des Game-Pass bietet für 9,99 Euro pro Monat nur die Spiele für die jeweilige Plattform, wobei dies trotzdem jeweils über 100 Spiele sind.

Bei allen drei Abos ist auch EA Play mit Titeln wie Star Wars: Squadrons oder die 21er-Versionen von FIFA, NHL und Madden inklusive. Das Xbox Game Pass-Cloudgaming ist aber, wie gesagt, nur in der Ultimate-Abo-Variante dabei. Was genau macht diese Funktion, die ihr unter anderem über die Xbox-App von Windows starten könnt? Dies ist sehr einfach zu erklären: Ihr könnt auf PCs, Laptops und Smartphones sowie Tablets mit Android oder iOS und der Xbox Game Pass-App oder per Browser viele der Games, die der Game Pass auch als Download bietet, per Cloudgaming spielen. Für Smartphones und Tablets gibt es auch eine Filteroption für Games, die eine Touchbedienung unterstützen. Für Xbox-Konsolen soll Cloudgaming noch in diesem Jahr verfügbar sein.

Cloudgaming: Menü in der App des Xbox Game Pass Quelle: Xbox / Microsoft Cloudgaming: Menü in der App des Xbox Game Pass Unser Autor nutzt die Funktion per Laptop über WLAN schon seit einer Weile privat. Seine Erfahrungen, auch mit eher schnellen Spielen wie Hades oder Titeln wie Marvel's Avengers sind bisher trotz des Beta-Status sehr gut - dem Bild war nur in seltenen Situationen anzusehen, dass es nur ein Stream ist. Eine klar spürbare Verzögerung oder kleine Ruckler gab es trotz WLAN ebenfalls nur selten. Allerdings kam es bei manchen Spielen vereinzelt vor, dass das Spiel nicht starten wollte. Alles in allem ist die Cloudgaming-Funktion aber positiv zu bewerten, auch die Tatsache, dass vorhandene Speicherstände, die beim Spielen eines beispielsweise auf der Konsole installierten Games entstanden sind, übernommen werden. Man kann also an der Konsole spielen und das Spiel später mit einem völlig anderen Endgerät über seinen Xbox Game Pass-Account weiterspielen.

Playstation Now

Ein ähnliches Angebot wie beim Xbox Game Pass gibt es auch von Sony in Form von Playstation Now. Da die Parallelen groß sind, brauchen wir nicht viele Worte zu verlieren. Zwei große Unterschiede gibt es: Mit dabei sind ausschließlich Playstation-Titel der Generationen 2, 3 und 4, zudem läuft Playstation Now derzeit nur auf drei Plattformen: Playstation 4, Playstation 5 oder Windows-PC.

Playstation Now bekommt laufend neue Titel, die ihr als Abonnent spoielen könnt, genau wie beim Xbox Game Pass. Quelle: Sony Playstation Now bekommt laufend neue Titel, die ihr als Abonnent spoielen könnt, genau wie beim Xbox Game Pass. Auf den Konsolen lassen sich die Spiele auch herunterladen und installieren. Pro Monat kostet Playstation Now 9,99 Euro. Wer ein Jahresabo für 59,99 Euro eingeht, muss rechnerisch nur knapp 5 Euro pro Monat bezahlen. Für 3 Monate werden 24,99 Euro fällig, was 8,33 Euro pro Monat bedeutet. Interessant ist Playstation Now natürlich für PC-Gamer, die gerne mal einen der dort enthaltenen Playstation-exklusiven Titel spielen möchten, zum Beispiel The Last of Us 2, das noch bis zum 3. Januar 2022 mit dabei ist.

Fazit: Cloudgaming ist interessant, mit einigen Einschränkungen

Cloudgaming kann - eine gute Internetleitung vorausgesetzt - eine gute Alternative sein, wenn man mal abseits seines PC-Standortes spielen möchte, keine Lust auf eine Spieleinstallation und nötige Updates hat oder sich auch wegen der horrenden aktuellen Preise bei Grafikkarten keinen spielefähigen PC leisten kann (oder will). Ein Beispiel: Bei Nvidias GeForce Now mietet man gewissermaßen einen PC mit einer GeForce RTX 3080 - zwar sind knapp 50 Euro pro Halbjahr nicht wenig, zumal bis auf ohnehin kostenfreie Titel kein Spiel inklusive ist. Im Handel kostet eine GeForce RTX 3080 aber aktuell satte 1350 Euro. Selbst wenn man sie in zwei bis drei Jahren noch für 500 Euro verkaufen kann, wären dies 850 Euro plus die Stromkosten der Grafikberechnung beim Spielen. Für dieses Geld sind auch dreieinhalb Jahre GeForce Now RTX 3080-Abo drin.

Wir finden aber auch die Game-Abo-Services von Microsoft und Sony interessant, da sie für ihr Geld viele Games bieten, was eigentlich ohnehin die Hauptfunktion der Abos ist. Viele der Games, die man im Abo liebgewinnt, hätte man sich normalerweise nicht gekauft. Ebenso können Spiele dabei sein, die man sich zwar eh gekauft hätte, dank Abo aber in der Summe günstiger wegkommt - ein Titel wie Humankind ist beispielsweise seit Release im Xbox Game Pass dabei und kostete zum Release so viel wie vier Monate Game Pass Ultimate. Akzeptiert man, dass ein Spiel auch mal aus dem Abo fliegen kann, ist so ein Abo also für viele Spieler sicher eine feine Sache und die Cloudgaming-Funktion im Grunde genommen noch eine Zugabe obendrauf. Einen theoretischen Vorteil von Cloudgaming gibt es in Sachen Nachhaltigkeit. Denn, anstatt dass jeder seine eigene Hardware zu Hause hat, teilen sich viele Gamer die Technik. Allerdings gibt es dabei auch einen Fallstrick: Falls nur wegen der Existenz von Cloudgaming irgendwann etliche Leute mitmachen, die sich ansonsten niemals Gaming-Produkte gekauft hätten, kann es zu dem Punkt kommen, an dem die Server mehr Ressourcen verbrauchen als, wenn es kein Cloudgaming geben würde.

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