Cloudgaming: Latenz durch denn Umweg Internet

Special Antonio Funes
Cloudgaming: Latenz durch denn Umweg Internet
Quelle: Google

Nachdem Nvidia zu GeForce Now eine neue, im Dezember startende Abo-Option mit GeForce RTX 3080-Power ankündigte, ist Cloudgaming wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch was ist Cloudgaming? Was sollte man beachten? Und wie funktionieren die vier bekannten Services GeForce Now, Google Stadia, Xbox Game Pass Cloudgaming und Playstation Now?

Latenz durch den Umweg Internet

Weiter unten haben wir eine schematische Zeichnung zu der Latenz-Problematik beim Cloudgaming platziert. Was genau ist das Problem? Egal, ob normales Gaming oder Cloudgaming: Es gibt beim Eingabegerät eine winzige, selbst bei kabellosen Eingabegeräten aber vernachlässigbar kleine Latenz, bis die Eingabe-Aktionen vom PC erfasst werden. Hinzu kommt eine ebenfalls geringe Latenz durch den Monitor. Bei einem Fernseher kann diese Latenz höher sein, sofern man versehentlich den Gaming-Modus nicht aktiviert hat oder das TV-Gerät so einen Modus nicht bietet.

Ebenso gibt es sowohl beim Cloudgaming als auch bei einem stationären Gerät den Faktor FPS, also die Frage, wie viele Bilder pro Sekunde berechnet werden können. Bei 100 FPS seht ihr alle 10 Millisekunden ein neues Bild, bei 50 FPS alle 20 Millisekunden. Taucht ein Gegner eine Millisekunde nach dem Anzeigen eines fertig berechneten Bildes hinter einer Ecke auf, seht ihr ihn bei 50 FPS also frühestens 19 Millisekunden später, bei 100 FPS schon nach neun Millisekunden - dies ist im Grunde genommen auch eine Art von Latenz. Was beim Cloudgaming aber stets dazukommt: Es gibt eine Latenz von eurem PC zum Server, um die Eingabedaten zu senden, sowie eine Latenz vom Server zu eurem PC, um Bild und Ton zu senden. Die folgende Grafik verdeutlicht dies:
Cloudgaming: Zusätzliche Latenzen durch den Umweg Internet Quelle: Antonio Funes Cloudgaming: Zusätzliche Latenzen durch den Umweg Internet Das Entscheidende ist dabei der Nachteil durch die beiden Verzögerungen wegen des zwischengeschalteten Servers. Es geht dabei weniger um Datenmenge pro Sekunde, sondern die Verzögerung, mit der der Datenstrom beim Server respektive bei euch ankommt.

Testergebnis des Cloudgaming-Anbieters Vortex: Das Ergebnis 'poor' bedeutet, dass es in diesem Falle wenig Sinn macht, Vortex zu buchen. Quelle: Vortex.gg Testergebnis des Cloudgaming-Anbieters Vortex: Das Ergebnis "poor" bedeutet, dass es in diesem Falle wenig Sinn macht, Vortex zu buchen. Aus Multiplayer-Games kennt ihr diese Latenz als Ping - das ist die Dauer, die von euch gesendetes Signal zum Server und wieder zurück zu euch benötigt. Dabei weiß man allerdings nicht genau, ob die Latenzen gleichmäßig verteilt sind - als Beispiel: Bei einem Ping von 100 dauert es 100 Millisekunden, bis eine Aktion von euch, etwa das Schießen auf einen Gegner in einem Multiplayer-Game, bei euch zu Hause das wahre Ergebnis zeigt. Aber ob die Latenz von euch zum Server nun 40 oder 80 Millisekunden beträgt und die Latenz vom Server zu euch wiederum entsprechend 60 oder 20 Millisekunden, kann man als Nutzer nicht feststellen, erst Recht nicht, wenn es gar keinen Server gibt, sondern einer der Spieler-PCs in der Partie als Host dient. Die Grafikdarstellung auf euren PC ist aber nicht vom Ping betroffen, im Gegenteil: Es kann vor allem bei hohen Pingwerten vorkommen, dass ihr im Bild eine von eurem PC berechnete Aktion seht, die in Wahrheit gar nicht mehr möglich ist, da euer Charakter auf dem Server bereits den virtuellen Tod erfahren musste - wegen des Pings kommt die Todesnachricht aber erst verzögert bei eurem PC an, sodass ihr auf eurem Bildschirm beispielsweise bereits in Deckung seid und ihr dann scheinbar aus dem Nichts virtuell ablebt.

Erst in der Wiederholung, die viele Spiele anbieten, seht ihr, dass ihr in Echtzeit ohne den Ping betrachtet doch noch nicht in Deckung wart, als ein Gegner auf euch schoss. Anders sieht es beim Cloudgaming aus. Ein Ping von 100 Millisekunden bedeutet, dass ihr eine Aktion durchführt und auch auf eurem Monitor erst nach 100 Millisekunden die zur Aktion gehörende Bilderfolge sehen könnt. Je nach dem, wie hoch der Ping ist und um welche Spieleart es geht, kann eine solche Verzögerung das Spiel unspielbar machen. Natürlich gilt hier: Je schneller ein Spiel ist und je drastischer die negativen Folgen für euren Spielecharakter sind, wenn man nur einen kleinen Augenblick zu spät reagiert, desto eher ist ein guter Ping ein Muss. Selbst dann, wenn der Cloudgaming-Anbieter die beste Technik aufwartet, um beim Senden der Daten eine geringe Latenz zu haben, kann trozdem eine recht hohe Latenz von euch zum Server vorhanden sein kann, die er nicht beinflussen kann. Was ihr selbst dagegen tun könnt, erklären wir euch auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Cloudgaming: Funktionsweise., Vor- und Nachteile
  2. Seite 2 Cloudgaming: Latenz durch denn Umweg Internet
  3. Seite 3 Cloudgaming: Tipps für eine bessere Latenz
  4. Seite 4 Cloudgaming: GeForce Now und Google Stadia
  5. Seite 5 Cloudgaming: Xbox Game Pass, Playstation Now und ein Fazit
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