Nvidias Historie Teil 2: Umsätze steigen, KI löst Nvidia-Hype aus

Special Antonio Funes
Nvidias Historie Teil 2: Umsätze steigen, KI löst Nvidia-Hype aus
Quelle: Nvidia

Im zweiten Teil zur Historie von Nvidia geht es um die Grafikkarten von der GeForce 500 bis RTX 4000 sowie den Börsen-Hype und die Gründe dafür.

Vom Gaming- zum KI-Spezialisten

Wenn wir nun einen Blick auf den Jahresbericht 2024 werfen, der die Umsätze von 2023 aufzeigt, kristallisiert sich der Hauptgrund für Nvidias Aufstieg in den Aktienmärkten noch mehr heraus: Der Umsatz bei Compute und Networking wuchs um über 200 Prozent auf mehr als 47 Milliarden US-Dollar an, der Gewinn sogar um 530-Prozent auf 32 Milliarden US-Dollar. Auch der Gaming-Sektor stieg an, aber nur auf 10,4 Milliarden US-Dollar beim Umsatz. Hinzu kam, dass Nvidia über 60 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten tilgen konnte.

Vor allem die schon zuvor angesprochene Kompetenz rund um Künstliche Intelligenz bei Hard- und Software und die damit verbundenen netzwerkbasierten Dienste sorgen aber für den Erfolg von Nvidia an den Börsen. Ein KI-Beispiel, das ihr kennt, ist DLSS: Die KI-Technik rechnet ein vom PC in einer geringen Auflösung erstelltes Bild auf die für den Monitor passende Auflösung hoch, und zwar so effizient, dass ihr am Ende deutlich mehr FPS erhaltet als durch das Berechnen der Zielauflösung ohne DLSS.

Basierend auf Erfahrungen zu dieser quasi spielerischen KI-Variante bietet Nvidia für Firmenkunden jeweils individuell zugeschnittene Lösungen an und kann auch dank der Kompetenz in der Chipentwicklung den Firmen helfen, eigene Chips mit integrierter KI-Technik zu entwickeln.

Vor allem die Chancen und Möglichkeiten von KI sind es, die für einen großen Hype um Nvidia gesorgt haben. Denn es gibt derzeit keine Firma, die hierbei auch nur ansatzweise mithalten kann - zumindest ist das die Sicht der Analysten. Nvidia hat sich hierbei schon vor vielen Jahren viele Lorbeeren durch die Zusammenarbeit mit Autoherstellern und deren Zuliefern verdient.

Wichtig bei der finanziellen Bewertung von Nvidia ist neben den Aussichten auf Umsätze durch KI-Services auch die Tatsache, dass Nvidia seine GPUs gar nicht selbst produziert, sondern diese lediglich entwickelt und dann je nach Bedarf durch Zulieferer wie TSMC herstellen lässt. Dies hat zwar den Nachteil, dass Nvidia von Zulieferern abhängig ist, was bei Engpässen wie zur Covid-Zeit zu teuren Einkaufspreisen führt.

Der große Vorteil ist aber, dass Nvidia die Unternehmensschwerpunkte sehr flexibel verändern kann und nicht schauen muss, dass die eigenen Fertigungsstätten möglichst gut ausgelastet sind - außerdem kann Nvidia als gut bezahlter Partner anderen Firmen dabei helfen, wie man möglichst effizient eigene Chips entwickelt und dann die Produktion in Auftrag gibt.

Fabrik Foxconn Roboter Quelle: Nvidia Blog Foxconn trainiert mit Hilfe von Nvidia Roboter in einer Fabrik.

Beinahe unheimlicher Aktienkursanstieg

Der Aktienkurs von Nvidia war während der Coronazeit wegen der horrenden GPU-Preise schon einmal stark angewachsen, sackte aber ab Juli 2021 von über 65 auf bis Ende 2022 nur noch 14 Dollar ab. Als dann KI ein immer wichtigeres Thema wurde, stiegen die Kurse ab Anfang 2023 wieder an, und zwar in einem beinahe unheimlichen Maße: Von etwa 18 Dollar Anfang 2023 stieg der Kurs bis Juni 2024 auf fast 130 Dollar.

Der Hype um Nvidia wurde so groß, dass der Konzern damit sogar vor Apple und Microsoft das wertvollste Unternehmen weltweit war, wenn man den Börsenwert als Basis nimmt. Nach einigen aus Sicht von Investoren eher ernüchternden wirtschaftlichen Aussichten, die der CEO Jensen Huang Anfang September verkündete, sank der Unternehmenswert an einem einzigen Tag rechnerisch um 279 Milliarden US-Dollar.

Von dem Einbruch hat sich Nvidia ein wenig erholt - Stand 2. Oktober 2024 sind wir bei 105 Dollar pro Aktie. Das ist fast das Achtfache des Kurses von Ende 2022, und auch wer am Jahresende 2023 zugriff, als die Aktien bereits dreimal so viel wert waren wie ein Jahr zuvor, hat damit heute mehr als eine Verdoppelung seiner Investition. Man muss bei Börsenwerten freilich immer vorsichtig sein, aber sofern Nvidia keine schlimmen Managementfehler begeht, wird die Zukunft im KI-Bereich nicht rosig, sondern ziemlich grün aussehen.

  1. Seite 1 Nvidias Historie Teil 2: GeForce 500 bis 700
  2. Seite 2 Nvidias Historie Teil 2: GeForce 900 und die aktuelle RTX-Ära
  3. Seite 3 Nvidias Historie Teil 2: Ehrungen von Wissenschaftlern und finanzieller Aufstieg
  4. Seite 4 Nvidias Historie Teil 2: Umsätze steigen, KI löst Nvidia-Hype aus
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk