Prozessoren: Fazit und Kaufberatung
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Wir bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis teurer Enthusiasten-CPU im Vergleich zu Mainstream-Modellen und bieten darauf basierend eine CPU-Kaufberatung.
Nach unserer Analyse fragen sich sicher einige, warum die Profi-CPUs so teuer sind, wenn ihre Leistung doch gar nichts besonders ist. Hier muss man aber betonen, dass wir die Gaming-Leistung betrachtet haben. In Anwendungen, die für bestimmte Nutzer wichtig sind, können die teuren CPU am Ende einen Vorteil bringen - wenn dann die Arbeitseffizienz nur um wenige Prozent steigt, man also ein klein wenig schneller arbeiten kann als mit einer Mainstream-CPU, zahlt sich der Aufpreis schon sehr schnell aus. Ein weiterer Punkt sind Anwendungen, die davon profitieren, wenn es besonders viele Kerne gibt.
In diesem Artikel
Fazit unserer Analyse
Ebenso sind auch Szenarien, bei denen viele Anwendungen parallel laufen, ein Faktor - vor allem auf Servern ist dies der Fall. Aus diesem Grunde haben die Enthusiasten-CPUs auch vergleichsweise viele Kerne, und nur dort gibt auch Modelle mit mehr als 16 Kernen. Beim Sockel AMD AM4 ist bei 16 Kernen Schluss, beim Intel 1200 sogar bei 10 Kernen. Für Spiele reichen aber sechs Kerne völlig aus, zumal bei den aktuellen Mainstream-Sockeln dies auch damit verbunden ist, dass pro Kern zwei Threads verwaltet werden können, was aus den sechs Kernen effektiv 12 "virtuelle" Kerne macht.
Quelle: de.msi.com
MSI MEG X570 Unify - mit gut 300 Euro eine besonders edle Hauptplatine, was den Mainstreamsektor angeht.
Neben diesen Dingen gibt es auch einige Eigenschaften der passenden Mainboards, die in bestimmten professionellen Anwendungs-Szenarien wichtig sein können, zum Beispiel ein Support von mehr als 128GB RAM. Wie krass der Unterschied zwischen der Gaming-Leistung und Anwendungen ist, zeigt beispielhaft der Core i9-10980XE. Er kostet fast 1000 Euro, ist aber in Spielen sogar ein wenig langsamer als ein AMD Ryzen 7 3700X (8 Kerne), der nur 260 Euro kostet, und auch als ein Intel Core i5-10400F (6 Kerne), der sogar nur 150 Euro kostet. In Anwendungs-Benchmarks aber ist der teure Core i9 etwa 70 Prozent schneller als der Ryzen 7 3700X, was er auch seiner Kernzahl zu verdanken hat. Für einen Spieler ist es aber völliger Unsinn, sich die 1000-Euro-CPU anzuschaffen und inklusive Mainboard am Ende sogar um etwa 900 Euro mehr zu bezahlen. Auch die günstigeren Modelle unter den Enthusiasten-CPUs bringen keinen Mehrwert für Gamer. Selbst wer neben seinem Spiele-Hobby einige Anwendungen wie zum Beispiel Videobearbeitung auf einem etwas höheren Niveau betreibt, dürfte mit einer guten Mainstream-CPU ab acht Kernen deutlich besser bedient sein. Nur wer sich ganz sicher ist, die spezialisierte Leistung einer Enthusiasten-CPU gut gebrauchen zu können, sollte zugreifen.
Kaufberatung: Tipps zu Mainboard und empfehlenswerte CPUs
Wir haben nun noch einige Prozessoren für maximal 450 Euro herausgesucht, die derzeit für Gamer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Für ein passendes Mainboard solltet ihr ab etwa 80 Euro investieren und bei AMD den Chipsatz B550 bevorzugen, bei den teureren Modellen den X570-Chipsatz.
Bei AMD gibt es den Vorteil, dass ihr jedes Ryzen-Modell auch mit günstigen Mainboards übertakten könnet, wobei teurere Hauptplatinen in der Regel mehr Optionen und Stabilität bieten können. Bei Intels Sockel 1200 müsst ihr hingegen zwingend einen Z-Chipsatz nutzen, wenn ihr übertakten möchtet. Wir empfehlen dafür den neueren Z590, mit dem es ab 140 Euro entsprechende Modelle gibt. Aber das ist nicht alles: Für eine Übertaktung muss der Prozessor mit einem K im Namen gekennzeichnet sein. Insgesamt wird Übertakten mit einem Intel-System daher ein gutes Stück teurer als bei AMD. Wollt ihr aufs Übertakten verzichten, dann könnt ihr bei Intel natürlich auch ein günstigeres Mainboard, zum Beispiel mit einem B- oder H-Chipsatz der 500er-Reihe.
Die folgende Tabelle zeigt euch nun noch eine Auswahl an empfehlenswerten Prozessoren für die Sockel AMD AM4 und Intel 1200, wobei die F-Modelle von Intel oftmals besonders attraktiv sind, wenn man nicht übertakten will. Das F steht übrigens dafür, dass die CPU keine IGP (interne Grafikeinheit) hat. Ein KF bedeutet also, dass der Prozessor übertaktbar ist, aber keine IGP hat. Die meisten F-Versionen sind ein wenig günstiger als die normalen Varianten, bei der Leistung sind sie aber identisch. Dies ist unsere Auswahl, wobei es auf dem Markt noch einige weitere Modelle gibt, die sich nur beim Takt ein wenig von unseren Vorschlägen unterscheiden:
| CPU-Modell | Sockel | Basistakt | Boosttakt | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Core i5-10400F (6K, 12T) | 1200 | 2,9 GHz | 4,3 GHz | 150 Euro |
| Ryzen 5 3600 (6K, 12T) | AM4 | 3,6 GHz | 4,2 GHz | 170 Euro |
| Core i5-10600KF (6K, 12T) | 1200 | 4,1 GHz | 4,8 GHz | 195 Euro |
| Core i5-11400F (6K, 12T) | 1200 | 2,6 GHz | 4,4 GHz | 200 Euro |
| Ryzen 7 3700X (8K, 16T) | AM4 | 3,6 GHz | 4,4 GHz | 260 Euro |
| Core i7-10700F (8K, 16T) | 1200 | 2,9 GHz | 4,8 GHz | 265 Euro |
| Ryzen 5 5600X (6K, 12T) | AM4 | 3,7 GHz | 4,6 GHz | 275 Euro |
| Ryzen 7 3800X (8K, 16T) | AM4 | 3,9 GHz | 4,7 GHz | 285 Euro |
| Core i7-10700KF (8K, 16T) | 1200 | 3,8 GHz | 5,1 GHz | 300 Euro |
| Core i7-11700 (8K, 16T) | 1200 | 2,5 GHz | 4,9 GHz | 325 Euro |
| Core i7-11700K (8K, 16T) | 1200 | 3,6 GHz | 5,0 GHz | 345 Euro |
| Ryzen 7 5800X (8K, 16T) | AM4 | 3,8 GHz | 4,7 GHz | 380 Euro |
| Core i9-10900KF (10K, 20T) | 1200 | 3,7 GHz | 5,3 GHz | 425 Euro |
| Ryzen 9 3900X (12K, 24T) | AM4 | 3,8 GHz | 4,6 GHz | 435 Euro |
Bei AMD ist die Ryzen 5000er-Serie besonders stark, da sie bei der Relation aus Kernen und Takt mehr leistet als die Ryzen 3000er-Serie sowie Intels Prozessoren. Für den Einstieg liegt unser Kauftipp ganz klar beim Intel Core i5-10400F, im mittleren Preisbereich empfehlen wir den AMD Ryzen 7 3700X oder Ryzen 5 5600X. Wer mehr als dessen sechs Kerne plus mehr Leistung als beim Ryzen 7 3700X will, nimmt einen Ryzen 7 5800X oder Core i9-10900KF. Die neuere 11000er-Serie von Intel ist allgemein ein klein wenig schneller als die vom Namen her ähnlichen 10000er-CPU, kostet dafür aber auch mehr.
