Kaufberatung Prozessoren: Lohnen sich teure Enthusiasten-CPUs für Gamer?

Special Antonio Funes
Kaufberatung Prozessoren: Lohnen sich teure Enthusiasten-CPUs für Gamer?
Quelle: Intel

Die beiden Mainstream-Sockel AMD AM4 und Intel 1200 sind besonders beliebt und werden von uns auch für Gaming-PCs empfohlen. Doch was ist mit den sogenannten Enthusiasten-CPUs und den dazugehörigen Sockeln? Wir haben uns die Gaming-Leistung einiger dieser teuren CPUs angesehen, bewerten das Preis-Leistungs-Verhältnis und bieten darauf basierend eine CPU-Kaufberatung.

In unseren Kaufberatungen rund um Aufrüstungen oder CPU-Neukauf weisen wir immer wieder darauf hin, dass man als Gamer mit einem aktuellen Mainstreamsockel, also aktuell Intel 1200 und AMD AM4, am besten bedient ist. Die so genannten "Enthusiastensockel" von AMD und Intel empfehlen wir dabei nicht, da die Prozessoren eher für professionelle Anwender oder Server gedacht sind und einige Modelle sogar in Spielen langsamer sind als deutlich günstigere Mainstream-CPUs.

Prozessor-Kaufberatung

In unserem heutigen Special schauen wir uns dies ein wenig näher an und geben euch - quasi ganz nebenbei - auch Tipps dazu, welche aktuellen Prozessoren ihr bei einem Neukauf wählen solltet. Dabei beachten wir natürlich auch Themen wie die Mainboardwahl und die Frage, ob man übertakten möchte.

Enthusiasten-Futter

Die Bezeichnung "Enthusiast" wird zwar selten offiziell verwendet, aber allein das Image, das mit dem Begriff verbunden wird, soll den Kauf natürlich ein wenig schmackhafter machen. Denn wer sich selbst schon als mindestens "ambitioniert" wahrnimmt, nimmt gerne auch die Steigerung an, nämlich ein Enthusiast zu sein. Je nach dem, was man mit seinem PC vorhat, bringt die besonders teure Profi-Hardware aber keinen oder nur einen sehr geringen, nicht im Verhältnis zum Preis stehenden Vorteil. Bei Intel gilt aktuell der Socke 2066 den "Enthusiasten"-Sockel und bietet zahlreiche CPUs für Profi-Anwender und Server. Bei AMD hingegen gibt es keinen solchen Profi-Sockel mit ebenfalls vielen CPUs zur Wahl - es gibt zwar die Threadripper-CPU-Reihe für Profi-Anwender, wobei es aber nur je drei aktuelle CPU-Modelle für den Sockel sTRX4 sowie den Sockel sWRX8 gibt. Ein weitere Sockel AMD, nämlich SP3, bietet zwar recht viele CPUs, die aber speziell für Server vorgesehen sind. Bei den sechs Threadripper-CPUs geht es ab 1050 Euro los, und zwar mit dem Ryzen Threadripper PRO 3955WX, der 16 Kerne und 32 Threads bietet.

Ein AMD Ryzen der Threradripper-Famiilie - die Fläche ist deutlich größer als bei einer Mainstream-CPU Quelle: PC Games Hardware Ein AMD Ryzen der Threradripper-Famiilie - die Fläche ist deutlich größer als bei einer Mainstream-CPU Bei Intels Sockel 2066 wiederum ist der Start preislich schon ab 330 Euro möglich, allerdings auch mit deutlich weniger Kernen. Der Einstieg ist aktuell zum einen der Core i7-9800X, zum anderen mit dem Xeon W-2123. Die Xeon-Reihe ist eher für Server gedacht - der W-2123 hat zudem auch nur 4 Kerne (8 Threads), der Core i7-9800X arbeitet mit 8 Kernen (16 Threads). Bei Xeon-Modellen geht es erst ab 750 Euro los, wenn man ebenfalls 8 Kerne und 16 Threads benötigt. Was die Mainboards angeht, so bezahlt man bei den Enthusiasten-Sockeln von Intel und AMD ab etwa 240 Euro - dies ist nicht ohne, denn bei den Mainstreamsockeln Intel 1200 und AMD AM4 sind Mainboards schon ab 50 Euro zu haben, und wer sich etwas auskennt, der weiß, dass es für die Gaming-Leistung so gut wie irrelevant ist, wie teuer das Mainboard ist. Eine Ausnahme gibt es, wenn man übertakten will - ordentliche Übertaktermodelle im Mainstreambereich gibt es ab etwa 150 Euro, also immer noch deutlich günstiger als der Einstieg bei den Sockeln Intel 2066 und AMDs RX-Sockeln. Das heißt anders gesagt: selbst falls eine Profi-CPUs in Sachen Preis-Leistung einer Mainstream-CPU entspricht, ist das Gesamtpaket deutlich teurer, solange man beim Mainstream-Setup nicht zu einem teuren Mainboard für mehr als 230 Euro greift.

Bei den Prozessoren im Mainstream-Sektor geht es übrigens ab etwa 250 Euro mit dem Core i7-10700F und Ryzen 7 2700 los, was die aktuelleren Prozessoren mit 8 Kernen und 16 Threads angeht. Rein von den Eckdaten sind die Mainstream-CPUs also schon mal günstiger - doch natürlich ist es auch sehr wichtig zu beachten, was die Prozessoren am Ende leisten. Hier punkten dann auch deutlich günstigere 6-Kern-Modelle im Mainstreamsektor. Doch bevor wir zur Leistung kommen, vergleichen wir einige Mainstream- und Enthusiasten-CPUs bezüglich der Frage, wie viel Euro man pro Gigahertz bezahlen muss.

  1. Seite 1 Prozessoren: Enthusiasten-CPUs
  2. Seite 2 Prozessoren: Leistungsanalyse und Preis-Leistung
  3. Seite 3 Prozessoren: Fazit und Kaufberatung
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