Heimkino und Co: AV-Receiver, passive Hi-Fi-Boxen
Special
Bei genügend Platz und Budget bringt eine Heimkino-Anlage mit AV-Receiver und Hi-Fii-Boxen einen deutlich besseren Sound und somit auch mehr Spaß als eine Soundbar oder gar die Lautsprecher des TV-Gerätes. Wir geben dazu Tipps zum Kauf und zur Technik, bieten auch eine Übersicht mit 20 AV-Receivern und gehen zudem auf normale PC-Lautsprechersystem genauer ein.
Was sind AV-Receiver?
Wer im Wohnzimmer für Musik, Game oder Filme einen guten Sound sucht und den nötigen Platz hat, sollte unbedingt eine Anlage auf Basis eines AVRs, also AV-Receivers planen. Ein AVR ist zunächst einmal nichts anderes als ein Verstärker für passive Boxen, bei dem aber auch Anschlussmöglichkeiten für Video-Quellen vorhanden sind. Strenggenommen muss auch noch ein Radio-Tuner eingebaut sein, denn "Receiver" bedeutet im Zusammenhang mit Hi-Fi und Co nämlich "Radio-Empfänger".
In diesem Artikel
- Seite 1 Heimkino und Co: Einleitung; PC- und Hi-Fi-Lautsprecher
- Seite 2 Heimkino und Co: 2.0, 2.1 und 5.1 für PCs
- Seite 3 Heimkino und Co: AV-Receiver, passive Hi-Fi-Boxen
- Seite 4 Heimkino und Co: Planung und Kosten einer Anlage
- Seite 5 Heimkino und Co: Übersicht mit 20 AV-Receivern
- Seite 6 Bildergalerie
Hier muss man auch aufpassen: Wenn ein Gerät einfach nur als "Receiver" angeboten wird, handelt es sich oft nur um einen Stereo-Verstärker mit Radio-Tuner.
Quelle: Yamaha
Die Rückseite eines Yamaha RX-S602 - dieses Modell hat für einen AVR vergleichsweise wenig Anschlüsse zu bieten.
Ein "richtiger" AVR, wie wir ihn meinen, kostet ab etwa 250 Euro und ist heutzutage viel mehr als nur ein Receiver mit Videoquellen-Anschluss. Denn moderne AVRs bieten so gut wie immer mindestens die Option, fünf Boxen und einen Subwoofer anzuschließen (also 5.1-Sound). Sie haben zudem diverse Soundprogramme für den Klang, können mehrere digitale Tonformate erkennen und entsprechend auch nutzen, zum Beispiel Dolby Digital, Dolby Atmos oder DTS. Moderne AVRs haben HDMI-Eingänge für entsprechende Geräte und mindestens einen HDMI-Ausgang, um nur das Bild oder auf Wunsch auch Bild und Ton an einen angeschlossenen Fernseher weiterzuleiten. Auch Internetradio, Bluetooth oder USB für MP3-Files oder Video sowie WLAN und Multimedia-Apps sind bei den meisten AVRs heutzutage vorhanden, so dass man nicht nur einen Verstärker, sondern ein kleines Multimedia-Center zur Verfügung hat.
Quelle: Magnat
Magnat Signature 500 Standbox für 400 Euro, 97 Zentimeter hoch.
Wichtig ist aber vor allem der Sound - wer zu Hause einen besseren Sound als über ein aktives Boxenset, eine Soundbar oder gar nur den TV-Lautsprecher im Wohnzimmer sucht, der wird in den meisten Fällen mit einem AVR eine perfekte Basis für sein Vorhaben finden - egal ob man ein Surround-Setting oder nur guten Stereosound über zwei Boxen im Sinn hat. Am Ende des Specials haben wir übrigens eine kleine Übersicht mit 20 aktuellen AVRs für euch vorbereitet. Doch was für Lautsprecher braucht man?
Passive Boxen: Groß oder Klein?
Prinzipiell gilt: Je größer ein Lautsprecher, desto leichter (und günstiger) ist es für den Hersteller, einen guten und druckvollen Sound heraus zu zaubern.
Natürlich gibt es auch relativ kleine und trotzdem herausragend klingende Boxen - diese kosten dann aber deutlich mehr als Modelle, die ähnlich klingen, aber nicht so kompakt sind. Um kurz auf aktive Boxen zurückzukommen: Lautsprecher für den PC sind meistens recht klein und werden auch daher, wie schon beschrieben, oft mit Subwoofer angeboten. Es gibt aber auch PC-Boxen, vor allem im Bereich der für Musiker und Tonstudios gedachten so genannten aktiven Abhör- oder Studio-Monitore, die so groß sind wie kleinere passiven Hi-Fi-Boxen. Damit meinen wir Hi-Fi-Boxen, die grob gesagt zwischen etwa 20 und 60 Zentimeter hoch sind - diese werden wegen ihrer im Vergleich zu ausgewachsenen Standboxen kompakten Größe auch Kompakt- oder Regalboxen genannt.
Solche Regalboxen sind das, was euch auch einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Hi-Fi-Welt mit passiven Boxen und AVR ermöglicht. Es gibt zwar auch fertig zusammengestellte passive 5.1-Boxensysteme mit sehr kleinen Boxen, die für Nutzer gedacht sind, die Surround per AVR verwirklichen, aber dabei möglichst wenig Platz verbrauchen wollen. Wir raten aber eher, wenn ihr ein Surroundsystem aufbauen wollt, mindestens zu Kompaktboxen mit einer Höhe von über 20 Zentimetern für die Ecken sowie eine vom Volumen her ähnlich große Centerbox für die Mitte. Wer den Platz und das Budget hat, fährt mit Standboxen am besten, sofern er keine Billigheimer wählt. Denn im sehr niedrigen Preisbereich kann eine Regalbox bei gleichem Preis besser klingen als eine Standbox, bei der dann ja vergleichsweise viel Geld vom Preis für das Material verwendet wird. Eine Standbox ist ab etwa 90 bis 100 Zentimeter hoch - den Namen hat sie, da man sie direkt auf den Boden stellt. Die Töner sind so ausgerichtet, dass sie bei einer normaler Sitzposition zum Zuhörer passen. Eine Regalbox kann man zwar auch auf den Boden stellen - die Töner sind aber so beschaffen, dass sie eher in einem Regal (daher auch der Name) oder auf einem Ständer platziert werden sollten, so dass die Box in etwa auf Kopfhöhe einer sitzenden Person ist.
