Heimkinosound: Tipps zum Kauf von AV-Receiver, Hifi-Boxen und PC-Lautsprechern
Special
Bei genügend Platz und Budget bringt eine Heimkino-Anlage mit AV-Receiver und Hi-Fii-Boxen einen deutlich besseren Sound und somit auch mehr Spaß als eine Soundbar oder gar die Lautsprecher des TV-Gerätes. Wir geben dazu Tipps zum Kauf und zur Technik, bieten auch eine Übersicht mit 20 AV-Receivern und gehen zudem auf normale PC-Lautsprechersystem genauer ein.
Lautsprecher und AV-Receiver
Nachdem wir in der letzten Woche ein Special rund um Fernseher vor allem für die kommenden Spielekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X für euch veröffentlicht hatten, geht es heute um Lautsprecher und mehr mit einem Schwerpunkt zum Thema Hi-Fi beziehungsweise Heimkino. Wir diskutieren aber zuerst ein paar allgemeine Dinge, die auch PC-Lautsprecher betreffen. Auf Seite 2 gehen wir dazu intensiv auf die Frage ein, welche Art von Boxen-System für PCs zu empfehlen sind und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Optionen haben. Wir beginnen aber mit einer kurzen Erklärung, was der Unterschied zwischen PC-Boxensystemen und so genannten Hi-Fi-Lautsprechern ist.
In diesem Artikel
- Seite 1 Heimkino und Co: Einleitung; PC- und Hi-Fi-Lautsprecher
- Seite 2 Heimkino und Co: 2.0, 2.1 und 5.1 für PCs
- Seite 3 Heimkino und Co: AV-Receiver, passive Hi-Fi-Boxen
- Seite 4 Heimkino und Co: Planung und Kosten einer Anlage
- Seite 5 Heimkino und Co: Übersicht mit 20 AV-Receivern
- Seite 6 Bildergalerie
PC-Boxen und Hi-Fi-Lautsprecher
Um Töne zu erzeugen, müssen Schallwellen entstehen. Diese werden bei Lautsprechern durch Membrane erzeugt, die vibrieren und damit die Luft in Schwingung versetzen.
Quelle: Edifier
Das Edifier Studio R1280T ist ein aktives 2.0-Boxenset
Bei den Membranen und der damit verbundenen Technik spricht man auch von Tönern - für hohe, mittlere und tiefe Ton-Frequenzen ordnet man diese in die Kategorien Hoch-, Mittel- und Tieftöner ein. Viele Boxen haben wegen ihrer Größe nur zwei Töner, wobei der Mitteltöner dann auch (mehr oder weniger gut) den Bass übernimmt. Größere Standboxen haben mindestens drei Töner, oft auch mehr. Durch Bassreflex-Kanäle, zu erkennen an einer Öffnung vorne oder hinten an der Box, kann vor allem bei kleinen Boxen trotzdem behelfsmäßig mehr Bass erzeugt werden, wenn kein richtiger Tieftöner eingebaut werden kann. Um die Töner in Schwingung zu versetzen, wird Strom benötigt - dieser Strom kommt vom Verstärker, der wiederum ein Audio-Signal, das er zum Beispiel vom PC oder einer Spielekonsole erhält, verstärkt und die Anteile für die verschiedenen Tonfrequenzen auf die Töner verteilt. Das Wort "Verstärker" kommt daher, dass die Audio-Signale klassischerweise in Form von kleinen Stromschwankungen vorliegen, die viel zu klein sind, um Boxenmembranen zum Schwingen zu bringen - die Ströme müssen also verstärkt werden. Inzwischen gibt es je nach Anschlussart keine analogen, sondern digitale Signale - trotzdem bleibt es bei der Bezeichnung "Verstärker". Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Der Verstärker kann im Lautsprecher beziehungsweise bei einem Boxensystem in einer der zum System gehörenden Boxen eingebaut sein. Hier spricht man von aktiven Boxen, da die Boxen sich selbst versorgen und daher auch (bis auf wenige kleine Boxen, denen ein USB-Port ausreicht) einen Stromstecker oder Akku haben.
Quelle: Dali
Die Zensor-Serie von Dali bietet viele passive Lautsprechermodelle - hier eine Kompaktbox.
Bei passiven Boxen fehlt hingegen der Verstärker - hier braucht man also einen separaten Verstärker. Bei PC-Boxensystemen sitzt der Verstärker oft in einer der beiden Boxen beziehungsweise bei Systemen mit Subwoofer im Subwoofer - die dort angeschlossenen Boxen sind also strenggenommen auch passiv. Trotzdem fallen diese, da es sich um ein zusammengehörendes System handelt, unter die Bezeichung "aktive" Boxen. Echte passive Lautpsrecher sind das, was man landläufig auch als "Hi-Fi"-Boxen bezeichnet. Man benötigt einen Vollverstärker oder AVR (AV-Receiver), um diese meist einzeln erhältlichen Boxen zu versorgen. Dabei wird einfach jeder Lautsprecher mit einem Kabel (mit je einem Anschluss positiv und negativ) am Verstärker oder AVR angeschlossen, dessen Länge man selbst bestimmen kann. Denn an den Kabelenden wird die Kabelhülle entfernt, die blanken Kabeladern werden dann an die Anschlüsse der Boxen und des Verstärkers gesteckt und beispielsweise mit Schraubverschlüssen fixiert. Wer will, kann bei vielen Boxen und Verstärkern auch so genannte Bananen-Stecker nutzen, die man an die Kabelenden montiert. Die Soundquellen, die man hören will, schließt man wiederum an den Verstärker respektive AVR an - damit man viele Dinge anschließen kann, haben solche Verstärker oder AVRs stets mehrere Eingänge. Der Vorteil bei passiven Boxen ist die große Auswahl sowie die Tatsache, dass man sich als Basis einen ordentlichen Verstärker kaufen und sein System je nach Bedarf anpassen und aufrüsten kann. Im Gegensatz zu PC-Boxen gibt es auch viele größere, klanglich sehr mächtige Boxen. Dies hat zwar auch seinen Preis, bietet aber (außer bei Billig-Angeboten) auch eine Qualität, die man nicht mehr missen will, wenn man vorher nur ein Boxensystem oder eine Soundbar für 100 bis 200 Euro oder gar nur die TV-Lautsprecher genutzt hat. Verstärker beziehungsweise AV-Receiver und passive Boxen sind aber eher etwas fürs Wohnzimmer - für einen normalen Gamer-Schreibtisch eignen sie sich eher nicht.
