Jahresrückblick: Hardwaretrends und -neuheiten von 2018 plus satirischer Ausblick auf 2019
SpecialDas Jahr 2018 neigt sich dem Ende - wir blicken auf die Trends und Neuheiten aus dem Bereich der Gamer-Hardware zurück. Im Fokus liegen dabei Nvidia, AMD und Intel, aber auch die IT-Messen CES und Computex. Auf Smartphones werfen wir ebenfalls einen kurzen Blick. Außerdem haben wir eine kleine satirische Vorschau auf 2019 vorbereitet.
Hardware-Jahresrückblick 2018
Das Jahr 2018 ist in seinen letzten Zügen. Wir blicken auf die Hardware-News der letzten knapp 12 Monate zurück, die auch für Spieler interesssant waren. Unser klarer Schwerpunkt sind dabei Grafikkarten und Prozessoren, zudem haben wir auf der letzten Seite eine nicht ganz Ernst gemeinte Vorschau auf das Jahr 2019 für Euch parat.
In diesem Artikel
Nvidia: RTX-Grafikkarten
Lange Zeit haben Nvidia-Fans auf neue Grafikkarten gewartet. Mit den drei RTX-Modellen 2070, 2080 und 2080 Ti sind diese im Herbst dieses Jahrs in den Handel gekommen. Zu den beiden Ende September veröffentlichten stärkeren Modellen hatten wir auch ein Special für euch aufbereitet, ein paar Wochen später erschien auch die RTX 2070.
Quelle: PC Games Hardware
XFX Radeon RX 590 Fatboy
Rein leistungsseitig gab es das gewohnte Bild, bei dem das neue Modell einer Leistungsklasse in etwa auf Niveau der stärkeren Leistungsklasse der Vorgeneration ist - dies bedeutet also: die GeForce RTX 2070 entspricht in etwa der GeForce GTX 1080, die RTX 2080 der GTX 1080 Ti, und die RTX 2080 Ti stellt (vor allem bei höheren Auflösungen) mit einigem Abstand das neue Flaggschiff. Allerdings haben die hohen Preise der neuen Grafikkarte einige Nutzer nahezu entsetzt. Möglicherweise waren die Preise noch von der Fehleinschätzung des Mining-Booms (dazu gleich mehr) geprägt. Inzwischen liegen die Preise der RTX 2070 und RXT 2080 nämlich auf einem Preisniveau, das unterhalb dem liegt, das die GTX 1080 und GTX 1080 Ti jemals hatte (von einzelnen Sonderangeboten einmal abgesehen).
Die RTX 2080 Ti bleibt jedoch ein absolutes Luxusmodell, das man mit Ach und Krach gerade noch dann empfehlen kann, wenn man unbedingt mit 4K als Auflösung spielen möchte und dabei noch annehmbare FPS-Werte bei höheren Details genießen will. Die Modelle GTX 1080 und 1080 Ti werden übrigens schon seit einigen Monaten nicht mehr produziert und sind inzwischen praktisch ausverkauft. Als vor etwa einem Monat noch einige Modelle bei Shops auf Lager waren, hatten sich die Preise der RXT 2070 und 2080 bereits dermaßen nach unten bewegt, dass ein Kauf der beiden älteren Grafikkarten nicht mehr zu empfehlen war. Der GTX 1070 könnte ein ähnliches Schicksal drohen, denn im Moment sinken deren Preise immer weiter - die RTX 2060, die sich leistungsmäßig vermutlich auf ähnlichem Niveau bewegen wird, naht. Die Preissenkungen der GTX 1070 und auch der GTX 1060 haben aber auch andere Gründe, die wir als nächstes besprechen werden.
Nvidia. Mining-Fiasko
Im Frühjahr 2017 begann ein Miningboom. Von Mining spricht man im Zusammenhang mit Hardware, wenn man PC-Rechenpower zur Verfügung stellt, um die für virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ethereum nötigen Rechenoperationen durchzuführen. Als Lohn bekommt der Nutzer dann die entsprechende virtuelle Währung - da der PC quasi wie ein Minenarbeiter Währung "schürft", spricht man von "Mining". Die Kurse von virtuellen Währungen erlebten 2017 einen rasanten Anstieg, so dass immer mehr große PC-Farmen entstanden, die nur für Mining genutzt wurden. Da einige Grafikkarten, vor allem von AMD, besonders effizient für diese Berechnungen sind, kauften professionelle Miner immer mehr Grafikkarten auf. Der Nachfrageanstieg führte zu einer Verknappung der Grafikkarten, so dass die Preise stark anstiegen - für Gamer-Grafikkarten ein eher ungewöhnlicher Trend. Nachdem passende AMD-Grafikkarte kaum mehr zu haben waren, wurde auch Nvidia von der Nachfrage erwischt. Für Gamer ein sehr schlechter Trend, für Nvidia aber die Aussicht auf eine wahre Goldgrube.
Quelle: Inno3D
Inno 3D GeFroce RTX 2080 Ti iChill
Doch Nvidia hat sich 2018 verspekuliert und das Ende des Miningbooms nicht einmal ansatzweise vorhergesehen - die Folge sind falsche Entscheidungen bei der Produktionsmenge von Grafikchips. Schon vor etwa einem halben Jahr sanken Kryptowährungen nämlich in ihrem Kurs stark ab, und irgendwann war der Punkt erreicht, an dem es sich selbst bei extrem geringen Stromkosten, die es in einigen Ländern mit entsprechenden PC-Farmen gibt, nicht mehr lohnte, Computer nur für die Berechnungen rund um Kryptowährungen zu betreiben, geschweige denn neue Grafikkarten anzuschaffen. Die Geschäftsaussichten von Nvidia, auf die auch Anleger vertraut hatten, haben sich daher bei weitem nicht erfüllt - die Nvidia-Aktie sank seit dem Sommer 2018 um mehr als 50 Prozent. Für Nvidia ist dies ein kleines Fiasko - zwar betrifft die Halbierung des Firmenwertes nicht direkt das Tagesgeschäft, und der Aktienkurs ist aktuell immer noch auf dem Stand, den sie in etwa bei Beginn des Miningbooms 2017 hatte. Der Wertverlust beinhaltet aber auch verlorenes Vertrauen durch wichtige Investoren, macht es Nvidia also auch schwerer, an Finanzmittel für neue Projekte heranzukommen, und ein Teil der Kursverluste beinhaltet bereits die Tatsache, dass Nvidia deutlich weniger Gewinn als erwartet machen wird, gegebenenfalls sogar unerwartet in die roten Zahlen rutschen könnte.