Gaming-Grafikkarten: Strombedarf, DLSS und FSR
Special
Wir haben für euch das Preis-Leistungs-Verhältnis von Gaming-Grafikkarten ab der AMD Radeon RX 6500 XT ermittelt und geben euch dazu Kaufempfehlungen. Außerdem gibt es einige Tipps, die die Auswahl eines passenden Modelles vereinfachen - zum Beispiel zu den Unterschieden von Custommodellen oder was man bei den Maßen und dem Strombedarf beachten muss.
Strombedarf
Beim Strombedarf von Grafikkarten gibt es bei vielen Nutzern ein Missverständnis. Denn die Hersteller empfehlen je nach Modell Netzteile mit einer Mindestleistung, was denn Watt-Wert angeht. Daher glauben viele Käufer, dass ein Netzteil mit einem geringeren Watt-Wert unweigerlich versagen wird, und manch einer glaubt sogar, der PC würde bei Betrieb der Grafikkarten den genannten Watt-Wert verbrauchen und zur Kostenfalle werden.
Beides ist aber falsch - denn wenn ein Hersteller ein Netzteil mit zum Beispiel 600 Watt empfiehlt, hat er dabei auch ältere oder qualitativ zweifelhafte Netzteile mit im Blick. Solche Netzteile sind am Ende dann oftmals kaum besser als ein Markenmodell mit 450 bis 500 Watt Nennleistung. Anders gesagt: Da, wo an sich ein 450 Watt-Netzteil ausreicht, empfiehlt ein Hersteller vorsichtshalber eher 550 bis 600 Watt, damit sich am Ende die Kunden mit einem minderwertigen 450 Watt nicht beschweren, deren Netzteil dann doch nicht ausreicht. Der Nennwert eines Netzteils ist dessen Maximum an Leistung, das es liefern kann - bei vielen ungewöhnlich günstigen Modellen kann dieser Wert oftmals gerade so erreicht werden, teils auch nur in der Theorie für wenige Millisekunden. Bei Markenmodellen ist es wiederum meist sogar nur eine Art "empfohlene Dauerlast" - die wahre Leistung liegt aber höher. Markenmodelle mit einem Nennwert von zum Beispiel 500 Watt können häufig auch 600 Watt liefern - es wird lediglich nicht empfohlen, dies zu lange zuzulassen.
In diesem Artikel
Nun zum wahren Verbrauch: Bei den Grafikkarten können es je nach Modell bis zu etwa 350 Watt Strombedarf bei Last sein - nur für die Grafikkarte. Die folgende Grafik zeigt euch den ungefähren Strombedarf, den nur die Grafikkarte haben kann:
Quelle: Antonio Funes
Gaming-Grafikkarten von AMD und Nvidia : Kaufberatung und Tipps zur Auswahl (1)
Bis zur AMD Radeon RX 6800 sind es also unter 250 Watt, wenn man von der Nvidia GeForce RTX 3070 Ti absieht. Hinzu kommt, was den PC-Strombedarf angeht, die CPU und der Rest vom PC. Hier kann zwar eine starke Top-CPU mit acht oder mehr Kernen theoretisch für mehr als 300 Watt Stromverbrauch sorgen, wenn sie komplett ausgelastet wird - lezteres ist aber in Games unrealistisch, da dafür alle Kerne der CPU bei voller Last laufen müssten. Dies ist aber bei modernen Games in absehbarer Zeit noch nicht der Fall, außer vielleicht bei Vierkern-CPUs, die aber wiederum selbst bei voller Last dann keine 300 Watt benötigen. Vielmehr kann man bei Spielen allgemein von etwa 150 Watt Strombedarf ausgehen, was die CPU und den Rest des PCs ohne Grafikkarte angeht, und addiert dann den Bedarf der Grafikkarte hinzu.
Für eine AMD Radeon RX 6700 XT oder Nvidia GeForce RTX 3060 Ti sind das dann in der Summe etwa 350 Watt. Nimmt man einen Puffer von 100 Watt dazu, reicht also ein 450 Watt-Markennetzteil schon aus. Rechnet ab etwa 50 Euro für ein ordentliches 450 Watt-Modell und pro 50 Watt Zusatzleistung weitere 10 Euro dazu, um bei einem ordentlichen Markenmodell zu bleiben. In unserem Stromverbrauchs-Special von Anfang Februar findet ihr weitere Tipps zum Strombedarf und eine Marktübersicht zu Netzteilen.
Nvidias DLSS und DLAA sowie AMDs FSR und RSR
Dank künstlicher Intelligenz ist es mit RTX-Grafikkarten von Nvidia sowie neueren AMD-Grafikkarten möglich, mit wenig Qualitätsverlust mehr FPS in Spielen zu genießen. Nvidias DLSS ist dabei schon sehr ausgereift - oftmals sieht man nur bei einem Standbild mit vergrößerten Bildbestandteilen einen Unterschied zwischen dem mit KI-Hilfe entstandenen DLSS-Bild und einem zu 100 Prozent durch die Grafikkarte berechneten Bild. Mit DLSS hat man aber bei fast identischer Qualität deutlich mehr FPS, oder aber man kann bei konstanten FPS statt nur in mittleren Details in hohen oder Ultra-Details spielen. DLAA von Nvidia ist eine ähnliche Technik, die sich aber auf die Kantenglättung beschränkt. DLSS und DLAA muss im jeweiligen Spiel auch integriert sein.
Bei AMD gibt es seit dem letzten Treiberupdate RSR - mit dieser Technik kann man jedes Spiel in einer niedrigeren Auflösung spielen und durch Algorithmen auf die normale, vom Monitor unterstützte Auflösung hochrechnen lassen und dabei mehr FPS zur Verfügung haben als ohne RSR. Es handelt sich also um eine Upscaling-Technik. Bisher gab es bei AMD für Upscaling nur FSR, das wie DLSS im Spiel eingebaut sein muss. In Sachen Qualität hinkt AMD noch etwas hinterher, verspricht aber laufende Verbesserungen. Derzeit kann man bei der Kaufentscheidung vielleicht noch wegen DLSS einen kleinen Bonus für Nvidia geben, aber da AMDs RSR in jedem Spiel funktioniert und Verbesserungen in Aussicht sind, schmilzt der Feature-Bonus von DLSS.
