Gaming-Grafikkarten von AMD und Nvidia : Kaufberatung und Tipps zur Auswahl
Special
Wir haben für euch das Preis-Leistungs-Verhältnis von Gaming-Grafikkarten ab der AMD Radeon RX 6500 XT ermittelt und geben euch dazu Kaufempfehlungen. Außerdem gibt es einige Tipps, die die Auswahl eines passenden Modelles vereinfachen - zum Beispiel zu den Unterschieden von Custommodellen oder was man bei den Maßen und dem Strombedarf beachten muss.
In unserem Special wollen wir euch zu den aktuellen Grafikkarten eine Kaufberatung bieten, bei der wir das Preis-Leistungs-Verhältnis als Kernpunkt beachten. Wir geben aber auch einige Tipps rund um Themen wie der Frage, was ein Custommodell ist, sowie auch zur den Maßen von Grafikkarten, der Stromversorgung und Techniken von AMD und Nvidia für effizientere Grafikberechnungen. Starten möchten wir mit der Frage, was Custommodelle sind und was es dabei zu den Lüftern zu sagen gibt.
Referenz- und Custommodelle sowie Lüfter
AMD und Nvidia bieten verschiedene Grafikkarten-Reihen an. Mit "Reihe" meinen wir beispielsweise die AMD Radeon RX 6600 XT oder RX 6800 oder die Nvidia GeForce GTX 1660 Ti oder RTX 3060. Zu jeder Reihe gibt es nämlich wiederum zahlreiche Modelle der Partner von AMD und Nvidia wie zum Beispiel von Asus, Gainward, MSI, Palit oder XFX, und in der Regel auch ein Referenzmodell mit einem Kühlerdesign von AMD oder Nvidia sowie einem dafür vorgesehenen Referenztakt für die GPU. Es dominieren auf dem Markt aber ganz eindeutig die sogenannten Custommodelle der Partnerhersteller von AMD und Nvidia. Diese Custommodelle haben oftmals einen höheren Takt als die Referenzmodelle, was auch dank eigener Kühllösungen ermöglicht wird, die je nach Modell zwischen einem und drei Lüfter nutzen. Daher sind die Grafikkarten-Modelle auch, obwohl sie aus derselben Grafikkarten-Reihe stammen, unterschiedlich lang, breit und hoch, und zwar selbst dann, wenn es um Modelle mit AMD/Nvidia-Referenztakt geht.
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Bei der Einordnung der Grafikkarten-Reihen bezüglich der Leistung (dazu später mehr) nimmt man aber stets das Referenzmodell einer Reihe und den von AMD oder Nvidia dafür vorgesehen Referenztakt als Maßstab. Mit einem Satz wie "die AMD Radeon RX 6700 XT ist etwa fünf Prozent schneller als die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti" meint man also den Vergleich der Referenzmodelle oder auch zweier Custommodelle mit Referenztakt. Beim eigentlichen Bauplan, also der Frage, wie groß die Platine für die Grafikkarte ist und wo die Bauteile wie GPU, RAM, Kondensatoren und so weiter platziert werden, halten sich die Hersteller bis auf wenige kleine Designänderungen an die Referenzmodelle von AMD und Nvidia.
Es kann schon mal passieren, dass ein Hersteller zum Beispiel die RAM-Bausteine oder einen Kondensator ein wenig anders platziert, da er es für seine Kühllösung für besser oder einfacher umsetzbar hält. Daher ist jedes Modell aus einer Reihe wie der AMD Radeon RX 6600 XT bei identischem GPU-Takt exakt gleich schnell, egal ob es sich um ein Custommodell von zum Beispiel Asus, MSI oder XFX handelt. Taktet die Karte höher als die Referenzvorlage, kann man maximal ein FPS-Plus in einem ähnlichen Maße erwarten. 10 Prozent mehr Takt sind also bis zu 10 Prozent mehr FPS.
Quelle: PC Games Hardware
Die Founders Edition der GeForce RTX 3070 T, eine Referenz-Version von Nvidia.
Der große Vorteil von Custommodellen ist die Vielfalt bei dem, was man als Gesamtpaket kaufen kann. Es gibt Modelle, die einen besonders hohen Takt haben und dank eines mächtigen Kühlkörpers mit drei Lüftern trotzdem leise arbeiten können, oder mit einem moderaten Takt fast lautlos agieren. Andere Karten aus der gleichen Reihe sind wiederum vielleicht besonders klein, damit sie auch in Mini-PCs passen, können dann aber lauter sein, da nur Platz für einen einzigen Lüfter da ist. Wieder andere Modelle haben durchschnittliche Maße, wobei es je nach Modell die Wahl aus einem Mix mehrerer Faktoren gibt: Takt, Lautstärke und Temperatur. Je größer der Kühler sein darf, desto leichter fällt natürlich eine leise Kühlung.
Achtung: Manche Hersteller wollen unbedingt besonders niedrige Temperaturen erreichen, da sich mit den niedrigen Werten gut werben lässt - dies kann aber dafür sorgen, dass die Lüfter selbst bei wenig Last nervig laut drehen. Hier kann man als Nutzer mit Tools bei der Lüfterkurve eingreifen. Die Karte wird dann zwar wärmer, aber man hat ja dank des "kälteliebenden" Herstellers genug Spielraum. Informiert euch im Einzelfall, welche Temperatur bei eurer Grafikkarte beziehungsweise GPU kritisch ist, und stellt die Lüfterkurve entsprechen ein.
