Grafikkarten-Begriffe: Anti-Aliasing, Vulkan und DirectX
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Vor dem Grafikkarten-Kauf und in Spielemenüs tauchen Begriffe wie PCIe, Raytracing, Anti-Aliasing und mehr auf. Wir erklären euch viele solcher Begriffe.
Anti-Aliasing - Kanten glätten
Nachdem wir nun einige AMD- und Nvidia-Techniken erläutert haben, widmen wir uns nun noch einem Begriff, der allgemein in den Grafikoptionen von Spielen auftaucht und mit der Leistung zu tun hat - die Rede ist von Anti-Aliasing, kurz AA. Vor allem dann, wenn Hintergrund und eine Kante oder Linie beim Kontrast stark gegensätzlich sind, tritt der sogenannte Treppeneffekt auf. Die Kante ist nicht glatt, sondern hat sichtbare Pixel, die Stufen bilden. Wenn ihr in einem Spiel zum Beispiel auf eine dunkle Mauer blickt, über der ein strahlend blauen Himmel ist, können diese Stufen selbst bei höheren Auflösungen unschön auffallen.
Um die Kanten optisch weniger pixelig wirken zu lassen, gibt es Anti-Aliasing. Auf Deutsch nennt sich die Technik auch Kantenglättung, was den Vorgang gut beschreibt. Denn um die Kanten herum berechnet Anti-Aliasing für die umgebenden Pixel neue Farben, die den Übergang zwischen Kante und Hintergrund glatter gestalten. Es gibt dabei mehrere AA-Methoden, die sich qualitativ und vom Leistungsbedarf her unterscheiden. Die bekanntesten sind FXAA, MSAA und TXAA.
Bei manchen Sorten könnt ihr zwischen Stufen wie 2x oder 8x wählen kann. Der Leistungsverlust durch AA war früher ein großes Problem: Die FPS-Werte konnten teils um mehr als 50 Prozent geringer ausfallen.
Inzwischen gibt es, auch dank weiterer Bildberechnungsmethoden, aber auch wegen der Grafikkartenpower in aller Regel keine großen Leistungsverluste durch AA, und DLSS oder FSR sorgen für eine weitere Entspannung bei der nötigen Leistung. In vielen Spielen kann man AA noch nicht einmal deaktivieren.
Trotzdem könnt ihr, falls ein Spiel auf eurem PC Leistungsprobleme hat, nachsehen, ob es vielleicht an der Art des verwendeten AA liegt.
Quelle: FXAntonio Funes
FXAA und MSAA bei GTA V im Vergleich
Eine besondere Methode für eine Kantenglättung ist übrigens SSAA, was das Bild in einer höheren Auflösung berechnet, um durch die dabei entstandenen Pixel eine bessere Auswahl für die Pixel der eigentlichen Zielauflösung zu haben.
In einigen Spielen könnt ihr auch einfach direkt die Renderauflösung, also die Grafikkarten-interne Auflösung, manuell festlegen, was im Grunde nicht anderes als SSAA ist. Das Spiel rechnet das Ergebnis der höheren Renderauflösung herunter auf die Zielauflösung - diese Methode braucht aber auch viel Leistung.
Wählt ihr für einen Full-HD-Monitor als Renderauflösung WQHD (fast 80 Prozent mehr Pixel als Full-HD), ist dies natürlich von der Leistungsanforderung so, als würdet ihr wirklich in WQHD spielen.
Vulkan und DirectX
Schließen möchten wir den Artikel mit DirectX und Vulkan. Beides sind Schnittstellen für Programmierer, die - vereinfacht gesagt - auch Befehlssammlungen bieten, um bestimmte grafische (oder auch allgemein multimediale) Inhalte unabhängig von der verwendeten 3D-Engine leichter umzusetzen.
Für die volle Vulkan-Unterstützung benötigt man eine Grafikkarte mit CGN-Architektur, die bei AMD Radeon-Grafikkarten verwendet wird. Aber auch Nvidia-Grafikkarten können Vulkan nutzen, wobei die Vorteile dann möglicherweise nicht so groß wie bei einer AMD-Grafikkarte ausfallen. DirectX hatte 1996 den Durchbruch in der Version 2.0a unter Windows 95.
Bei der Einführung eines neuen DirectX-Standards kam es in der Historie immer wieder vor, dass neue Spiele eine Weile danach nur noch den neuesten Standard boten und ältere Grafikkarten dann nutzlos waren.
Diese Gefahr scheint aber gebannt, denn der aktuelle Standard DirectX 12 ist schon seit 2015 für Windows 7 und 10 verfügbar, und eine neue Version, die nicht mehr zu DirectX 12-Grafikkarten kompatibel ist, scheint in weiter Ferne zu liegen. Zudem wird trotz der Existenz von DirectX 12 für viele Spiele wie Baldurs Gate 3 weiterhin nur das fast 14 Jahre alte DirectX 11 verwendet. In absehbarer Zeit ist also nicht damit zu rechnen, dass sich ein neuer DirectX-Standard bei Spielen verbreitet, der neue Hardware nötig macht.
