Grafikkarten-Begriffe: KI-Techniken Nvidia DLSS und AMD FSR

Special Antonio Funes
Grafikkarten-Begriffe: KI-Techniken Nvidia DLSS und AMD FSR
Quelle: Powercolor

Vor dem Grafikkarten-Kauf und in Spielemenüs tauchen Begriffe wie PCIe, Raytracing, Anti-Aliasing und mehr auf. Wir erklären euch viele solcher Begriffe.

Nvidia DLSS und AMD FSR

Künstliche Intelligenz (kurz: KI) ist spätestens seit den Diskussionen rund um ChatGPT in aller Munde. Bei Nvidia ist KI aber schon seit vielen Jahren ein Thema und seit 2018 in Form von DLSS auch für ganz normalen Gamer als praktische Funktion verfügbar, sofern man eine RTX-Grafikkarte verwendet. DLSS steht für Deep Learning Supersampling - dabei bedeutet Supersampling, dass aus einer niedrigen Auflösung heraus eine höhere Zielauflösung berechnet wird. Banal gesagt findet also ein Upskaling statt. Bei DLSS geschieht dies neben einem zum Teil klassichen Upskaling durch Algorithmen, die auf Basis von unzähligen bereits im Vorfeld ohne DLSS berechneten 3D-Bildern ständig trainiert und somit verbessert werden. Dieses Training ist das "Deep Learning" aus dem Kürzel DLSS.

DLSS ahnt also im übertragenen Sinne voraus, welche Pixel bei dem in der geringen Auflösung von der Grafikkarte berechneten Bild fehlen, damit das Bild in der Zielauflösung möglichst gut dargestellt werden kann. Dabei macht DLSS dank wachsenden Datenbanken und verbesserter Algorithmen immer weniger Fehler, sodass die Bilder kaum mehr von denen zu unterscheiden sind, die die Grafikkarte ohne DLSS berechnen würde.

Auch AMD hat in den letzten Jahren an einer vergleichbaren KI-basierten Technik gearbeitet, nämlich FSR. Seit der FSR-Version 2.0 ist AMDs Methode durchaus mit Nvidias DLSS auf einem ähnlichen Level, was die Vorteile bei den FPS-Werten und auch das grafische Endergebnis angeht.

FSR 2.0 arbeitet allerdings etwas anders als DLSS. Da, wo Nvidia auf Datenbanken und das Füttern der KI mit immer mehr und mehr Bildern setzt, nutzt FSR 2.0 nur die Bilder, die die Grafikkarte vorher bereits berechnet hatte. Der Nachteil dabei ist, dass die Datengrundlage logischerweise nicht so hoch wie bei DLSS ist, sodass Nvidia qualitativ ein wenig vorn liegt.

Der Vorteil von FSR liegt darin, dass keine bestimmte Hardware als Basis benötigt wird und FSR für Entwickler einfacher in ein Spiel einzubauen ist als DLSS. Somit spielt es bei Games mit FSR 2.0 keine Rolle, ob ihr eine Grafikkarte von AMD oder Nvidia oder gar von Intel nutzt. Bei DLSS hingegen muss es ein RTX-Modell von Nvidia sein.

DLSS-Vorteile Baldurs Gate 3 laut Nvidia Quelle: Nvidia Laut Nvidia gibt es im Performance-Modus von DLSS diese Leistungsvorteile in Baldurs Gate 3.

Deutlich mehr FPS dank KI

Der Clou an den KI-Techniken ist, dass ihre Berechnungen so wenig Rechenpower benötigen, dass man Ende deutlich mehr FPS zur Verfügung hat, als wenn die Grafikkarte ohne DLSS oder FSR die Zielauflösung berechnen würde.

Dabei gilt in aller Regel, dass der KI-Support umso mehr bringt, je höher und detailreicher das Ziel ist. Spielt man in Full-HD bei mittleren Details und aktiviert DLSS oder FSR, wird man nur kleine Vorteile bei den FPS-Werten haben.

Bei WQHD oder 4K und maximalen Details kann es aber vorkommen, dass man 70 Prozent mehr FPS zur Verfügung hat und man somit mit manch einer Grafikkarte, die dann normalerweise nur 30 FPS liefert, in flüssigen 50 FPS spielen kann. Je nach Spiel und Grafikoptionen sowie Auflösung können es auch mehr als doppelt so viele FPS sein, die euch zur Verfügung stehen.

Insgesamt dienen DLSS und FSR also dazu, dass ihr entweder bei einer bestimmten Auflösung und Detailstufe mehr FPS zur Verfügung habt oder dass ihr dank DLSS eine Qualitäts- oder Auflösungsstufe hochschalten könnt und ähnlich viel FPS zur Verfügung habt wie vorher in der schwächeren Qualitäts- oder Auflösungsstufe ohne KI-Technik.

Sowohl DLSS als auch FSR 2.0 könnt ihr bei vielen Spielen im Grafikmenü aktivieren und dabei auch in der Regel zwischen mindestens drei Stufen wählen: Leistung, Qualität und Ausgewogen. Wie die Namen schon verraten, gestattet ihr bei der Stufe "Leistung" ein etwas schwächeres optisches Ergebnis zugunsten von noch mehr FPS. Bei "Qualität" ist es freilich umgekehrt, und die ausgewogene Stufe ist ein Kompromiss aus den beiden anderen Stufen.

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  3. Seite 3 Grafikkarten-Begriffe: Reflex, Frame-Generation, G-Sync und Freesync
  4. Seite 4 Grafikkarten-Begriffe: Anti-Aliasing, Vulkan und DirectX
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