Grafikkarten: Erklärbär zu DLSS, Freesync, Raytracing, Anti-Aliasing, PCIe und mehr
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Vor dem Grafikkarten-Kauf und in Spielemenüs tauchen Begriffe wie PCIe, Raytracing, Anti-Aliasing und mehr auf. Wir erklären euch viele solcher Begriffe.
Rund um Grafikkarten gibt es einige Begriffe, die euch vor dem Kauf oder auch in den Spielemenüs begegnen und die wir heute genauer erläutern wollen. Gemeint sind Stichworte wie PCIe, DLSS, FSR, Raytracing, Vulkan, Reflex, Freesync, Anti-Aliasing und mehr. Wir erläutern die Begriffe und klären auch auf, ob sie jeweils für einen der beiden GPU-Hersteller AMD oder Nvidia exklusiv zur Verfügung stehen.
Beginnen wollen wir mit dem Begriff PCIe, der für PCI Express steht. Dabei handelt es sich um einen Slot für Zusatzkarten, der seit 2003 erstmals auf Mainboards geboten wurde und 1, 4, 8 oder 16 Lanes haben kann, was sozusagen parallel verlaufende Datenstraßen sind. Von den vier Lane-Varianten PCIe x1, x4, x8 und x16 ist letzterer die längst Slot-Art und auch gleichzeitig die, die Gaming-Grafikkarten benötigen. Es gibt allerdings auch Slots im x16-Format, die nur x8-Speed bieten - der auf dem Mainboard oberste Slot bietet aber in aller Regel immer x16-Speed. Derzeit ist PCIe 4.0 die Norm, die auch alle relevanten modernen Grafikkarten der Nvidia GeForce RTX 3000- und 4000-Reihe sowie AMDs Radeon 6000- und 7000-Serie bieten. Obwohl es bereits Mainboards mit einem PCIe 5.0-Slot gibt, fehlen allerdings noch entsprechende Grafikkarten.
PCIe: Standards und Kompatibilität
Die verschiedenen PCIe-Standards sind untereinander kompatibel - das heißt: Eine brandneue PCIe 4.0-Grafikkarte läuft auch auf einem uralten PCIe 2.0-Mainboard, wobei die CPU in der Regel so alt sein dürfte, dass es wenig Sinn macht. Die neueren PCIe-Standards bieten allerdings jeweils mehr Datenübertragungspotenzial und auch mehr Strom.
Daher läuft eine moderne Grafikkarte in Games etwas langsamer, wenn der Slot des Mainboards aus einer älteren PCIe-Generation stammt.
Quelle: Gigabyte
Der Slot über dem Schriftzug in der Mitte ist ein x16-Slot
Ebenso wird die Grafikkarte langsamer angesteuert, wenn zwar der Slot des Mainboards modern genug ist, nicht aber die PCIe-Schnittstelle der CPU.
Dies kann zum Beispiel beim Sockel AMD AM4 oder Intel 1200 passieren: Aktuelle B550-Mainboards (Sockel AM4) bieten PCIe 4.0 und sind kompatibel zum 5 Jahre alten Ryzen 5 2600X, der aber nur PCIe 3.0 unterstützt, und bei Intel hat der Core i5-10400F ebenfalls nur PCIe 3.0, kann aber mit einem modernen Z590-Mainboard mit PCIe 4.0-Slot kombiniert werden.
Allerdings sind die Nachteile in Spielen mit in aller Regel unter 3 Prozent Leistungsverlust bei den meisten Grafikkarten sehr gering. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie zum Beispiel die noch recht neue Nvidia GeForce RTX 4060 Ti, bei der ohne PCIe 4.0 (oder 5.0) etwa 10 Prozent Leistung verloren gehen.
Raytracing
Nvidia war vor AMD am Start, was den Support für eine Raytracing-Berechnungen in Spielen angeht. Beim Raytracing werden, um es vereinfacht zu sagen, Lichtstrahlen von der Kameraperspektive aus bis zur Lichtquelle zurückverfolgt, und zwar inklusive möglichen Reflexionen und Lichtbrechungen sowie der Beachtung verschiedener Materialien.
Dieses physikalisch sehr realitätsnahe Verfahren benötigt allerdings enorm viel Leistung, sodass man Raytracing früher nicht für Spiele nutzte.
Quelle: Screenshot Antonio Funes
Cyberpunk 2077 ohne und mit Raytracing- achtet auf die roten Zahlen für sichtbare Unterschiede
Seit der RTX 2000er-Reihe von Nvidia bieten einige Spiele aber nun doch Raytracing, wobei es dabei lediglich um Reflexionen, Schatten und Spielgelungen geht - je nach Game auch nur um ein oder zwei dieser Punkte. Selbst RTX-Grafikkarten verlieren bei aktiviertem Raytracing einiges an FPS-Leistung, allerdings brechen sie deutlich weniger ein als AMD-Grafikkarten.
Wer also Spiele mit Raytracing-Support hat und dies wichtig findet, greift eher zu einer Nvidia-Grafikkarte als zur AMD-Konkurrenz. Man sollte dabei aber bedenken, dass es nur relativ wenige Spiele sind, die Raytracing bieten, und vor allem bei Schattenberechnungen sieht das Ergebnis mit Raytracing nicht unbedingt besser, sondern lediglich anders aus.
