Grafikkarten Aufpreise für Takt und mein Fazit

Special Antonio Funes
Grafikkarten Aufpreise für Takt und mein Fazit
Quelle: PC Games Hardware

Beim Kauf einer Grafikkarte fragen sich viele, ob es sich eine besondere teure Grafikkarte lohnt. Manch einer kann sich einen Top-Boliden locker leisten, doch macht es für Nutzer mit begrenztem Budget Sinn, emsig zu sparen? Ich finde: nein. Das, was mehr oder weniger die Mittelklasse darstellt, ist optimal - und ich schildere auch, warum ich das so sehe.

Aufpreis für Takt und mehr?

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Gedankengänge rund um einen Aufpreis für bestimmte Modelle innerhalb der gleichen Grafikkarten-Serie. Vor allem ab etwa 300 Euro gibt es teilweise krasse Unterschiede, die nicht nur damit zu tun haben, dass ein bestimmtes Restposten-Modell im Lager eines Händlers verstaubt und der Preis nur deswegen so hoch ist, weil die Grafikkarte einfach nur bei der Preisanpassung vergessen wurde. Von der Nvidia GeForce RTX 2070 Super gibt es beispielsweise aktuell Modellvarianten ab 510 bis hin zu 640 Euro, die ihr jeweils bei mehr als 20 Shops finden könnt und deren Preis also somit wirklich ein handfester Marktpreis und keine Willkür ist.

Doch woher kommt ein solcher Unterschied? Zum einen ist es der Takt einer Grafikkarte - die günstigen Modelle arbeiten mit bis zu 1770 MHz, bei den teuren RTX 2070 Super-Varianten geht es hoch bis auf 1935 MHz. Dies sind aber am Ende auch weniger als 10 Prozent, also ein Leistungsplus unter 10 Prozent - und das für einen Aufpreis von 20 Prozent. Ein weiterer Grund kann auch die Kühlung sein. Eine gute Kühlung kühlt die Grafikkarte besonders leise, eine sehr gute Kühlung tut dies auch dann, wenn die Karte zusätzlich noch stark übertaktet ist. Der Preis kann für beide Dinge ein Indiz sein. Am Ende muss man aber stets versuchen, an Tests oder Nutzermeinungen heranzukommen, sofern man auf den Takt oder die Kühlung besonderen Wert legt. Ein weiterer Preis-Faktor kann zudem noch der Service, die Garantie oder auch einfach nur die Frage sein, wie viel Geld ein Hersteller ins Marketing steckt. Man sollte sich aber davor hüten zu glauben, dass eine besonders teure Grafikkarte stets ihren Aufpreis auf ein anderes Modell der gleichen Grafikkarten-Serie wert ist.

Mein persönliches Fazit

Zusammengefasst gesagt: ich halte von High-End-Grafikkarten für mich persönlich überhaupt nichts, solange ich nicht auf eine unerwartete Geldquelle stoße. Ich spare mir den Aufpreis im Vergleich zu einer Mittelklasse lieber und bin überzeugt davon, dass ich von zwei Mittelklasse-Modellen verteilt auf vier bis sechs Jahre mehr habe als von einer High-End-Karte, die ich versuche, sechs Jahre zu nutzen.

Wer das nötige Kleingeld hat, freut sich über die MSI GeForce RTX 2060 Gaming Z Trio und legt die 1350 Euro auf den Händlertisch. Quelle: PC Games Hardware Wer das nötige Kleingeld hat, freut sich über die MSI GeForce RTX 2060 Gaming Z Trio und legt die 1350 Euro auf den Händlertisch. Da ich inzwischen aber nicht mehr so viel Wert auf die grafischen Details lege, kann ich mir trotzdem gut vorstellen, eher im oberen Preissegment meines Budgetbereiches zuzuschlagen und die Karte dann vier Jahre oder länger zu nutzen - aktuell wäre dies zum Beispiel eine AMD Radeon RX 5700 XT, die es ab 360 Euro gibt. Aber (deutlich) über 400 Euro auszugeben, das kommt für mich nicht in Frage, dazu ist mit das Leistungsplus zu gering. Wer sich beispielsweise aktuell eine AMD RX 5700 (XT) oder Nvidia GeForce RTX 2060 Super leisten könnte und nicht sicher ist, ob er noch länger sparen soll, um eine 700-Euro-Grafikkarte zu kaufen, dem würde ich sagen: kaufen, nicht weiter sparen. Ich würde in einem Fall, bei dem jemand nicht weiß, ob es noch mehr Geld ansparen sollte, höchstens noch dazu raten, etwas abzuwarten, falls schon bald eine neue Grafikkarten-Generation im Handel zu erwarten ist. Aktuell steht offenbar nichts Neues im für mich interessanten Preisbereich an. Sobald es so weit ist und natürlich auch dann, wenn es eine neue High-End-Grafikkarte geben sollte, werde ich dazu dann hier auf PC Games eine sachliche Leistungsanalyse in Form eines Specials kreieren.

Es gilt aber auch: wer es sich locker leisten kann, der kann sich gerne sogar jedes Jahr eine neue Grafikkarte kaufen, die selbst in 4K bei hohen Details noch schnurrt wie ein Kätzchen auf einer warmen Auto-Motorhaube. Solche Nutzer braucht die Gamer-Gemeinde auch, damit die Hardwarehersteller weiter forschen und entwickeln. Aber ansonsten halte ich den Griff zur goldenen Mitte das Beste, um die jeweils neuesten Games lange Zeit auf mindestens mittleren Details ruckelfrei spielen zu können, und für Gelegenheitsspieler sind sogar Grafikkarten unter 200 Euro oft ideal, obgleich ich persönlich dazu rate, lieber ein wenig mehr auszugeben - denn der Leistungszuwachs "pro Euro" ist gerade zwischen 150 und 300 Euro meist sehr hoch. Wie seht ihr das Thema? Gerne könnt ihr zu meinen Gedanken euren Kommentar oder eure Erfahrungen posten.

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