Grafikkarten: High-End? Nicht für mich

Special Antonio Funes
Grafikkarten: High-End? Nicht für mich
Quelle: PC Games Hardware

Beim Kauf einer Grafikkarte fragen sich viele, ob es sich eine besondere teure Grafikkarte lohnt. Manch einer kann sich einen Top-Boliden locker leisten, doch macht es für Nutzer mit begrenztem Budget Sinn, emsig zu sparen? Ich finde: nein. Das, was mehr oder weniger die Mittelklasse darstellt, ist optimal - und ich schildere auch, warum ich das so sehe.

High-End? Nicht für mich

Mein Standpunkt in Sachen Grafikkarten ist recht klar: High-End geht mir, mit Verlaub, an meinem Back-End vorbei. Selbst das, was ganz klar die "Oberklasse" darstellt, ist mir zu viel. Ich kaufe (und empfehle auch privat) Grafikkarten, die in etwa zwischen 250 Euro und 400 Euro kosten und die ich als "Mittelklasse" bezeichnen möchte, obwohl in manchen Fällen schon fast der Begriff "Oberklasse", auf der anderen Seite aber auch "Einsteigerklasse" nicht unpassend wäre. Diese Preisklasse hat sich bei mir seit etlichen Jahren bewährt, um die jeweils aktuellen Spiele auf hohen oder zumindest mittleren Details gut spielen zu können und dies auch für zwei Jahre weiterhin zu tun. Danach wurde es meist kritisch, wenn ich weiterhin auf hohe Details bei den inzwischen neu erschienenen Games bestand, und je nach Game war die Leistung bei mittleren Details noch okay, hätte aber besser sein dürfen.

Zu schwach durfte eine Grafikkarte beim Kauf natürlich auch nicht sein, weswegen ich bis auf einen Sonderfall immer mindestens 200 Euro investierte. Denn wie lange nutzt mir denn schon eine Grafikkarte, die unter 200 Euro kostet, aber schon beim Kauf gerade noch so mit hohen Details von modernen Games klarkommt?

Meine aktuelle Grafikkarte, eine KFA2 GeForce RTX 2060 Super Quelle: Antonio Funes Meine aktuelle Grafikkarte, eine KFA2 GeForce RTX 2060 Super Aktuell habe ich eine Nvidia GeForce RTX 2060 Super in meinem PC. Meine letzten fünf Grafikkarten davor waren allesamt von AMD, von neu nach alt gesehen die Radeon-Modelle R9 290, HD 7950, HD 6870, HD 5770 und HD 3750. Zwischen den Käufen der AMD-Grafikkarten lagen stets etwa zwei Jahre, und ich bezahlte zwischen 180 und 270 Euro, wobei ich auch auf "Auslaufmodelle" setzte, die aber für ihren Preis eine gute Leistung boten. Die AMD Radeon R9 290 kaufte ich beispielsweise für 250 Euro und bekam dazu noch ein Cashback - unschlagbar im Vergleich zu der nur wenig schnelleren Nvidia GeForce GTX 970, die damals über 300 Euro kostete. Die AMD-Lastigkeit hat aber nichts mit einem "Fan-Dasein" zu tun. AMD bietet bekanntermaßen seit vielen Jahren zwar selten wirklich starke Grafikkarten, dafür aber gerade bis etwa 400 Euro meist ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Nvidia. Meine aktuelle Nvidia-Grafikkarte war für meine Verhältnisse vergleichsweise teuer, aber für 350 Euro Anfang des Jahres ein Schnäppchen, da sie somit beim Kauf günstiger als die langsamere AMD Radeon RX 5700 war. Die 350 Euro sind aber für mich auch schon hart an der Maximal-Grenze bei dem, was ich für eine Grafikkarte ausgeben würde. Da zwischen der Nvidia-Karte und der alten Radeon R9 290 fünf und nicht nur zwei oder drei Jahre lagen, war der Preis aber okay.

Meine Radeon HD 6870 kam im Jahr 2010 von Sapphire Quelle: PC Games Hardware Meine Radeon HD 6870 kam im Jahr 2010 von Sapphire Der Hauptpunkt ist für mich aber das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der "Mittelklasse": ich gebe lieber in relativ kurzen Abständen im Schnitt 300 Euro aus, als dass ich 600 Euro oder mehr investiere, nur damit ich 30 bis 40 Prozent mehr FPS (Bilder pro Sekunde) habe. Eine teurere Karte "hält" länger, das ist klar. Und natürlich sollen Nutzer, die das nötige Kleingeld haben und - heutzutage relevant - für 4K auch deutlich mehr Leistung brauchen eine Grafikkarte für 700, 800 oder auch 1200 Euro kaufen, wenn sie es gern möchten. Ebenso sollen AMD und Nvidia freilich möglichst starke Grafik-Chips entwickeln, denn ein Fortschritt im High-End-Bereich bringt auch Fortschritte bei den günstigeren Chips mit sich.

Aber in den letzten 15 Jahren reicht die Leistung einer 250-Euro-Grafikkarte locker für zwei bis drei Jahre aus, und mir ist der Aufpreis bei Modellen über 400 Euro meist viel zu hoch. Ein Beispiel: die HD 7950 kostete mich im Jahr 2012 etwa 250 Euro, die R9 290 im Jahr 2015 ebenfalls. Das sind zusammen 500 Euro. Hätte ich im Jahr 2012 die 500 Euro für eine stärkere Karte ausgegeben, dann wäre dies vermutlich eine Nvidia GeForce GTX 680 gewesen. Die R9 290 ist aber bereits mit dem Nachfolger, der GeForce GTX 780 vergleichbar und 20 bis 30 Prozent schneller als eine GTX 680. Das heißt: ich hätte zwar mit der GeForce GTX 680 in den ersten zwei Jahren mehr FPS als mit der HD 7950 gehabt. Aber schon nach zwei Jahren wäre ich langsamer unterwegs gewesen als mit der AMD Radeon R9 290 - obwohl ich in der Summe nicht mehr bezahlt habe. Hinzu kommt, dass meine alte Grafikkarte noch 100 Euro auf dem Gebrauchtmarkt einbrachte. Ein solcher Fall tritt natürlich nicht immer nach nur zwei Jahren ein, aber ich beobachte den Grafikkarten-Markt schon sehr lange: der Kauf einer High-End-Karte und selbst der einer "Oberklasse"-Grafikkarte lohnt sich so gut wie nie, wenn man nach spätestens drei oder vier Jahren vergleicht, was man mit dem gleichen Budget inzwischen im PC hätte, wenn man es auf zwei Grafikkarten-Käufe verteilt hätte.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Teure Grafikkarten, 40 Jahre Gaming und High-End-Karten
  2. Seite 2 Grafikkarten: High-End? Nicht für mich
  3. Seite 3 Grafikkarten:Altersmilde spart Geld
  4. Seite 4 Grafikkarten Aufpreise für Takt und mein Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk