Grafikkarten:Altersmilde spart Geld
Special
Beim Kauf einer Grafikkarte fragen sich viele, ob es sich eine besondere teure Grafikkarte lohnt. Manch einer kann sich einen Top-Boliden locker leisten, doch macht es für Nutzer mit begrenztem Budget Sinn, emsig zu sparen? Ich finde: nein. Das, was mehr oder weniger die Mittelklasse darstellt, ist optimal - und ich schildere auch, warum ich das so sehe.
Altersmilde spart Geld
Morgens brauche ich inzwischen ein paar Minu..., nun ja, Sekunden länger als noch vor 10 Jahren, um meine Knochen aus dem Bett zu schälen. Am Wochenende unterwegs in Clubs und Bars sinkt die Menge an alkoholhaltigen Getränken, die ich ohne einen nachfolgenden Kater vertilgen kann, seit Jahren rapide. Und seit ich vor drei Jahren für manche Konsolen-exklusive Games auch eine Spielekonsole gekauft habe, spiele ich aus Bequemlichkeit immer häufiger vom Sofa aus ein Konsolenspiel und kaufe auch manch ein grafisch aufwendiges Games für die Konsole anstatt für den PC. Kurz: man wird alt.
In diesem Artikel
Aus diesem Grunde hat die AMD Radeon R9 290 auch erstaunliche fünf Jahre bei mir durchgehalten, denn meine Ansprüche sind nicht mehr so hoch wie früher.
Quelle: PC Games Hardware
Dieses Modell der Radeon HD R9 290 von Asus kaufte ich Anfang 2015.
Viele Games liefen schon vor knapp zwei Jahren nur bei niedrigen Details ohne Ruckler, aber hey: der Kram sieht dann nicht schlechter aus als ein Spiel von 2015 auf "Ultra", und die wenigen kompetitiven Multiplayer-Games, die ich spiele, sind technisch bewusst so gestaltet, dass sie auch mit recht alter Hardware mit hohen FPS-Werten laufen. Früher hätte ich die R9 290 nach drei Jahren gewechselt, nämlich als die ersten Games selbst auf mittleren Details nicht mehr mit über als 40 FPS liefen. Doch diese Ansprüche sind im Laufe der Zeit verpufft. Umso glücklicher bin ich im Nachhinein über den Kauf der damaligen 250-Euro-Grafikkarte und froh darüber, nicht eine viel teurere Grafikkarte gekauft zu haben, die ich am Ende vielleicht auch nur ein Jahr länger hätte nutzen wollen. Erst als vor Weihnachten 2019 auch bei niedrigen Details die ersten Games Ruckler mit meiner Radeon R9 290 zeigten, habe ich nun Anfang des Jahres eine neue Grafikkarte gekauft.
Es kann aber anderen Leuten aus verständlichen Gründen mit zunehmendem Alter anders gehen: sie verdienen mehr Geld oder haben vielleicht auch einfach nur mehr Geld übrig, da sie andere Freizeit-Aktivitäten zurückgefahren haben oder vorhandene Kinder inzwischen ausgezogen sind und ihr eigenes Geld verdienen.
Quelle: Antonio Funes
Meine MSI Radeon HD 7950 Frozr von 2012
Wer so langsam ins silberne Gaming-Alter kommt, gönnt also sich vielleicht genau deswegen eine High-End-Grafikkarte und freut sich über 150 FPS in 4K und hohen Details bei einem modernen Multiplayer-Shooter (bei dem er wegen der altersbedingt schwächeren Reaktionszeit trotzdem weit hinten im Feld landet, aber das ist ein anderes Thema...). Manchen jüngeren Gamern ist wiederum vielleicht ihr Hobby auch so viel Wert, dass sie ihr im Job verdientes Geld in teure Hardware investieren, und zwar lieber als beispielsweise in ein neues Auto. Aber wie auch immer ich meine persönliche Wahl treffe: Ich werde natürlich weiterhin die Beurteilung von Hardware, die ich hier bei der PC Games in diversen Specials durchführe, sachlich und neutral vollziehen, dabei aber stets - da dies meines Erachtens für die weitaus meisten Leser wichtig ist - das Preis-Leistungs-Verhältnis von Produkten als wichtigen Faktor mit einbeziehen. Wenn jemand für 20 bis 25 Prozent mehr Leistung gleich 200 Euro mehr ausgeben will, so wie es beim Vergleich einer GeForce RTX 2080 Super mit einer AMD Radeon RX 5700 der Fall ist, kann dies gerne tun. Ich werde den Leistungsunterschied aufzeigen, aber den Preisabstand entsprechend kommentieren. Falls man sich ohnehin einen komplett neuen PC für etwa 1000 bis 1200 Euro zusammenstellt, sind die 200 Euro Aufpreis für das Leistungsplus übrigens sogar völlig in Ordnung.
