Komplett-PCs: 6 PCs von CSL und Megaport sowie Fazit

Special Antonio Funes
Komplett-PCs: 6 PCs von CSL und Megaport sowie Fazit
Quelle: FSP

Die Läden sind wegen des Corona-Virus aktuell geschlossen, manche Hardwarekomponente ist auch online schwerer oder teurer zu haben - ist dies die richtige Zeit für einen Komplett-PC? Wir schauen uns allgemein die Vor- und Nachteile von Komplett-PCs an und haben 14 Systeme von vier deutschen Anbietern unter die Lupe genommen.

One: Vier PCs von 650 bis 1300 Euro

Unter der Marke One vertreibt das Unternehmen ECT Service GmbH laut eigenen Angaben schon seit über 15 Jahren (das Copyright besteht sogar seit dem Jahr 2002) Komplett-PCs. Wie schon bei den beiden bereits betrachteten Anbietern gibt es zahlreiche vorkonfigurierte PC, die man online nach eigenem Bedarf umkonfigurieren kann. Da das Unternehmen ähnlich arbeitet, verwundert es auch nicht, dass die Lieferzeit ebenfalls bei 3-5 Werktagen liegt.

One beziehungsweise ECT Service ist quasi ein Nachbar von Agando und hat seinen Sitz in Schortens, nur etwa zwei Kilometer von Jever entfernt. Auch bei One haben wir vier PCs herausgesucht, und zwar zwischen 650 und 1300 Euro. Da bei One-PCs auch Windows 10 im Lieferumfang mit dabei ist, gestaltet sich eine genaue Bewertung schwierig, da reguläre Windows-Lizenzen über 100 Euro kosten, OEM-Lizenzen aber deutlich günstiger sind. Doch zuerst zeigen wir euch die vier ausgesuchten PCs:

  One Gaming PC Advanced ANO1   One Gaming PC Allround ANO2   One Gaming PC Ultra ARO1   One Gaming PC Ultra ANO1
CPU Ryzen 5 1600 (6x 3,6 GHz)   Ryzen 5 1600 (6x 3,6 GHz)   Ryzen 5 3600 (6x 4,2 GHz)   Ryzen 5 3600X (6x 4,4 GHz)
Mainboard MSI-A320M-A Pro Max   MSI-A320M-A Pro Max   ASRock B450M Pro4-F   ASRock Fatal1ty B450 Gaming K4
RAM 2x8GB Corsair Vengeance DDR4-3200   1x8GB Crucial DDR4-2666   2x8GB G.Skil Ageis DDR4-3000   2x8GB Corsair Vengeance DDR4-3000
Grafikkarte KFA2 GTX 1650 Super Ex   KFA2 GTX 1660 Super 1-Click-OC   Asus TUF Gaming RX 5700 XT X3 OC   KFA2 RTX 2070 Super EX
SSD WD Blue M.2 500GB   Apacer Panther AS350 512GB   Samsung PM981A M.2 512GB   Samsung PM981A M.2 512GB
HDD keine   keine   keine   1000GB WD Blue
Gehäuse Antec NX100   One Gaming Specter   FSP CMT270   FSP CMT340
Netzteil be quiet! System Power B9 600W   be quiet! System Power B9 600W   be quiet! System Power B9 600W   be quiet! System Power 9 700W
CPU-Kühler AMD Box-Kühler   Xilence XF039   Alpenföhn Silent SI   be quiet! Pure Rock Slim
Preis 649,99 Euro   699,99 Euro   999,99 Euro   1299,99 Euro

Unser Preisvergleich mit den Einzelbauteilen zeigt, zumindest bei den vier herausgesuchten PCs, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn obwohl wir Windows nicht mit einrechnen, beträgt der Aufpreis für die PCs im Vergleich zum Kauf der einzelnen Komponenten 70 bis maximal 100 Euro.

Im PC für 1300 Euro steckt bei One mit dem ASRock Fatal1ty B450 Gaming K4 ein Mainboard für unter 100 Euro, dafür aber eine für den PC-Preis sehr starke Grafikkarte. Quelle: ASRock Im PC für 1300 Euro steckt bei One mit dem ASRock Fatal1ty B450 Gaming K4 ein Mainboard für unter 100 Euro, dafür aber eine für den PC-Preis sehr starke Grafikkarte. Da Windows mit dabei ist und One zudem eine Garantie von 36 Monaten inklusive Abholservice bietet, kann man die Preise als fair bezeichnen. Auch die Auswahl der Komponenten passt zum jeweiligen PC-Preis und ist ausgewogen. Beim teuersten PC verwendet One beispielsweise kein teures Übertakter-Mainboard und kann daher eine für die Preisklasse bei Komplett-PCs nicht unbedingt übliche Nvidia GeForce RTX 2070 Super und eine 512GB-SSD plus 1000GB-Festplattenspeicher bieten.

Megaport: Zwei PCs für 970 und 1400 Euro

Als letzten Kandidaten haben wir uns Megaport herausgesucht, die auch erfolgreich über Amazon ihre PCs anbieten. Megaport sitzt in Leipzig und wurde vom heutigen Geschäftsführer im Jahr 2006 gegründet, als er PCs noch alleine zusammenbaute und verkaufte. Im Webshop sind die PCs im Gegensatz zur Amazon-Website auch individuell anpassbar - allerdings nicht alle. Wir haben im Webshop mehrere PCs unter 1000 Euro angeklickt und nach mehreren Versuchen nur ein Modell für 969 Euro gefunden, das man auch umkonfigurieren konnte. Bei PCs über 1000 Euro konnten wir hingegen bei allen unseren Stichproben stets auch die Komponenten anpassen. Da konfigurierbare PCs fehlen, die deutlich unter 1000 Euro liegen, haben wir nur zwei PCs herausgesucht, nämlich den besagten 969-Euro-PC sowie einen ebenfalls konfigurierbaren PC für 1499 Euro (jeweils ohne Windows inklusive). So sehen die beiden PCs aus, bei denen leider eine genaue Angabe zum Grafikkartenmodell fehlt, was auch bei anderen Megaport-PCs der Fall ist:

  Megaport Esports Gaming Esp01   Megaport Esports Gaming Esp03
CPU Ryzen 5 3600 (6x 4,2 GHz)   AMD Ryzen 7 3700X
Mainboard Asus Prime B450-Plus   MSI MPG X570 Gaming Plus
RAM 2x8GB Corsair Vengeance DDR4-2400   2x8GB Corsair Vengeance DDR4-3000
Grafikkarte Nvidia GeForce GTX 1660 Super   Nvidia GeForce RTX 2070
SSD Kingston A400 SATA 240GB   Samsung SSD 970 Evo M.2 500GB
HDD Toshiba 1000 GB   Toshiba 2000 GB
Gehäuse Hunter RGB   Sharkoon Night Shark RGB
Netzteil Corsair RMX RM650x 650W   be quiet! Pure Power 11 600W
CPU-Kühler AMD Box-Kühler   Xilence A250 PWM
Preis 969 Euro   1499 Euro

Es mag Zufall durch unsere Stichprobe sein, aber der Preisabstand im Vergleich zum Einzelkauf beträgt bei beiden PCs über 200 Euro, wobei wir wegen der fehlenden Infos zu den Grafikkarten natürlich ein besonders günstiges Modell zur Berechung verwendet haben.

Corsair RMx-Serie Quelle: Corsair Das Corsair RMX RM650x ist sehr gut, kostet aber gute 100 Euro - in einem PC unter 1000 Euro mit einem Ryzen 5 3600 und einer GTX 1660 Super wäre ein 500W-Modell für 50 bis 70 Euro mehr als ausreichend gewesen. Beim günstigeren PC wundert uns, dass hier ein mit 100 Euro vergleichsweise teures und überdimensioniertes Netzteil zum Einsatz kommt. Die Verwendung des sehr billigen CPU-Kühlers für den 1499-Euro-PC, der ein ordentliches Übertaktermainboard bietet, können wir zudem nicht nachvollziehen. Sollte Megaport wiederum besonders gute Modelle bei der Grafikkarte verwenden, wäre der Preis der PCs am Ende doch angemessen. Denn vor allem bei der Nvidia GeForce RTX 2070 nimmt die Preisspanne der im Handel erhältlichen Modelle problemlos 100 Euro und mehr ein.

Fazit

Unsere 14 Beispiel-PCs zeigen, dass man auch bei Komplett-PCs durchaus faire, teils sogar sehr gute Preise bekommen kann. Allerdings sind die Zusammenstellungen nicht immer optimal, und es kann am Ende spürbar teuer werden, wenn man seine Wunsch-Teile verlangt und die PCs umkonfiguriert - sofern dies überhaupt angeboten wird. Wer aber den Zusammenbau oder auch die Unsicherheit bezüglich Lieferbarkeit oder auch bei möglichen Problemen scheut und sich ein wenig umsieht, kann durchaus einen guten Komplett-PC zu einem angemessenen Preis als neue Gaming-Maschine finden.

  1. Seite 1 Komplett-PCs: Einleitung, Vor- und Nachteile
  2. Seite 2 Komplett-PCs: Was darf man fürs Geld erwarten? Hinweise zu unserer PC-Auswahl
  3. Seite 3 Komplett-PCs: 4 PCs von Agando bis 1500 Euro
  4. Seite 4 Komplett-PCs: Vier PCs von CSL bis 1400 Euro
  5. Seite 5 Komplett-PCs: 6 PCs von CSL und Megaport sowie Fazit
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