Komplett-PCs: Was darf man fürs Geld erwarten? Hinweise zu unserer PC-Auswahl

Special Antonio Funes
Komplett-PCs: Was darf man fürs Geld erwarten? Hinweise zu unserer PC-Auswahl
Quelle: FSP

Die Läden sind wegen des Corona-Virus aktuell geschlossen, manche Hardwarekomponente ist auch online schwerer oder teurer zu haben - ist dies die richtige Zeit für einen Komplett-PC? Wir schauen uns allgemein die Vor- und Nachteile von Komplett-PCs an und haben 14 Systeme von vier deutschen Anbietern unter die Lupe genommen.

500 bis 1500 Euro - was darf man erwarten?

Bevor wir zu konkreten Beispielen mit Komplett-PCs kommen, die wir uns näher ansehen, stellt sich die Frage: was darf man aktuell überhaupt für ein Budget von 500 bis 1500 Euro an Hardware erwarten? Den Preisbereich wählen wir, da dies auch der typische Rahmen ist, in dem wir euch in unseren regelmäßigen Specials PC-Zusammenstellungen zum selbst zusammenbauen vorschlagen.

Um euch einen Eindruck zu verschaffen, welche Hardware ihr für euer Geld in etwas verlangen könnt, verweisen wir vor allem auf unser Special vom letzten Dezember, in dem ihr PC-Konfigurationen aus dem Preisbereich von 500 bis 1600 Euro findet. Obgleich die Preise nun schon gute drei Monate alt sind, weichen sie aktuell noch nicht sehr stark von damals ab. Aktuellere Preise findet ihr in unserem Special von Ende Februar, in dem wir zwei PCs zum "Konsolenpreis" (500 und 600 Euro) nachgebaut haben sowie auch zwei Selbstbau-PCs zeigen, die in etwa die Leistung einer Xbox Series X versuchen nachzubilden und 960 bis gut 1000 Euro kosten.

Ab einem Budget von etwa 700 bis 800 Euro ist ein Ryzen 5 3600 eine herausragende Wahl bei der CPU. Quelle: PC Games Hardware Ab einem Budget von etwa 700 bis 800 Euro ist ein Ryzen 5 3600 eine herausragende Wahl bei der CPU. Eine weitere Hilfestellung gibt euch unser Aufrüst-Special ebenfalls aus dem Monat Februar. In allen Specials achten wir auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei wir mehr Wert auf Zusatzfeatures wie mehr Speicherplatz, hochwertigere Gehäuse oder Mainboards mit guten Übertakteroptionen legen, je teurer die Zusammenstellung ist. Geht es um die pure Leistung, könnte man also vor allem bei unseren teureren PC-Zusammenstellungen auch deutlich günstiger wegkommen.

Die Frage, was man für sein Geld erwarten kann, hängt ansonsten freilich davon ab, worauf man genau Wert legt. Für 500 Euro haben wir in der Vergangenheit PCs zusammengestellt, die aktuelle Games in Full-HD gut darstellen können und eine SSD mit einem Speicherplatz von etwa 500 Gigabyte bieten. Wer aber beispielsweise unbedingt zusätzlich zur SSD vier Terabyte Festplatten-Platz verlangt, muss 100 Euro mehr alleine für die Festplatte einplanen. Gerade bei unseren günstigen PC-Vorschlägen sind alle Komponenten aber ohnehin schon das Minimum, was wir (auch bezüglich der Qualität) empfehlen, so dass man nur noch bei der CPU oder Grafikkarte sparen könnte. CPU und Grafikkarte kosten bei solchen 500-Euro-PCs aber jeweils unter 150 Euro. Will man 50 bis 100 Euro einsparen, wird mindestens eine der beiden Komponenten um eine ganze Leistungsklasse schwächer sein, so dass man 20 Prozent oder mehr an Leistung in Spielen verliert.

Komplett-PCs: So haben wir ausgewählt

Wir haben völlig unabhängig, also ohne einen Kontakt zu den Herstellern, 14 PCs herausgesucht, die von vier beispielhaft ausgesuchten Anbietern stammen: Agando, One, CSL und Megaport.

Top bei AMD: Die Radeon RX 5700 XT, hier eine Gigabyte Aorus für 460 Euro. Quelle: Gigabyte Top bei AMD: Die Radeon RX 5700 XT, hier eine Gigabyte Aorus für 460 Euro. Wir haben die ersten drei Kandidaten ausgewählt, da sie ihre PCs schon lange im Eigenvertrieb online anbieten wir sie als etablierte Unternehmen bezeichnen würden, die sicherlich viele unserer Leser zumindest vom Namen her kennen. Auf Megaport wurde unser Autor vor einigen Jahren eher zufällig beim Stöbern auf der Amazon-Website aufmerksam, wo die PCs auch heute noch sehr gefragt zu sein scheinen. Megaport bietet auch eine eigene Vertriebs-Website an und existiert ebenfalls schon seit mehr als 10 Jahren. Wir sind wir dabei vorgegangen? Wir haben stichprobenartig in den Onlineshops der drei erstgenannten Anbieter jeweils vier PCs, bei Megaport zwei PCs als Beispiel herausgesucht, die auf den ersten Blick eine für Gaming ausgewogene und dem Preis angemessene Kombination aus CPU und Grafikkarte bieten. Die Preisspanne lag zwischen 500 und 1500 Euro. Die Betrachtung der PCs ist eine Momentaufnahme, und zwar nicht nur, was den Preis bei den vier genannten Herstellern angeht, sondern auch was Komplett-PCs allgemein betrifft. Da sich Preise oder auch Zusammenstellungen jederzeit ändern können, bewerten wir weder die PCs noch die Shops mit einer Art Note oder ähnlichem und geben auch keine Kaufempfehlungen ab.

Bei Nvidia lohnt sich - außer für ganz besondere Ansprüche - maximal eine GeForce RTX 2070 Super, hier eine Gainward Phantom für 560 Euro. Quelle:   PC Games Hardware Bei Nvidia lohnt sich - außer für ganz besondere Ansprüche - maximal eine GeForce RTX 2070 Super, hier eine Gainward Phantom für 560 Euro. Wir kommentieren die Zusammenstellungen aber durchaus kritisch und rechnen aus, was uns die Einzelteile kosten würden, wenn wir sie uns selbst bestellen und den PC in Eigeninitiative zusammenbauen. Die meisten Bauteile sind nämlich bei den vier Anbietern erkennbar, so dass man deren aktuellen Preis im freien Handel nachvollziehen kann.Die vier Anbieter und die 14 Beispiel-PCs repräsentieren also eine ganze Branche, in der es auch PCs mit besserem, aber auch schlechterem Preis-Leistungs-Verhältnis gibt. Es gibt noch etliche weitere auf PCs spezialisierte Anbieter, die oft ebenfalls schon viele Jahre auf dem Markt sind. Dazu gehören neben deutschen Firmen natürlich auch im Ausland ansässige Hersteller wie Dell. Hinzu kommen die PCs von Hardware- oder Elektronik-Konzernen, die noch viele andere Produkte anbieten und ihre PCs auch bei Händlern platzieren, zum Beispiel Acer, HP, MSI, Lenovo und weitere - auf eine Betrachtung solcher Fertig-PCs verzichten wir hier aber, da diese oft über einen langen Zeitraum bei den Händlern verkauft werden, bis eine neue Modellreihe erscheint. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann daher gut, aber auch sehr schlecht sein, wenn ein älteres Modell schon lange bei einem Händler lagert und fast zum UVP-Preis verkauft wird, da der Händler ihn im Vergleich zum heutigen Preis-Niveau sehr teuer eingekauft hatte und keinen Verlust machen will.

  1. Seite 1 Komplett-PCs: Einleitung, Vor- und Nachteile
  2. Seite 2 Komplett-PCs: Was darf man fürs Geld erwarten? Hinweise zu unserer PC-Auswahl
  3. Seite 3 Komplett-PCs: 4 PCs von Agando bis 1500 Euro
  4. Seite 4 Komplett-PCs: Vier PCs von CSL bis 1400 Euro
  5. Seite 5 Komplett-PCs: 6 PCs von CSL und Megaport sowie Fazit
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