CPU-Kaufberatung: Übertaktung und Mainboard-Wahl

Special Antonio Funes
CPU-Kaufberatung: Übertaktung und Mainboard-Wahl
Quelle: PCGH/AMD

Wir geben euch Tipps zum Kauf von CPUs und bieten euch auch konkrete Empfehlungen basierend auf einer Preis-Leistungs-Betrachtung von AMD- und Intel-CPUs.

Übertaktung

Beim Übertakten einer CPUs stellt ihr mit Hilfe der Mainboard-Optionen manuell einen Takt für die CPU ein, der höher als der Takt ist, den die CPU mit den Standardeinstellungen des Mainboards erreicht. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Man ändert den Basistakt oder aber den Multiplikator. Wichtig: Mit Basistakt meinen wir nicht den Standardtakt einer CPU, die ja auch noch einen Boosttakt hat. Wir meinen den Takt der Schnittstelle zur CPU. Denn der Gesamttakt der CPU ergibt sich aus dem Produkt dieses Schnittstellen-Basistaktes und des Multiplikators.

Ein Basistakt von 100 MHz mit einem Multiplikator von 40 ergibt 100x40 = 4000 MHz. Erhöht man nun den Basistakt oder den Multiplikator um 10 Prozent, steigt der Gesamttakt also auch um 10 Prozent. Allerdings werden PC-Systeme schon bei kleineren Übertaktungen des Basistaktes sehr instabil, weswegen das Übertakten über den Multiplikator das Mittel der Wahl ist. Um das System stabiler zu halten, erhöht man in der Regel auch die CPU-Spannung. So weit so gut, doch was muss man beim Kauf beachten? Wichtig ist, dass man bei AMDs Sockel AM4 alle Ryzen-Modelle bis auf den neuen Ryzen 7 5800X3D übertakten kann.

Letzterer hat noch keine allgemeine Freigabe von AMD zur Übertaktung erhalten. Zudem ist theoretisch jedes Sockel AM4-Mainboard geeignet, um den Multiplikator der Ryzen-CPU zu ändern. Teurere Mainboards bieten aber oftmals mehr und stabilere Übertaktungs-Optionen.

Bei Intel muss man hingegen mehr investieren: Nur die K und KF-Modelle haben einen frei verstellbaren Multiplikator. Sie sind zwar meist auch ohne Übertaktung etwas schneller als die von der Modellnummer her identischen Modelle ohne den Zusatz K oder KF, kosten aber deutlich mehr. Zudem muss man ein Mainboard mit Z-Chipsatz verwenden.

Beim Sockel 1700 beginnen diese preislich bei 160 Euro - bei AMD kommt man schon mit einem 80 bis 100 Euro-Modell gut aus. In beiden Fällen sollte man zum Übertakten aber einen ordentlichen CPU-Kühler ab etwa 35 Euro verwenden. Wer sehr hoch hinaus will, muss eher mit 50 Euro aufwärts rechnen.

Mainboard-Wahl

Anlässlich des Themas Übertaktung haben wir ja bereits Tipps zu Mainboard gegeben. Allgemein gilt, dass es für alle Sockel jeweils Mainboards zur Wahl gibt, die verschiedene Chipsätze haben. Die Chipsätze sind eine Art Basis-Chip-Ausstattung, die gleichzeitig bestimmte Features bestimmt, die das Mainboard beherrscht - so wie beim Sockel 1700 beispielsweise für den Chipsatz Z690 die Option, übertakten zu können.

Zum Übertakten sind bei Intel K-Varianten der CPUs nötig, außerdem braucht man beim Sockel 1700 die relativ teuren Z690-Mainboards. Quelle: Asus Zum Übertakten sind bei Intel K-Varianten der CPUs nötig, außerdem braucht man beim Sockel 1700 die relativ teuren Z690-Mainboards. Andere Features sind beispielsweise die Ausstattung mit PCIe 4.0-Schnittstellen, oder die Anzahl an SATA-Ports. Natürlich kann ein Hersteller mit Zusatzchips auch die Featureliste über das hinaus erweitern, was der Chipsatz normalerweise hergibt.

Bei AMD empfehlen wir euch ein Mainboard mit B550-Chipsatz, zum Übertakten mit B550- oder X570-Chipsatz. Bei Intels Sockel 1700 ist der Z690-Chipsatz der, der für eine Übertaktung nötig ist. Ansonsten kommt mit einem der anderen Chipsätze wie dem H610 oder H670 ebenfalls gut aus.

Allgemein sind die Mainboards für den Sockel 1700 stets ein wenig teurer als vergleichbare Modelle für den Sockel AM4, so dass ein Sockel 1700-System trotz der Mehrleistung der Prozessoren in der Summe bei der Preis-Leistungs-Frage AMD in der Regel nicht schlagen kann.

Wir werden daher bei unserer gleich noch folgenden CPU-Kaufberatung bei den Sockel 1700-CPUs zusätzlich noch das Preis-Leistungs-Verhältnis inklusive eines Aufpreises von 20 Euro wegen der Mainboard-Preise aufzeigen. Zusammenfassen kann man sagen: Wer mehr Leistung will, nimmt Intel, bezahlt dafür aber auch entsprechend mehr.

Eine Ausnahme von dieser Regel ist der AMD Ryzen 7 5800X3D, der die aktuell schnellste Spiele-CPU ist, dafür aber auch 180 Euro mehr als der normale Ryzen 7 5800X kostet. Welche CPUs von AMD und Intel wir derzeit empfehlen, erfahrt ihr auf der nächsten Seite, die unser Special abschließen wird.

  1. Seite 1 CPU-Kaufberatung: Sockel, Kerne und Threads
  2. Seite 2 CPU-Kaufberatung: Vier Fragen zum CPU-Kauf
  3. Seite 3 CPU-Kaufberatung: Übertaktung und Mainboard-Wahl
  4. Seite 4 CPU-Kaufberatung: Preis-Leistung und Empfehlungen
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk