CPU-Kaufberatung: Vier Fragen zum CPU-Kauf
Special
Wir geben euch Tipps zum Kauf von CPUs und bieten euch auch konkrete Empfehlungen basierend auf einer Preis-Leistungs-Betrachtung von AMD- und Intel-CPUs.
Welche CPU kaufen? Die vier Grundfragen
Die vier Grundfragen, die sich vermutlich die meisten Gamer bei der Suche nach einer CPU stellen, beziehen sich auf den Preis, den Hersteller, Kernzahl und den Sockel. Mit letzterem möchten wir beginnen: Falls ihr in eurem PC ein Mainboard mit einem noch relativ aktuellen Sockel habt, aber eine eher schwache CPU, dann könnte es sich noch lohnen, nur die CPU neu zu kaufen und nicht direkt auch noch den Sockel komplett zu wechseln, wofür ein neues Mainboard nötig ist. Dies kann der Fall sein, wenn ihr bereits ein Intel Sockel 1200-Mainboard habt, unter Umständen auch noch bei einem Sockel 1151 oder 1151v2-Mainboard.
Bei AMD kann ein älteres Sockel AM4-Mainboard eventuell noch tauglich sein, um einen modernen AM4-Prozessor einzubauen - hierfür müsst ihr aber beim Mainboard-Hersteller nachsehen, ob per Update auch neue CPUs unterstützt werden. Bei einem Neukauf empfehlen wir die Mainstream-Sockel AMD AM4 und Intel 1700. Für absolute Budget-PCs ist auch noch der Kauf eines Sockel 1200-Settings eine Option. Die Enthusiasten-Sockel sind wiederum, wie schon zuvor beschrieben, nur dann interessant, wenn man wirklich sicher ist, die speziellen Features dieser Sockel und den damit verbundenen CPUs zu benötigen.
In diesem Artikel
Nun zum Preis und den Kernen: Je nachdem, wie viel ihr ausgeben könnt oder wollt, ergeben sich bei den in Frage kommenden, modernen CPUs automatisch auch die Kernzahlen, die für euch interessant sind. Für Spiele ausreichend stark sind schon CPUs für unter 100 Euro. Ihr Nachteil ist, dass sie nur vier Kerne haben, was möglicherweise für die Zukunft ein Problem werden kann.
Das heißt: Es kann sein, dass ihr früher den Prozessor erneut wechseln müsst, als wenn ihr direkt eine CPU mit mindestens sechs Kernen nehmt. Solche modernen und für Games starken Sechskern-CPUs gibt es bereits ab 130 Euro. Wichtig ist aber dabei, dass man auch stets die Architektur beziehungsweise Familie der CPU beachtet.
Nehmen wir zum Beispiel Sechskern-CPUs: Der Core i5-12400F (180 Euro) ist in Spielen gut 15 Prozent schneller als der Core i5-10400F (130 Euro), und der AMD Ryzen 5 5600X (200 Euro) ist abermals einen kleinen Tick schneller.
Quelle: PCGH
Der Core i7-12700 steht beim Preis-Leistungs-Verhältnis derzeit nicht gut da - die AMD-CPUs Ryzen 7 5700X und Ryzen 7 5800X sind in dem Preis-Bereich die besseren Alternatven.
Mit einer CPU, die noch mehr Kerne hat und ansonsten von der Bauweise her ähnlich ist, werdet ihr in Spielen kleine Vorteile haben. Der Ryzen 7 5700X ist mit 290 Euro der aktuell günstigste moderne Achtkerner, aber in Spielen nur 2-3 Prozent schneller als der Ryzen 5 5600X. Wenn ihr problemlos über das Budget verfügt und viele Jahre nicht mehr an einen CPU-Wechsel denken wollt oder auch dann, wenn ihr häufig mehrere Anwendungen parallel betreibt, könnt ihr aber trotzdem zuschlagen.
Die letzte Frage: AMD oder Intel? Hier gibt es keinen klaren Sieger. Beide Hersteller haben sehr gute CPUs, wobei Intel bei den sehr günstigen Prozessoren beim Preis-Leistungs-Verhältnis vorne liegt, bei den teureren nur noch bei der Leistung. Ab etwa 180 Euro sind die AMD-CPUs zwar (bis auf eine Ausnahme, die wir später noch klären) stets schwächer als die Konkurrenz von Intel, dafür aber auch günstiger.
Hinzu kommt, dass es bei AMD viel Auswahl bei relativ günstigen Mainboards gibt - das Set aus CPU und Mainboard ist bei AMD daher besonders attraktiv. Ebenfalls ein Faktor kann das Thema Übertaktung sein, da diese bei AMD schon mit sehr preiswerten Hauptplatinen und allen Ryzen-CPUs möglich ist, bei Intel nur mit teuren Mainboards sowie den teureren K- oder KF-Modellen der Core i-Prozessoren. Dazu kommen wir auf der nächsten Seite.
