Prozessoren: Bedeutung des Taktes und meine Empfehlungen

Special Antonio Funes
Prozessoren: Bedeutung des Taktes und meine Empfehlungen
Quelle: PC Games Hardware

Bei Prozessoren greife ich nie zu teuren Modellen. In den letzten 20 Jahren gab ich immer zwischen etwa 150 und 230 Euro aus. Doch wie suche ich mir meine CPU aus? Wie oft sollte man aufrüsten? Was sagen Kern-Anzahl und Takt über den Prozessor aus? Dies alles erläutere ich in einer Mischung aus Ratgeber und Kolumne.

Im Gleichtakt und doch schneller

Jede CPU hat einen bestimmten Takt, mit dem sie arbeitet. Bei modernen CPUs gibt es dabei einen Standard- sowie einen Boosttakt. Letzterer wird aktiv, wenn besonders viel Leistung benötigt wird - hier kann es allerdings in einigen Fällen sein, dass der vom Hersteller angegebene maximale Boosttakt nur von einer begrenzten Anzahl der vorhandenen Kerne, nicht aber von allen Kernen gleichzeitig erreicht werden kann.

So oder so sind die Taktwerte aber nur ein Maß für die Leistung, wenn ihr euch CPUs aus der gleichen Prozessoren-Familie anschaut. Ihr könnt nicht anhand des Taktes ablesen, ob eine aktuelle Sechskern-CPU von Intel schneller als eine ebenfalls aktuelle AMD Sechskern-CPU ist.

AMDs Ryzen 5 3600: Seit dem Release enorm beliebt dank vernünftiger Mischung aus Preis und Leistung - die neuen Intel Core i5-Modelle für den Sockel 1200 setzen ihn aber unter Druck. Quelle: PC Games Hardware AMDs Ryzen 5 3600: Seit dem Release enorm beliebt dank vernünftiger Mischung aus Preis und Leistung - die neuen Intel Core i5-Modelle für den Sockel 1200 setzen ihn aber unter Druck. Ebenso lässt sich am Takt nicht ablesen, wie viel schneller eine neue CPU im Vergleich zu einer alten CPU ist. Eine sechs Jahre alte AMD-CPU mit 3,5 GHz ist beispielsweise in dem meisten Anwendungen eindeutig langsamer als ein aktueller AMD-Prozessor mit ebenfalls 3,5 GHz. Stammen die beiden CPUs aus der gleichen Familie, zum Beispiel zwei Intel-CPUs für den Sockel 1200, dann hat die CPU mit dem höheren Takt die bessere Leistung - sofern die Kernzahl identisch ist. Denn wenn diese sich unterscheidet, kann es am Ende doch wieder scheitern, die Taktwerte zu vergleichen.

Die Sache ist ein wenig mit Autos vergleichbar: Mehr PS bedeuten nicht automatisch mehr Höchstgeschwindigkeit, außer es handelt sich um die gleiche Fahrzeugreihe aus der gleichen Generation. Ihr seht: es ist nicht einfach, nein: sogar sinnlos, an den Daten zu sehen, wie schnell eine CPU ist. Hier helfen nur Tests durch Magazine oder auch Zusammenfassungen weiter, wie wir sie zuletzt zu den Sockel 1200-CPUs von Intel veröffentlicht hatten. Wenn ich mich nach einer neuen CPU umschaue, dann achte ich nicht auf den Takt - für mich zählen nur Testergebnisse der Prozessoren, die in mein Budget passen und die eine Kern/Thread-Anzahl bieten, die ich für die nächsten etwa fünf Jahre für ausreichend halte.

Mein aktueller Rat

Auf der ersten Seite hatte ich ja schon eine aktuelle CPU-Kaufberarung erwähnt. Im Moment würde ich noch den Release der neuen Ryzen 5000er-CPUs abwarten, aber wer darauf nicht warten will, der fährt mit einem Core i5-10400F oder Ryzen 5 3600 besonders gut, was das Preis-Leistungs-Verhältnis für Gaming angeht. Dabei kommt ihr mit 160 bis 180 Euro aus, wobei der AMD-Prozessor auch übertaktbar ist. Bei Intel wäre hierzu der deutlich teurere Core i5-10600K (oder KF) nötig. Wer nicht übertakten will, der braucht sowohl bei Intel als auch bei AMD für eine der beiden genannten CPUs, Mainboard und 16GB RAM keine 300 Euro zu investieren. Die Prozessoren werden auf viele Jahre für Spiele stark genug sein, so dass ein Grafikkartenwechsel ausreichen wird, um die jeweils neuesten Games auf maximalen Details zu spielen.

Wer auch häufig Anwendungen betreibt, die von einer größeren Zahl an Threads profitieren, oder aber auch häufig mehrere Anwendungen parallel betreibt, greift am besten zum AMD Ryzen 7 3700X (270 Euro) oder Intel Core i7-10700F (300 Euro). Auch hier gilt: Will man übertakten, muss man bei Intel mehr für eine K-Variante des Core i7-10700 auf den Tisch legen, was mit einem ordentlichen Übertakter-Mainboard dann eine Summe von etwa 550 Euro ergibt. Beim Ryzen 7 sind es selbst mit einem für Übertaktung geeigneten Mainboard etwa 100 Euro weniger. Mehr als ein aktueller AMD Ryzen 7 oder Intel Core i7 ist aber nur für extrem wenige Gamer sinnvoll. Wie sieht eure CPU-Historie aus, und wie oft rüstet ihr auf? Postet eure Erfahrungen als Comment unter dem Artikel.

  1. Seite 1 Prozessorkauf: Meine CPUs und wie oft man aufrüsten sollte
  2. Seite 2 Prozessoren: Konsoleneinfluss und des CPUdels Kern
  3. Seite 3 Prozessoren: Bedeutung des Taktes und meine Empfehlungen
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk