CPUs - Meinung und Tipps: Welche CPUs ich kaufe und was ich dabei beachte
Special
Bei Prozessoren greife ich nie zu teuren Modellen. In den letzten 20 Jahren gab ich immer zwischen etwa 150 und 230 Euro aus. Doch wie suche ich mir meine CPU aus? Wie oft sollte man aufrüsten? Was sagen Kern-Anzahl und Takt über den Prozessor aus? Dies alles erläutere ich in einer Mischung aus Ratgeber und Kolumne.
Prozessoren - was kaufe ich?
Nachdem bei Grafikkarten AMDs Big Navi noch ansteht und auf Seiten von Nvidia zwar die GeForce RTX 3080 und 3090 veröffentlicht wurden, aber kaum im Handel zu bekommen sind (was man auch für die noch im Oktober neu erscheinende GeForce RTX 3070 erwarten kann), schreibe ich heute über Prozessoren. Und zwar in einer Mischung aus Kolumne und "Erklärbär". Der Anlass dafür ist unter anderem auch, dass ja auf Seiten von AMD am 5. November neue Prozessoren anstehen.
In diesem Artikel
In einer Keynote Anfang des Monats nannte AMD ja Details zu den ersten Zen 3-CPUs (Ryzen 5000er-Serie) für den Sockel AM4 - Ich hatte dazu auch ein Special verfasst, in das ich gleichzeitig eine ausführliche Kaufberatung zu den aktuelle bereits erhältlichen CPUs von AMD und Intel eingebaut hatte.
Quelle: Archiv
Der AMD Phenom X4 955 war schon bei seinem Release eine CPU, die viel Leistung für realtiv wenig Geld geboten hat, und wurde zum Verkaufsschlager.
Mir geht es heute um einige Fragen, deren Antworten ich auch dadurch gebe, dass ich einige Gedanken und Fakten zu Prozessoren genauer erkläre. Es geht um Fragen wie beispielsweise, ob eine teure Enthusiasten-CPU für einen Gamer Sinn macht, oder auch wie viele Kerne es bei einer CPU heutzutage sein sollten. Und was sagen überhaupt die Taktwerte aus? Letzten Endes läuft es darauf hinaus, nach was für einer Art von CPU ich mich umschauen würde - in meinem Fall ist es klar: ich habe in den letzten 20 Jahren mit guten Gründen stets um die 150 bis 250 Euro ausgeben, also bezogen auf Gaming-PCs eher "nur" zur Mittelklasse gegriffen.
Meine letzten vier CPUs
Wie sahen meine Prozessoren in den letzten gut 10 Jahren aus? Mein aktueller Prozessor ist ein Ryzen 5 3600, den ich für 210 Euro gekauft hatte. Davor war es ein Intel Xeon 1230 v3 (vergleichbar mit einem Core i7-4770) für ebenfalls 210 Euro - ein Special mit einer Auswertung der Unterschiede hatte ich damals im August 2019 ebenfalls veröffentlicht. Der Xeon-Prozessor hatte wiederum zuvor einen Core i5-3570K abgelöst. Bei letzterem war ich wohl ein wenig zu knausrig, denn der Vierkerner kann nur vier Threads verwalten, was bei manchen Games zu einem Problem wurde - daher der Wechsel zum Xeon, der mit seinen vier Kernen acht Threads verwalten kann.
Quelle: Archiv
Der Core i5-3570K wurde von unseren Kollegen der PC Games Hardware im Jahr 2012 ausgezeichnet - auch dank eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses
Für den Core i5 bezahlte ich übrigens 195 Euro - für einen Core i7-3770 hätte ich 50 Euro mehr, für den übertaktbaren Core i7-3770K 90 Euro mehr ausgeben müssen, hätte dann aber meine acht Threads erhalten und den Kauf einer neuen CPUs deutlich hinauszögern können. Vor dem Core i5-3570K werkelte eine AMD Phenom X4 955 in meinem PC, der 150 Euro kostete. Noch weiter möchte ich nun nicht zurückgehen, um eurem Schlafdrang entgegenzuwirken. Der Kauf des AMD Phenom X4 955 ist übrigens nun fast 11 Jahre her.
CPU: Wie oft aufrüsten?
Am Anfang steht bei den meisten Gamern die Frage, wann denn überhaupt eine neue CPU notwendig wird. An sich könnte man dies sehr einfach testen: Stocken neue Games selbst dann auf eurem PC, wenn ihr genügend RAM und eine relativ neue Grafikkarte habt, die eigentlich in Tests bei modernen Games problemlos 40 FPS (Bilder pro Sekunde) und mehr schaffen müsste? Dann dürfte die CPU der Grund für das Ruckeln sein, sofern ansonsten alles am PC okay ist. Wie viele Jahre eine CPU durchhält, hängt natürlich davon ab, was ihr für eine CPU kauft. Eine beim Kauf als "Oberklasse" geltende CPU hält länger durch als ein Einsteigermodell. Ich persönlich kaufe mir ab und an auch dann eine CPU, wenn die alte CPU noch nicht der klare Grund für ein Ruckeln ist - im Schnitt etwa alle drei Jahre, aber eben wie beschrieben eine CPU für weniger als 250 Euro. Allgemein gesagt lohnt es sich ungefähr alle fünf Jahre durchaus, eine neue CPU zu kaufen und dabei mit einem neuen Mainboard und RAM auch eine aktuelle Plattform zu wählen. Wer eine ehemalige Top-CPU gekauft hatte, kann auch noch länger auskommen - wer eher in der unteren Mittelklasse zugegriffen hat, könnte wiederum schon früher mit einem großen Effekt wechseln. Natürlich in allen Fällen vorausgesetzt, dass eine ausreichend starke Grafikkarte bereits im PC steckt. Eine klare Regel für den CPU-Kauf gibt es nicht - es könnte sich aber wegen der neuen Spielekonsolen einiges ändern.
