Computex 2022: AMD mit Ryzen 7000 und Sockel AM5

Special Antonio Funes
Computex 2022: AMD mit Ryzen 7000 und Sockel AM5
Quelle: Asrock

Wir fassen die für Gamer wichtigen Hardware-News der Computex 2022 zusammen, bei der AMD und Nvidia allerdings zum Thema Grafikkarten leider schwiegen.

AMD: Ryzen 7000 und sonst quasi nichts

Bei AMD drehte sich alles um den kommenden Sockel AM5. So ganz will AMD zwar nicht mit der Sprache raus, wenn es um die nächste Desktop-Generation Ryzen 7000 beziehungsweise der erwarteten Zen 4-CPU-Architektur und den neuen Sockel AM5 geht. Denn zum einen gibt AMDs durchaus einige Details bekannt, zum anderen aber fehlen entscheidende Informationen wie beispielsweise ein genaueres Zeitfenster. So spricht AMD eher vage vom Herbst dieses Jahres, obgleich Hersteller wie ASRock, Asus oder Gigabyte bereits Mainboard-Modelle mit dem Sockel AM5 präsentieren, als stünde der Release bereits in den kommenden zwei bis drei Wochen an. Zu Mainboards kommen wir aber später noch. Was die neuen Ryzen 7000-CPUs angeht, so ist neben dem neuen Sockel bereits klar, dass AMD derzeit mit einem Prozessor als Top-Modell plant, der 16 Kerne (32 Threads) bietet.

Wie unsere Kollegen der PC Games Hardware berichten, wird sich das Level 2-Cache im Vergleich zu Zen 3 mit 1MB statt nur 512KB verdoppeln, was den CPUs einen kleinen Schub geben kann. Ebenso sind Taktwerte über 5 Gigahertz ein Feature, das wohl mehrere Ryzen 7000-CPUs bieten werden. Beim Sockel AM4 hatte AMD die Marke von 5 Gigahertz noch knapp verfehlt.

Für die höheren Taktraten hilft auch das Fertigungsverfahren mit 5nm, für den Arbeitsspeicher bieten die CPUs eine DDR5-Anbindung. DDR4 wird beim Sockel AM5 vermutlich keine Rolle mehr spielen. Alternative Mainboards mit DDR4-Slots wie beim Intel Sockel 1700 stehen also offenbar nicht an - hierbei bleibt zu hoffen, dass die Preise für DDR5-RAM bis zum Release des Sockel AM5 sinken. Derzeit kosten 16GB DDR5-RAM doppelt so viel wie DDR4-RAM mit 3200 MHz.

MSI zeigt die Einkerbungen beim Sockel AM5, die einen quasi idiotensicheren Einbau ermöglichen sollen. Quelle: SI MSI zeigt die Einkerbungen beim Sockel AM5, die einen quasi idiotensicheren Einbau ermöglichen sollen. Eine Sache, die AMD schon vor der Computex missverständlich kommuniziert hatte, klärte der Konzern inzwischen gleich zweimal auf. Denn rund um das geplante Top-Modell für den Sockel AM5 konnte man aus den vorhandenen Daten und Vorab-Leistungspräsentationen einen Wert von 170 Watt herauslesen, den die Öffentlichkeit als die TDP interpretierte.

Die TDP drückt aus, wie viel Abwärme der Prozessor bei Last abgeben kann, was wiederum wichtig für die Kühlung ist. Für 170 Watt wäre ein All-In-One-Wasserkühler mit einem Radiator anzuraten, der zwei 120mm- oder 140mm-Lüfter nutzt. AMD schien danach zuerst klarzustellen, dass es nicht die TDP, sondern die sogenannte PPT sei.

Dies ist die maximale Stromleistung, die über den Sockel von der CPU aufgenommen werden kann. Sie ist bei allen CPUs deutlich höher als die TDP - beim Ryzen 7 5800X liegt die TDP beispielweise bei 105 Watt, die PPT aber bei 142 Watt. Doch AMD ruderte erneut zurück: Die 170 Watt sollen nun doch die TDP sein.

Das heißt, dass zumindest das Top-Modell für den Sockel AM5 bei voller Last auf allen Kernen ein echter Hitzkopf sein kann. Für Spieler ist dies vermutlich bis auf die Stromkosten eher unwichtig, da die Modelle mit besonders vielen Kernen für Gaming gar keinen Vorteil bringen und man ohnehin eher zu den CPUs mit maximal 12 Kernen greifen wird, und selbst wer eine 16-Kern-CPU nutzt, wird beim Spielen nur einen Teil der Kerne belasten.

Neben den Informationen zu Ryzen 7000 gab es von AMD auch weitere Details zum Sockel AM5, und zwar betreffend Mainboards. Zunächst wird es drei Chipsätze geben: B650, X670 und X670X. Der Hauptunterschied für Gamer: Alle drei Chipsätze unterstützen PCIe 5.0, allerdings beim B650-Chipsatz nur für M.2-SSDs. Bei den beiden X670-Chipsätzen gibt es auch für den PCIe-Slot der Grafikarte PCIe 5.0, bei X670X sogar für alle PCIe-Slots. Doch was ist mit Grafikkarten?

Nachdem AMD vor Kurzem ja ein Refresh der Radeon-Serien RX 6600 XT, 6700 XT und 6900 XT auf den Markt gebracht hatte, rechneten die meisten Journalisten damit, dass es auf der Computex Neuigkeiten zur Radeon 7000-Serie gibt. Doch hier schwieg AMD leider, so dass es auf der Computex rund um Grafikkarten leider keine Informationen, geschweige denn Ankündigungen seitens AMD gab.

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