Gaming-PCs: Lüftung und Kühlung, Mainboard-Sockel
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Wir haben 4 Gaming-PCs von 610 bis 1940 Euro zusammengestellt und geben euch zudem viele Tipps, was ihr bei der Auswahl von Komponenten beachten solltet.
PC zusammenstellen: Lüftung und Kühlung planen
Für moderne Gaming-PCs mit normalen µATX-, ATX- oder E-ATX-Gehäusen reicht in aller Regel ein einziger Lüfter hinten im Gehäuse, der die warme Luft herausbläst, meist für die Kühlung aus. Durch den Druckunterschied, den der Lüfter zusammen mit dem Lüfter des CPU-Kühlers und der Lüftung der Grafikkarte erzeugt, wird frische Luft ins Gehäuse gesaugt, sodass nicht unbedingt ein "einsaugender" Lüfter nötig ist. Meist entsteht dabei automatisch ein Luftstrom, der vom vorderen Bereich des Gehäuses über das Mainboard und den CPU-Kühler hinweg zum hinteren Lüfter verläuft.
Ein weiterer Lüfter vorn, eher unten platziert, schadet aber nicht und unterstützt diesen Luftstrom, wobei der Lüfter nicht schnell drehen muss, sondern ein eher langsam drehendes und somit leises Modell sein darf. Falls man die CPU übertakten will, ist ein solcher zweiter Gehäuselüfter in jedem Falle anzuraten. Bei Standard-CPU-Takt und mit einem ordentlichen CPU-Kühler ab 20 bis 25 Euro ist der Lüfter eher optional. Wenn möglich, verwendet vorne ein 140mm-Modell. Dieses kann mit weniger Drehzahl als bei einem ansonsten vergleichbaren 120mm-Lüfter genauso viel Luft bewegen.
Als CPU-Kühler empfehlen wir ein Tower-Modell ab 15 Zentimeter Höhe mit PWM-kompatiblem Lüfter ab etwa 25 Euro. Die mittlerweile sehr beliebten All-in-One-Wasserkühler (auch AiO-Wasserkühler) sind auch eine Option, allerdings ist deren Preis vergleichsweise hoch.
Vorteile bei der Geräuschentwicklung gibt es, wenn überhaupt, nur bei Modellen mit 2 oder 3 Lüftern, die dann langsam drehen können, allerdings dann mindestens 70 bis 80 Euro kosten.
Gute Tower-Kühler ab etwa 30 bis 35 Euro sind aber ebenfalls bereits sehr leise, sodass die Lautstärke kein wirklich gutes Argument für eine teure AiO-Wasserkühlung mit einem mindestens 240mm großen Radiator sind. Die 240mm beziehen sich übrigens auf die Summe der Kantenlängen von zwei 120mm-Lüftern - in der Regel sind die Radiatoren ein klein wenig länger.
Quelle: Arctic
Arctic Liquid Freezer II 280 ARGB mit zwei 140mm-Lüftern
Man muss daher vorher darauf achten, ob ein AiO-Wasserkühler respektive dessen Radiator einen geeigneten Einbauplatz im Gehäuse hat. Ebenso kann die Dicke des Radiators inklusive der Lüfter problematisch sein und vorn eingebaut mit anderen Teilen des Gehäuses in Konflikt geraten.
Oben im Gehäuse platziert kann es wiederum sein, dass man nur noch schwer an obere Anschlüsse des Mainboards herankommt, im schlechtesten Falle kollidiert ein Lüfter der AiO-Wasserkühlung sogar mit den RAM-Riegeln. Alles in allem spricht im Grunde kaum etwas für eine solche Kühlung, außer man legt auf die Optik und den größeren Freiraum um den CPU-Sockel wert.
Das einzige praktische Argument für eine AiO-Wasserkühlung ist, dass man bei der Gehäusewahl auch ein sehr schmales Modell wählen kann, da der CPU-Kühlkörper bei so einer Kühlung nicht hoch ist. Wichtig bleibt stets, dass der Radiator Platz findet.
Sockel-Auswahl
Bevor wir uns um CPU-Mainboard-Kombinationen kümmern, möchten wir kurz auf die vier derzeit relevanten Sockel eingehen. Der Sockel ist zunächst einmal lediglich die Halterung für die CPU - allerdings müssen seine Maße und die Anzahl an Kontaktstellen exakt zur CPU passen.
Dabei haben CPUs aus bestimmten Familien stets den gleichen Sockel, sodass wiederum bestimmte Mainboard-Reihen passend sind. Diese Reihen haben wiederum mehrere Chipsätze, die auf die CPUs abgestimmt sind - die Namen der Chipsätze finden sich in den Modellnamen der Mainboards wieder.
Bei AMD sind der schon vor über sechseinhalb Jahren veröffentlichte Sockel AM4 für CPUs bis 300 Euro sowie der neuere Sockel AM5 zu nennen. Bei Intel ist der Sockel 1700 der aktuelle Gaming-Standard, für günstige Einsteiger-PC kann man auch noch zum älteren Sockel 1200 greifen. Es gibt von AMD und Intel auch noch Sockel für Profi-CPUs, die aber nur für bestimmte Anwendungen oder Server Sinn machen.
