An einen AV-Receiver könnt ihr viele verschiedene Geräte anschließen und Sound auch in Surround genießen - unser Special erklärt alles Wissenswerte dazu, für Spieler und Filmfans gleichermaßen. Wir zeigen euch, worauf ihr achten müsst und geben euch konkrete Kauftipps.
Anschlüsse: Boxen
Natürlich jeder AVR Anschlüsse für Lautsprecher. Bei einem AVR mit 5.1-Surroundsound sind bis zu fünf Lautsprecher im Einsatz: Center sowie Front und Rear jeweils links und rechts. Pro Lautsprecher ist es dabei jeweils ein Anschluss für den Plus- und den Minus-Pol, daher sind es fünf Anschlusspaare. Über die Anschlüsse versorgt der AVR die Boxen auch mit Strom. Bei AVRs mit 7.1-Surroundsound sind es logischerweise zwei Anschlusspaare für die beiden seitlichen Boxen zusätzlich. Dazu kommt der
Quelle: JBL
Standboxen JBL E80
Subwoofer, der über eine Cinch-Buchse angeschlossen wird. Den Strom bekommt der Subwoofer allerdings von einer eigenen Stromversorgung. Natürlich müsst ihr nicht alle Lautsprecheranschlüsse nutzen, die ein AVR bietet - ihr könnt auch nur Stereo nutzen, oder Surround mit nur vier Boxen - beides mit oder ohne Subwoofer. Vor allem wenn es am Anfang mit dem Budget noch nicht ganz reicht, macht es Sinn, sich zunächst gute Stereoboxen zu kaufen und langsam ein Surroundsystem aufzubauen - insbesondere wer gerne Musik hört wird mit solch einer Vorgehensweise glücklicher werden als durch den Kauf eines günstigen Surroundsets, nur weil man auf Teufel komm raus unbedingt endlich Surround haben wollte.
Anschlüsse: analog
Der klassische Eingang bei einem Verstärker oder AVR ist der Cinch-Anschluss. Dies sind zwei Buchsen in rot und weiß, die für ein analoges Tonsignal in Stereo gedacht sind. Solch ein Tonsignal kommt aus Geräten, die ebenfalls solche Cinchbuchsen haben - zum Beispiel die meisten CD-, DVD- oder BluRay-Player, oder auch viele TV-Receiver. Aber auch aus jedem normalen Kopfhöreranschluss eines Handys oder MP3-Player sowie aus der Soundkarte eures PCs kommt aus den kleinen 3,5-Millimeter-Buchsen technisch gesehen ein solches analoges Soundsignal in Stereo: es ist lediglich ein Adapter nötig, der auf einer Seite einen 3,5-Millimeter-Stecker und auf der anderen Seite zwei Cinch-Stecker besitzt. Stichwort analog: das bedeutet nichts anderes, als dass der Sound in Form von Stromschwankungen vorliegt, welche am Schluss bei den Boxen-Membranen ankommen und diese schwingen lassen, so dass Schall entsteht. Es sind also keine Daten oder Informationen. Ein Nachteil für einige Anwender ist: auf dem analogen Signalweg ist bei den allermeisten modernen AVRs nur Stereosound möglich. Der Sound kann zwar vom AVR auf Wunsch einfach auf alle Boxen verteilt werden, aber echtes Surround ist nur in seltenen Fällen möglich, wenn nämlich der AVR eine Gruppe mit sechs Cinch-Buchsen besitzt, die eine Bezeichnung wie "Multi Channel Input" haben. Meistens funktioniert aber vom PC aus alternativ auch der digitale Signalweg, den wir euch im nächsten Abschnitt erklären wollen.
Anschlüsse: digital (optisch und koaxial)
Kommen wir nun zu einer weiteren Anschlussmöglichkeit, die ein moderner AVR besitzt, nämlich digital optisch (Toslink-Buchse) und koaxial (Cinch-Buchse). Viele CD- und fast alle DVD und BluRay-Player haben ebenfalls mindestens einen der beiden digitalen
Quelle: Archiv
Toslink-Stecker für ein optisches Digitalsignal
Anschlüsse als Ausgang, gleiches gilt für TV-Receiver und Soundkarten eines PCs, ebenso haben Onboardsoundkarten (auch bei Laptops) oftmals einen digitalen Ausgang. Auf dem digitalen Wege wird der Sound als Datenstrom gesendet und erst im AVR in ein analoges Signal umgewandelt. Neben einer Übertragung des Sounds ohne Qualitätsverlust ist der Vorteil, dass neben Stereosound auch Surroundsound mit nur einem einzigen Kabel transportiert werden kann. Der Surroundsound muss dafür als Dolby Digital oder DTS-Signal "verpackt" zur Verfügung stehen - dies ist zum Beispiel bei DVDs oder BluRays der Fall, sofern dies bei den Tonformaten (auf der Rückseite des Covers zu finden) aufgelistet ist. Ein solches Surround-Soundsignal wird vom AVR mit dessen Decodereinheit "entpackt" und auf alle Boxen korrekt verteilt. Achtung: wenn ihr auch Spiele vom PC aus digital in Surround übertragen wollt, benötigt ihr eine Soundkarte mit Dolby Digital Live oder DTS-Connect - diese Techniken "verpacken" das in Echtzeit berechnete Surroundsignal eines Spieles in ein Dolby Digital oder DTS-Signal, ansonsten würde nur Stereo beim AVR ankommen. Oder aber ihr nutzt HDMI - mehr dazu im nächsten Kapitel.
