Wir erklären die Vorteile von SSDs im Vergleich zu Festplatten. Wir klären auch, wie wichtig eine besonders schnelle SSD ist und bieten eine Marktübersicht.
SSDs: Lebensdauer wird unterschätzt
Im Gegensatz zu dem von uns eben schon behandelten, eher positiven Vorurteil, laut dem die Geschwindigkeit von SSDs ein sehr großer Faktor bei den Ladezeiten ist, gibt es ein zweites Vorurteil zu SSDs, das den Datenträgern eine negative Eigenschaft andichtet: die angeblich kurze Lebensdauer von SSD.
Fakt ist, dass die Speicherzellen von SSDs nur eine begrenzte Anzahl an Speichervorgängen, auch Speicherzyklen genannt bieten. Ist eine Speicherzelle verbraucht, können von ihr nur noch Daten gelesen werden. Die Technik in SSD nutzt die Zellen aber gleichmäßig und verhindert dadurch, dass zum Beispiel 20 Prozent der Zellen verbraucht sind, während die restlichen Zellen kaum benutzt wurden.
Trotzdem sind SSDs irgendwann an ihrem Ende angelangt. Dass die Lebenszeit von SSDs unterschätzt wird, hat vermutlich als Ursache die Erfahrungen von Nutzern zu der Zeit, als SSDs dank Massenproduktion bezahlbar wurden. Es gab damals nämlich relativ viele Nutzer, die in Foren über Ausfälle klagten - man schrieb dies bei den Diskussionen dann der bereits erreichten Zahl an Speicherzyklen zu.
In Wahrheit waren es aber wohl einfach nur Kinderkrankheiten, da es noch wenig Erfahrungen mit der Massenproduktion und damit verbundenen Nutzung mit völlig verschiedenen Mainboards aufseiten der Nutzer gab. Trotzdem hielt sich lange Zeit die Legende, dass man bei SSD sehr vorsichtig mit der Nutzung sein muss, da sie sonst früh ausfallen.
Moderne SSD haben aber so viele Speicherzyklen, dass man sie bei normaler Nutzung weit mehr als 10 Jahre verwenden kann. Bei vielen Modellen hilft die Angabe des TBW-Wertes. Die Abkürzung steht für Total Bytes Written und meint die Anzahl an Bytes, die man auf eine SSD schreiben kann, bis die Speicherzyklen verbraucht wird.
Ein Beispiel: Falls ihr jeden Tag 100 Gigabyte an neuen Daten auf eine 2TB-SSD schreibt, dauert es 20 Tage, um sie einmal zu überschreiben. Hat die SSD einen TBW-Wert von 500 TB (was ein durchschnittlicher Wert ist), dann könnt ihr sie 250 Mal überschreiben.
Bis dies erreicht ist, dauert es also 250 mal 20 Tage - das sind 5000 Tage und somit etwas weniger als 14 Jahre. Nur täglich wirklich viele neue Daten generiert oder die SSD für einen Server benötigt, sollte keine SSD mit einem eher kleinen TBW-Wert nehmen.
Quelle: Patriot
Patriot Viper VP4300 Lite mit 1000GB könnte dank ihrer TBW von 800TB satte 800 mal komplett überschrieben werden.
Marktübersicht mit 25 Modellreihen
Unsere Marktübersicht werden wir kurz und knackig gestalten. Wir haben dabei 25 eher günstige SSD-Serien in die Tabelle eingetragen, die es im Handel zudem auch bei vielen Shops gibt. Wir haben dabei die Preise für die Modelle mit 1000, 2000 und 4000 GB eingetragen, wobei es nicht bei jeder Serie auch alle der drei genannten Größen gibt. Der Kauf einer SSD mit weniger als 1 TB lohnt sich aus unserer Sicht nicht.
Manche 1-TB-Modelle haben aus technischen Gründen übrigens nur 960 GB Speicherplatz. In der Tabelle ihr auch die Info, ob es sich bei der SSD-Serie um SATA oder M.2 handelt. Bei den M.2-Modellen vermerken wir noch deren PCIe-Standard. Die Geschwindigkeit, die wir angeben, bezieht sich immer auf das kleinste Modell.
Bei den anderen Modellen kann sie eventuell abweichen. Die SSDs sind nach dem günstigsten Preis für 1 TB geordnet - ihr könnt aber auch selbst sortieren und sie nach dem günstigsten Preis für die 2-TB- oder 4-TB-Version ordnen. Hier nun unsere Marktübersicht - unter der Tabelle gibt es noch einen Hinweis zu den TBW-Werten:
| SSD-Modellreihe | Typus | MB/s Lesen | MB/s Schreiben | Preis 1TB ab | Preis 2TB ab | Preis 4TB ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Intenso Top Performance | SATA | 520 MB/s | 500 MB/s | 50 Euro | 115 Euro | |
| Kingston NV2 NVMe | PCIe 4.0 | 3500 MBs | 2100 MB/s | 55 Euro | 110 Euro | 245 Euro |
| Verbatim Vi550 S3 | SATA | 520 MB/s | 400 MB/s | 55 Euro | 105 Euro | 250 Euro |
| Intenso High Performance | SATA | 520 MB/s | 480 MB/s | 60 Euro | ||
| Kingston A400 | SATA | 500 MB/s | 450 MB/s | 60 Euro | ||
| PNY CS900 | SATA | 535 MB/s | 515 MB/s | 60 Euro | 135 Euro | |
| Crucial P3 SSD | PCIe 3.0 | 3500 MB/s | 3000 MB/s | 65 Euro | 125 Euro | 240 Euro |
| Intenso PCIe Premium SSD | PCIe 3.0 | 2100 MB/s | 1700 MB/s | 65 Euro | 115 Euro | |
| Crucial BX500 | SATA | 540 MB/s | 500 MB/s | 65 Euro | 115 Euro | 240 Euro |
| Kioxia Exceria G2 | PCIe 3.0 | 2100 MB/s | 1700 MB/s | 65 Euro | 110 Euro | |
| Lexar NM620 | PCIe 3.0 | 3500 MB/s | 3000 MB/s | 65 Euro | 105 Euro | |
| Western Digital WD Green SN580 | PCIe 4.0 | 4150 MB/s | 4150 MB/s | 65 Euro | 110 Euro | |
| Crucial P3 Plus SSD | PCIe 4.0 | 5000 MB/s | 3600 MB/s | 70 Euro | 125 Euro | 250 Euro |
| Gigabyte SSD | SATA | 550 MB/s | 500 MB/s | 70 Euro | ||
| Western Digital WD Green SN350 | PCIe 3.0 | 3200 MB/s | 2500 MB/s | 70 Euro | 125 Euro | |
| Lexar Professional NB710 | PCIe 4.0 | 5000 MB/s | 4500 MB/s | 70 Euro | 125 Euro | |
| Western Digital WD Black SN770 | PCIe 4.0 | 5150 MB/s | 4900 MB/s | 70 Euro | 120 Euro | |
| MSI Spatium M450 | PCIe 4.0 | 3600 MB/s | 3000 MB/s | 70 Euro | ||
| Intenso MI500 | PCIe 4.0 | 5300 MB/s | 4500 MB/s | 75 Euro | 125 Euro | |
| Verbatim Vi3000 | PCIe 3.0 | 3300 MB/s | 3000 MB/s | 75 Euro | 120 Euro | |
| Samsung SSD 970 EVO Plus | PCIe 3.0 | 3500 MB/s | 3300 MB/s | 80 Euro | 150 Euro | |
| Patriot Viper VP4300 Lite | PCIe 4.0 | 7400 MB/s | 6400 MB/s | 80 Euro | 130 Euro | 280 Euro |
| Gigabyte AORUS Gen4 5000E | PCIe 4.0 | 5000 MB/s | 4600 MB/s | 85 Euro | ||
| Lexar NM790 | PCIe 4.0 | 7400 MB/s | 6500 MB/s | 85 Euro | 135 Euro | 245 Euro |
| Kioxia Exceria Pro | PCIe 4.0 | 7300 MB/s | 6300 MB/s | 85 Euro | 145 Euro |
Wir haben auf das Nennen der TBW-Werte verzichtet, da diese je nach Kapazität völlig unterschiedlich ausfallen. Den kleinsten Wert, den wir für eine 1TB-SSDs finden konnten, lag bei 100 TB TBW. Schreibt ihr im Schnitt jeden Tag, also wirklich jeden Tag 20 GB oder jede einzelne Woche 140 GB an neuen Daten auf die SSD, kommt ihr wie im obigen Beispiel trotzdem auf fast 14 Jahre mögliche Nutzungsdauer.
