Wir erklären die Vorteile von SSDs im Vergleich zu Festplatten. Wir klären auch, wie wichtig eine besonders schnelle SSD ist und bieten eine Marktübersicht.
SSD: Schnelle Datenraten - weniger wichtig, als man denkt
Viele denken, dass eine besonders schnelle SSD ein Spiel viel schneller lädt als eine langsamere SSD. Ebenso geht manch einer vielleicht davon aus, dass selbst eine langsame SSD, die trotzdem viermal schneller als eine Festplatte ist, ein Spiel somit viermal schneller lädt als die HDD.
Beides ist aber eine Legende, mit der wir bereits in einem Special vom Februar 2023 aufgeräumt haben, in dem wir bei einem Praxistest die Spiele-Ladezeiten von verschiedenen SSDs getestet haben.
Denn bei Spielen (oder auch dem Booten eures PCs) werden nicht einfach nur Daten in einem Rutsch geladen, sondern das Spiel initiiert die Grafik-Engine und andere Dinge, es werden Daten entpackt, Algorithmen ausgeführt und vieles mehr, bevor euch der Startbildschirm begrüßt. Nehmen wir an, ein Spiel lädt per Festplatte bei 125 MB/s in 200 Sekunden.
Eine SATA-SSD ist dank 600 MB/s genau viermal schneller. Lädt das Spiel also nun in nur 50 Sekunden, also einem Viertel der Zeit? Die Antwort ist ein klares: Nein. Es hängt aber immer vom Spiel ab, wie stark die Ladezeiten sich dank einer SSD am Ende wirklich verkürzen. Manchmal verkürzt sich die Ladezeit zumindest auf nur noch ein Drittel der Festplatten-Ladezeit. Man kann es aber nicht direkt von den Datenraten ableiten.
Quelle: Lexar
Die Lexar NM790 ist derzeit die günstigste M.2-SSD mit Datenraten über 7000 MB/s
In unserem damaligen Special gab es im Schnitt in etwa eine Halbierung der Ladezeiten, wenn man eine SATA-SSD mit einer HDD vergleicht. Bei manchen Spielen kann es per Festplatte aber durchaus dreimal länger als bei SSD dauern - Total War: Three Kingdoms lud beispielsweise per SATA-SSD in 63 Sekunden, per Festplatte in 171 Sekunden.
Bei anderen Games kann der Zeitgewinn wiederum nur gering sein, zum Beispiel gab es bei Cyberpunk 2077 nur eine Zeitersparnis von 15 Sekunden, was bei einer Festplatten-Ladezeit von 111 Sekunden nicht viel ist.
Ebenfalls im Rahmen des oben genannten Specials hatten wir die Ladezeiten von SATA-SDDs mit denen von M.2-SSD vergleichen, wobei wir bei den M.2-Modellen zudem noch zwischen einer PCIe-Anbindung mit dem 3.0- und 4.0-Standard Vergleichstests durchgeführt hatten.
Hierbei hat sich gezeigt, dass der Zugewinn durch besonders hohe Datenraten nicht groß ist, was beweist, dass bei SSDs ganz allgemein die fehlende Zugriffszeit der große Pluspunkt im Vergleich zu Festplatten ist.
Unterschiede je nach PCIe-Standard
Unsere Testergebnisse bestätigten dann auch, dass der Zugewinn durch die deutlich höheren Datenraten zwischen SATA, PCIe 3.0 und 4.0 eher klein ist. Durch M.2-PCIe 3.0 gewannen wir etwa 4-5 Prozent zu SATA, PCIe 4.0 war wiederum weitere 4-5 Prozent schneller und somit 8-10 Prozent schneller als SATA.
Das bedeutet bei 60 Sekunden Ladezeit per SATA gerade einmal sechs Sekunden Zeiteinsparung, obwohl eine M.2-SSD mit PCIe 4.0 in der Regel etwa zehnmal schneller als eine SATA-SSD ist. Natürlich ist unsere Analyse von damals mit nur zwölf Spielen nicht repräsentativ genug, um eine 100-prozentige Aussage treffen zu können.
Aber auch Tests von anderen Magazinen und Content-Erstellern bestätigen die Grundaussage, dass SSDs im Vergleich zu HDDs ein großes Plus beim Laden von Spielen bringen, es aber dann durch die noch schnelleren Standards innerhalb der SSD-Familien nur noch vergleichsweise kleine Zeitgewinne gibt.
Eine schnelle M.2-SSD kann sich allerdings bei manchen aufwendigen Open-World-Spielen trotzdem lohnen, da sie winzige, kaum merkbare Nachladeruckler noch besser eliminieren kann als ein Modell mit SATA oder PCIe 3.0. Einen allzu hohen Aufpreis solltet ihr aber nicht eingehen. Wie ihr gleich noch bei unserer Marktübersicht sehen werdet, gibt es 2000GB-SSDs mit SATA sowie PCIe bis 6000 MB/s ab etwa 110 Euro, schnellere M.2-Modelle ab etwa 125 Euro.
