SSDs: Vorteil bei der Zugriffszeit; SATA und M.2

Special Antonio Funes
SSDs: Vorteil bei der Zugriffszeit; SATA und M.2
Quelle: PC Games Hardware

Wir erklären die Vorteile von SSDs im Vergleich zu Festplatten. Wir klären auch, wie wichtig eine besonders schnelle SSD ist und bieten eine Marktübersicht.

SSD: Vorteil Zugriffszeit

Bei einer SSD werden die Daten in elektronischen Speicherzellen gespeichert. Mechanische Bauteile, die mit dem Datentransfer zu tun haben, gibt es im Gegensatz zu Festplatten nicht. Dies ist neben der Stoßresistenz der große Vorteil von SSDs, da die Daten bis auf die physikalischen Beschränkungen durch das Leitermaterial ungebremst schnell fließen können. Ebenso fällt die Zugriffszeit weg, die Festplatten stark ausbremst.

Bei der Zugriffszeit handelt es sich allgemein um eine mögliche Verzögerung durch verschiedene Faktoren, durch die nicht sofort, sondern mit zeitlichem Abstand ein Datenpaket gelesen oder geschrieben werden kann. Bei Festplatten gibt es eine nennenswerte Zugriffszeit vor allem durch die Verzögerung, die entsteht, bis die Schreib- oder Leseköpfe in die korrekte Position gebracht wurden.

Hinzu kann auch noch eine Verzögerung kommen, da zwar die Köpfe schon korrekt positioniert sind, diese aber noch auf die Magnetscheibe warten müssen, bis diese sich noch Stück weitergedreht, da erst dort die nötigen Daten sind.

Wir reden bei diesen Vorgängen zwar nur von wenigen Millisekunden - diese summieren sich allerdings. Vor allem beim Laden von Windows, Anwendungen sowie Spielen werden immer wieder etappenweise kleine Datenpakete nachgeladen. Schon eine SATA-SSD, die wegen der Beschränkung durch SATA3 maximal 600 MB/s liefert, lädt Windows oder Spiele deutlich schneller als eine Festplatte.

Das liegt aber nicht primär daran, dass sie vier- bis fünfmal schnellere höheren Transferraten bietet, sondern vor allem an der fehlenden Zugriffszeit. Dies erklären wir gleich noch ein wenig detaillierter, erläutern aber vorher zuerst, was der Unterschied zwischen einer SATA- und M.2-SSDs ist.

Crucial P3 Quelle: Crucial Eine Crucial P3 Plus wird in den M.2 Slot eingelegt

SSDs: SATA und M.2

Eine SATA-SSD ist eine SSD, die einem Gehäuse steckt, das meist das typische 2,5-Zoll-Festplattenformat hat. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die ersten erschwinglichen SSDs auch für Laptops gedacht waren, die damals alle einen entsprechenden Einbauschacht hatte.

Wenn ihr eine SATA-SSD für euren Desktop-PC verwendet, braucht sie einen SATA-Stromstecker und ein SATA-Kabel, das mit einem entsprechenden Port auf dem Mainboard verbunden wird. Es gibt in halbwegs modernen Gehäusen genug Einbauplätze für SATA-SSDs. Da sie aber klein, leicht und stoßresistent sind, könnt ihr eine solche SSD auch einfach auf den Boden des Gehäuses legen.

Zur Sicherheit könnt ihr sie mit etwas Klebeband fixieren. Statt Klebeband reicht oft schon ein kluges Verlegen der Anschlusskabel aus, die die SSD quasi an der Leine halten können, damit sie auch bei einem PC-Transport nicht "rumfliegen" kann.

Die neueren M.2-SSDs wiederum sind flache Riegel, die in einen M.2-Slot eingesteckt werden. Fast jedes moderne Mainboard hat mindestens einen solchen Slot. Die weitaus meisten M.2-SSDs bieten den Standard 2280, was die Breite und Länge in Millimetern ausdrückt - achtet bei abweichenden Maßen darauf, ob der M.2-Slot trotzdem kompatibel ist. Einige Modelle haben auch einen eigenen Kühlkörper.

Für die Datenübertragung bieten die M.2 als Standards SATA und auch PCIe, wobei letzteres eindeutig zu empfehlen ist. Die weitaus meisten M.2-SSDs auf dem Markt sind ohnehin per PCIe-angebunden, wobei es die Standards PCIe 3.0, 4.0 und 5.0 gibt. Die Standards sind untereinander kompatibel, aber der langsamste beteiligte Standard gibt das Maximum vor.

Hat der M.2-Slot oder die SSD nur 3.0, läuft alles nur mit 3.0, selbst wenn der Gegenpart PCIe 4.0 oder 5.0 bieten würde. Die PCIe-Standards 3.0, 4.0 und 5.0 bieten (in gleicher Reihenfolge) maximal 3.500, 7.500 und 12.000 MB/s als Datenübertragungsrate. Warum es sich aber nicht lohnt, viel Geld für eine besonders schnelle M.2-SSD auszugeben, erklären wir auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 SSDs: Festplatten werden ausgebremst
  2. Seite 2 SSDs: Vorteil bei der Zugriffszeit; SATA und M.2
  3. Seite 3 SSD-Datenraten: Weniger wichtig als man denkt
  4. Seite 4 SSD-Datenraten: Lebensdauer und Marktübersicht
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